• Wohnpolitik in Berlin: Bausenatorin Lompscher verliert ihren Chefplaner an Senatskanzlei

Wohnpolitik in Berlin : Bausenatorin Lompscher verliert ihren Chefplaner an Senatskanzlei

Rückschlag für die Bausenatorin: Jochen Lang, Chefdenker für Wohnungsbau, wechselt zum Regierenden Michael Müller in die Senatskanzlei.

Katrin Lompscher verliert einen wichtigen Denker.
Katrin Lompscher verliert einen wichtigen Denker.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Rückschlag für die Senatorin für Stadtentwicklung Katrin Lompscher (Linke): Der Chefdenker für Wohnungsbau, Stadterneuerung und Soziale Stadt in ihrem Hause, Jochen Lang, wechselt in die Senatskanzlei. Er leitete bisher das zentrale, für Wohnungspolitik zuständige Referat IV. Senatssprecherin Claudia Sünder sagte auf Anfrage: „Herr Lang interessiert sich für Entwicklungsmöglichkeiten in der Senatskanzlei, konkret für die Abteilung 3 in die Senatskanzlei.“ Dabei handelt es sich um das „Spiegelreferat“, das dem Regierenden Bürgermeister über die Arbeit der Fachsenatoren berichtet.

Öffentlich war Lang zuletzt mit Stadtentwicklungssenatorin Lompscher zu sehen, auf der aus dem Ruder gelaufenen Veranstaltung zur Bürgerbeteiligung am Siedlungsbau im „Blankenburger Süden“. Wie berichtet, war es zum Streit gekommen, weil Lompschers Verwaltung erstmals den Neubau von 10 000 Wohnungen vorgeschlagen hatte, zuvor war immer nur von rund 6000 die Rede.

Lang gilt als verlässlicher Ansprechpartner

Auch bei den Bauplanungen für die Wasserstadt Spandau war Lang involviert: Als Ansprechpartner des Bezirks Spandau während des laufenden Verfahrens in der Vergangenheit. Außerdem sitzt Lang im Aufsichtsrat der Gewobag, die den ersten Bauabschnitt auf den landeseigenen Grundstücken realisieren soll. Lang war schon deshalb genauestens informiert über das Vorhaben. Im Bezirk Spandau wird über Lang gesagt, er sei ein verlässlicher Ansprechpartner gewesen. Noch bevor der Streit mit dem Senat in dieser Woche eskalierte, entschied sich Lang dem Vernehmen nach zum Wechsel in die Senatskanzlei.

In politischen Kreisen heißt es, Langs Weggang sei auch Ausdruck des Kampfs um die Macht in der „Superbehörde“ für Stadtentwicklung. Diese war Jahrzehnte in SPD-Hand und viele der Spitzenposten mit Sozialdemokraten besetzt. Langs Nachfolge dürfte eine Lompscher-Getreue werden. Lang sei von Müller in die Landesverwaltung geholt worden, der den früheren Mitarbeiter des Bundesbauministeriums mit SPD-Parteibuch schätze. Auch sei in der Senatskanzlei nach dem Wechsel des Wohnungsbauexperten Engelbert Lütke Daldrup zum BER niemand mehr da mit fundiertem Wissen zur Lösung der Wohnungsfrage.

In Verwaltungskreisen ist zu hören, dass die Stelle in der Senatskanzlei regulär ausgeschrieben wurde. Lang habe sich beworben und durchgesetzt. Noch müssten Personalvertreter und Senat befragt werden. Das gilt als Formalie. Langs neuer Arbeitsplatz ist in der strategisch wichtigen Spiegelabteilung, wo alle Informationen der Senatsverwaltungen einlaufen und für den Regierungschef aufgearbeitet werden, damit er die Umsetzung der politischen Leitlinien beobachten kann.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

Autor

16 Kommentare

Neuester Kommentar