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Seit 2015 zieht der Zug der Liebe für Frieden und Toleranz in Berlin.

© Maurizio Gambarini/dpa

Techno für den Frieden: Zug der Liebe zieht auch 2020 durch Berlin

„Schau nicht weg“ – so lautet das Motto der diesjährigen Friedensparade. Im August soll sie durch den Mauerpark bis nach Kreuzberg ziehen.

Fünf Jahre Zug der Liebe in Berlin, das heißt auch fünf Jahre friedliche Techno-Parade für Frieden und Toleranz. Auch in diesem Jahr zieht die Demonstration wieder durch die Stadt – und zwar unter dem Motto „Schau nicht weg“. Am 22. August um 13 Uhr startet der Zug am Mauerpark in Pankow und wird sich Richtung Kreuzberg bewegen. Enden soll die Parade zwischen Alexandrinenstraße und Moritzplatz. Im Club „Ritter Butzke“ soll die Abschlussparty stattfinden.

Das Motto „Schau nicht weg“ setzt dabei den Ton der Veranstaltung. „Das reicht vom weg gentrifizierten Club, Klimawandel und Stadtentwicklung bis zum Flüchtlingsdrama auf dem Mittelmeer“, teilen die Veranstalter mit. „Diese Dinge betreffen uns alle. Unsere konkreten politischen Ziele haben sich in den vergangenen fünf Jahren nicht geändert.“ Man stehe gegen rechts, für eine nachhaltige Stadtentwicklung und Jugendförderung. Deshalb werde es auch in diesem Jahr wieder „sozial und laut“.

Man will gemeinnützigen Vereinen eine Bühne bieten

Zweck des Zuges ist es dabei, gemeinnützigen Vereinen eine Bühne zu bieten – und eben auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam zu machen. Es ist eine politische Veranstaltung, wenn auch in angenehmer Atmosphäre. „Wir machen soziale Vereine sichtbar, die sonst eher unter dem Radar laufen“ – so definieren die Veranstalter selbst ihre Aufgabe.

Insgesamt seien bereits über 11.000 Euro an die teilnehmenden Vereine ausgeschüttet worden. Damit diese kostenlos an der Parade teilnehmen können, sind die Veranstalter auf Crowdfunding angewiesen.

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Der Verein Zug der Liebe e.V. wurde 2016 von elf Freunden in Berlin gegründet. Seit der ersten Parade im Jahr 2015 ist die Teilnehmerzahl signifikant gewachsen. 28.000 Menschen kamen damals zum Rave für den guten Zweck – im vergangenen Jahr waren es nach Angaben der Veranstalter schon 70.000.

„Seit 2015 hat in Deutschland eine generelle Politisierung stattgefunden“

Eine Entwicklung die Jens Schwan, der den Zug der Liebe von Beginn an mitorganisiert, nicht überrascht. „Seit 2015 hat in Deutschland eine generelle Politisierung stattgefunden – und zwar rechts wie links“, sagt Schwan. „Wenn man nicht eine dieser Richtungen einnimmt, steht man irgendwie so in der Mitte.“

Es gebe viel zu wenig Diskussionen – wirklich miteinander zu reden sei einfach nicht mehr so angesagt. Deshalb habe man auch im vergangenen Jahr das Motto „30 Jahre Mauerfall – Gegen neue Meinungsmauern“ gewählt.

Von Anfang an waren Vereine wie der Straßenfeger e.V., die Berliner Tafeln oder Berlin Nazifrei mit dabei – und wie schon im vergangenen Jahr werden auch 2020 verschiedene Socialpartys stattfinden, bei denen sich die Vereine präsentieren können – alles auf Spendenbasis selbstverständlich . Die nächste Party findet am 21. März in der Neuköllner Kneipe Sisyfass statt.

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