
© dpa/Christian Charisius
„Elli“ schneit Deutschland ein: Bundesligaspiel in Hamburg abgesagt – Deutsche Bahn stellt Fernverkehr im Norden ein
Mehrere Autobahnen in Hessen durch festgefahrene Lkw gesperrt + Probleme auch in NRW + Flugverkehr läuft weitgehend normal + DWD erwartet Sonntag „Wintertag aus dem Bilderbuch“ + Der Newsblog.
Stand:
Viel Schnee, starker Wind und Glatteis: Für Freitag ist gefährliches Winterwetter angekündigt. Es gab bereits Unfälle auf den Straßen. Alle wichtigen Meldungen hier.
Update 12:50 Uhr
Deutsche Bahn stellt Fernverkehr im Norden ein – Dauer ungewiss
VW sagt Golf-Spätschicht in Wolfsburg ab
Das Sturmtief Elli bremst bei VW nun auch in Wolfsburg die Produktion: Weil wegen verschneiter Straßen nicht genug Teile von den Zulieferern ankommen, ist im Stammwerk eine der drei geplanten Spätschichten abgesagt worden. Betroffen sei ausschließlich die Golf-Fertigung, die vorzeitig ins Wochenende gehe. Tiguan, Touran und Tayron laufen laut Volkswagen auf zwei Produktionslinien weiter.In Emden hatte VW die Produktion bereits vorsorglich komplett gestoppt. Ein eigentlich für Ende Januar in Emden geplanter Ruhetag sei auf diesen Freitag vorgezogen worden. Der Standort hat mehr als 8000 Mitarbeiter. (dpa)
Wetterdienst erwartet bis zum Abend im Norden und Osten ergiebige Schneefälle
Bis zum Abend erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) weiter teils kräftige Schneefälle und schwierige Verkehrsverhältnisse. Von der Nordsee bis in den Osten Deutschlands falle verbreitet Schnee, örtlich auch intensiv.„Teilweise kommen zwei bis drei Zentimeter Neuschnee pro Stunde zusammen“, sagte ein DWD-Meteorologe. „Also da ist ganz ordentlicher Neuschneezuwachs.“ Im Laufe des Nachmittags lasse der Schneefall zwar etwas nach, halte regional aber an. (dpa)
Flugverkehr läuft weitgehend normal
Das Winterwetter hat zunächst keine größeren Auswirkungen auf den Betrieb am Frankfurter Flughafen. Am Morgen gab es keine Einschränkungen bei Starts und Landungen, teilte Fraport mit. Am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) läuft der Flugverkehr trotz des angekündigten Schneefalls ebenfalls. „Wir haben kompletten Normalbetrieb“, sagte ein Sprecher des Flughafens am Morgen.DWD erwartet Sonntag „Wintertag wie aus dem Bilderbuch“
Sturmtief „Elli“ löst sich am Wochenende langsam auf. Am Samstag schneit es – diesmal eher im Süden als im Norden. Am Sonntag erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) „einen Wintertag wie aus dem Bilderbuch“. Aber am Montag droht schon neuer Ärger.
„Am Samstag verlagern sich die Schneefälle in die Südhälfte“, sagt DWD-Meteorologe Marcel Schmid. Vor allem in den Staulagen der Mittelgebirge und im Allgäu schneit es teils heftig, mehr als 30 Zentimeter Neuschnee sind drin. Auch in tieferen Lagen können zehn Zentimeter zusammenkommen.
„Im Norden und Osten kehrt, abgesehen von vereinzelten Schneeschauern, Ruhe ein“, so der Meteorologe. Positive Temperaturen werden nur noch südlich des Mains gemessen, aber auch dort fallen die Temperaturen im Tagesverlauf in den Frostbereich. „In der Nacht wird es knackig kalt.“ Wo Schnee liegt, rechnet der DWD mit minus zehn Grad.
„Der Sonntag ist dann oftmals ein Wintertag wie aus dem Bilderbuch“, sagt der Meteorologe. „Bei zeitweiligem Sonnenschein lohnt sich ein Winterspaziergang durch die frisch verschneite Landschaft.“ Allerdings sollte man sich warm anziehen, denn verbreitet herrscht weiter Dauerfrost.
„Zum Start in die neue Woche droht dann aus Westen neues Ungemach in Form von gefrierendem Regen“, sagt der DWD voraus. „Im Anschluss deutet sich dann eine Milderung an, wobei abgewartet werden muss, wie weit diese nach Nordosten vorankommt.“ (dpa)
Zwei Tote bei Frontalzusammenstoß in Bayern
Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Autos sind in Niederbayern zwei Menschen ums Leben gekommen. Wie ein Polizeisprecher sagte, war eines der Autos auf einer Staatsstraße bei Reisbach ins Schleudern geraten – vermutlich wegen des Winterwetters. Das Fahrzeug geriet daraufhin auf die Gegenfahrbahn. Es kam zum Zusammenstoß mit dem entgegenkommenden Auto.Starker Wind macht Wintersport im Harz nicht überall möglich
Im Harz gibt es eine Menge Neuschnee. Doch nicht überall können ihn Wintersportlerinnen und -sportler nutzen, berichtet der NDR. Denn einige Skigebiete haben geschlossen. So läuft wegen des starken Windes auf dem Wurmberg kein einziger Lift, wie die Betreiber mitteilten. Auch am Sonnenberg in Sankt Andreasberg sowie am Rodellift in Torfhaus werde der Betrieb eingestellt, hieß es demnach.
Mehrere Autobahnen in Hessen durch festgefahrene Lastwagen blockiert
Die winterlichen Straßenverhältnisse sorgen für erhebliche Behinderungen auf den Autobahnen in Osthessen. In der Region sind laut Polizeipräsidium drei Autobahnen in beide Richtungen blockiert: die A7, die A4 und die A5. Grund sind nach Angaben eines Sprechers festgefahrene und querstehende Lastwagen.Die A4 ist zwischen Kirchheimer Dreieck und Friedewald (Kreis Hersfeld-Rotenburg) blockiert, die A5 vom Hattenbacher Dreieck bis Alsfeld Ost (Vogelsbergkreis), die A7 zwischen Homberg und Bad Hersfeld.
„Das Problem ist der Schwerlastverkehr“, sagte der Sprecher. Lkw-Fahrer werden aufgefordert, die Autobahnen zu verlassen und Rastplätze anzufahren. Räumfahrzeuge und das Technische Hilfswerk sind im Einsatz. (dpa)
380.000 Haushalte in Frankreich nach Sturm „Goretti“ ohne Strom
In Frankreich sind rund 380.000 Haushalte ohne Strom, nachdem Sturm „Goretti“ in der Nacht mit Geschwindigkeiten von örtlich bis zu 200 Kilometern pro Stunde über den Nordwesten des Landes gezogen ist. Trotz vieler umgestürzter Bäume und Behinderungen wurden nach vorläufiger Bilanz des Innenministeriums lediglich sechs Menschen leicht verletzt, wie Medien berichteten. In der Bretagne brachen in der Nacht 10 bis 13 Meter hohe Wellen über einige Küstenabschnitte herein.
In Nordfrankreich sollten am Freitag bis auf wenige Ausnahmen keine Züge fahren. In der Normandie und der Bretagne sollte der Bahnverkehr am Nachmittag wieder anlaufen. Behinderungen gab es auch im Großraum Paris sowie im Elsass und in Lothringen.
In den Departements Manche und Seine-Maritime bleiben die Schulen geschlossen. Die Behörden hatten eindringlich vor den Gefahren des Sturms gewarnt und die Menschen aufgerufen, sich möglichst in ihren Wohnungen aufzuhalten. Inzwischen ist der Sturm wieder abgeflaut. (dpa)
Sperrungen auf der A1 und A2 in NRW
Ab 9 Uhr wird die A1 zwischen Nettersheim und Wißkirchen in Richtung Euskirchen bis zum Nachmittag gesperrt, allerdings nicht wegen des Wetters. Laut WDR-Verkehrsstudio wird dort für etwa sechs Stunden ein Lkw geborgen. Es handelt sich um einen Getränkelaster, an dem ein Reifen geplatzt ist. Kurz hinter Hannover ist aktuell die A2 Richtung Dortmund gesperrt. Da steht offenbar ein Lkw quer und hat Feuer gefangen.
Deutsche Bahn erwartet Entspannung am Samstag
Die Deutsche Bahn rechnet nach den aktuellen Unwettern durch Sturmtief „Elli“ ab Samstag mit einer Entspannung im Zugverkehr. Eine generelle Reisewarnung gebe es derzeit nicht, sagte Bahnsprecher Achim Stauß im „ZDF-Morgenmagazin“. Sicherheit habe für die Bahn weiterhin oberste Priorität. „Wir wollen natürlich auch nicht in unsicheren Situationen Züge auf die Strecke schicken, die dann vielleicht das Ziel nicht erreichen oder nicht wieder zurückfahren können“, sagte der Bahnsprecher. Da sei es besser, den Zug am Bahnhof zurückzuhalten.Bis dahin komme es vor allem auf Strecken in Richtung Norden weiter zu Einschränkungen, unter anderem an die Nordsee sowie nach Kiel, Rostock und Rügen. Als Vorsichtsmaßnahme habe die Bahn dort bereits rund die Hälfte der Züge aus dem Verkehr genommen, um nach Abklingen der Wetterlage schneller wieder einen stabilen Betrieb aufnehmen zu können. Fahrgäste würden darüber rechtzeitig über die Auskunftssysteme informiert.
Probleme in den Zügen selbst, zum Beispiel bei Heizung, Toiletten oder Bordgastronomie, erwartet die Bahn nach eigenen Angaben eher weniger. Die Fahrzeuge würden vorgeheizt, auch Werkstätten seien entsprechend vorbereitet, sagte Stauß. Schwierig könne es erst dann werden, wenn es durch Eisbildung an Oberleitungen zu Stromausfällen komme. Sicherheit habe in solchen Fällen Vorrang, weshalb Züge teils vorsorglich gar nicht erst auf die Strecke geschickt würden.
Die Bahn senkte aufgrund der Wetterlage auch die Höchstgeschwindigkeit auf mehreren ICE-Schnelltrassen, darunter zwischen Frankfurt am Main und Köln sowie Berlin und Wolfsburg. „Dadurch kann es zu Verspätungen und Anschlussverlusten kommen“, erklärte der Konzern am Freitag. Reisende sollten prüfen, ob sie ihre Fahrten gegebenenfalls verschieben könnten. (dpa, AFP)
Lagezentren beschreiben Lage auf Straßen als insgesamt ruhig
Wie viel Schnee wird es nun? Das sagt der Deutsche Wetterdienst
Winter-Sturmtief „Elli“ ist angekommen – und so viel soll es laut neuester Prognose schneien: Den meisten Schnee erwartet der Deutsche Wetterdienst für die sogenannten Staulagen der Mittelgebirge. An den Seiten der Berge, die dem Wind zugewandt sind, können 20 Zentimeter Neuschnee fallen, wie die Meteorologen in Offenbach am Morgen prognostizierten.
Ansonsten fallen laut Vorhersage bis zum frühen Nachmittag zwischen 5 und 10 Zentimeter, „regional um die 15 Zentimeter in einem Streifen von Ostbayern über die Mitte und die Norddeutsche Tiefebene bis zum Emsland“. Und: „Ein Großteil des Schnees fällt dabei innerhalb von drei bis 6 Stunden – gebietsweise Unwetter!“, heißt es im Wetterbericht von 5.00 Uhr. Am Nachmittag und Abend sollen die Schneefälle dann allmählich nachlassen, dann werden nur noch wenige Zentimeter Neuschnee erwartet.
Doch weil es in einem Streifen vom Nordwesten über den Norden bis in den Osten Deutschlands stürmt, kann es regional zu unwetterartigen Schneeverwehungen kommen – erst in der Nacht auf Samstag soll der Sturm langsam nachlassen. (dpa)
Etwa zwei Dutzend Lastwagen stecken auf der A7 fest
Etwa zwei Dutzend Lastwagen haben sich auf der schneebedeckten Autobahn 7 im Landkreis Bad Kissingen in Bayern festgefahren. Wie ein Polizeisprecher sagte, rückte in der Nacht zum Freitag unter anderem das Technische Hilfswerk (THW) aus. Mit der Hilfe vom THW wurden die Lastkraftwagen angezogen - bis sie von selbst aus weiterfahren konnten.
Grund für den Einsatz bei Oberthulba sei Neuschnee gewesen, hieß es. Die Autobahnmeisterei sei gekommen und habe den Schnee geräumt. Dafür sei die A7 zeitweise gesperrt worden. Zum morgendlichen Berufsverkehr war die Fahrbahn wieder freigegeben worden. (dpa)
Auto versinkt in eisigem Wasser
Eine Rutschpartie mit Vaters Auto auf schneeglatter Straße endete in Bayern für einen 18-Jährigen und seinen Freund in eisigem Wasser. Er hatte mit dem Wagen auf eine Brücke einbiegen wollen, wie die Polizei mitteilte. Doch auf der glatten Fahrbahn verlor er die Kontrolle über das Fahrzeug, das geradeaus zwischen der Brücke und einem Baum den Abhang hinunter schoss und im eisigen Wasser der Günz landete.
Das Fahrzeug habe sofort zu sinken begonnen, erläuterten die Beamten. Doch der ebenfalls 18-jährige Beifahrer reagierte schnell: Er konnte noch rechtzeitig die Beifahrertüre öffnen, so dass die beiden das sinkende Auto verlassen konnten. Sie schwammen an das wenige Meter entfernte Flussufer und konnten sich zwar unterkühlt, ansonsten aber unverletzt in Sicherheit bringen.
Der Wagen sank den Angaben nach jedoch komplett auf den Grund des etwa vier Meter tiefen Gewässers im schwäbischen Ichenhausen bei Günzburg. An der Bergung waren demnach neben Feuerwehrleuten auch Helfer des DLRG beteiligt. Wegen des schwierigen Geländes hätten speziell ausgebildete Taucher helfen müssen. An dem Wagen entstand nach ersten Schätzungen ein wirtschaftlicher Totalschaden. (dpa)
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