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„Gefahr noch nicht vorbei“: Wetterdienst und Verkehrsminister Schnieder warnen vor Glatteis
Schulen in ganz NRW bleiben auch am Montag geschlossen + Konzernchefin Palla verteidigt Krisenmanagement der Bahn + Hohe Lawinengefahr von den Allgäuer Alpen bis Frankreich gemeldet + Der Newsblog.
Stand:
Viel Schnee, starker Wind und Glatteis: Am Freitag legte der Wintersturm „Elli“ Teile des Lebens im Norden Deutschlands lahm. Auch am Wochenende ist es frostig. Alle wichtigen Meldungen hier.
Warnungen vor Glatteis in weiten Teilen Deutschlands – Schnieder mahnt zu Vorsicht
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Glatteis in weiten Teilen Deutschlands. Am Montag drohe in mehreren Bundesländern Glatteisbildung durch gefrierenden Regen, teilte der DWD am Sonntag mit. Betroffen seien Teile von Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) mahnte Autofahrer und Fußgänger zu weiterer Vorsicht. Nach Sturmtief „Elli“ sei „die Gefahr noch nicht ganz vorbei“, sagte er der „Bild“-Zeitung. „Jetzt werden wir Tauwetter haben. Es wird Regen fallen auf gefrorenen Boden.“ Es könne daher am Montag und Dienstag auch „zu gefährlichem Glatteis kommen“.
„Elli“ war am Freitag auf Deutschland getroffen, Sturm und teils starke Schneefälle sorgten für massive Beeinträchtigungen. Der Bahnverkehr in Norddeutschland war erheblich gestört. Behörden und Verkehrsunternehmen riefen die Menschen dazu auf, möglichst zu Hause zu bleiben. Es galten Unwetterwarnungen, in mehreren Bundesländern fiel die Schule aus. (AFP)
Blitzeis-Gefahr: Bremen setzt auf Distanzunterricht
Wegen Blitzeis-Gefahr fällt der reguläre Schulunterricht im Bundesland Bremen am Montag aus. Das teilte die Sprecherin des Bildungsressorts mit. Schülerinnen und Schüler bekommen demnach Distanzunterricht. Das bedeutet, dass die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu Hause lernen – angeleitet von ihren Lehrkräften. „Ziel ist es, Risiken auf den Schulwegen zu vermeiden und die Sicherheit von Schülerinnen und Schülern sowie Beschäftigten zu gewährleisten“, so die Sprecherin.
Der Distanzunterricht gilt demnach in der Stadt Bremen für alle öffentlichen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen sowie für Schulen in freier Trägerschaft. Auch in Bremerhaven wird auf Distanz unterrichtet.
Für Schülerinnen und Schüler, die nicht zu Hause betreut werden können, wird an den allgemeinbildenden Schulen eine Notbetreuung organisiert. Die Schulen informieren die Erziehungsberechtigten über die Abläufe. Schulbusse fahren am Montag nicht.
Auch in Niedersachsen fällt am Montag der reguläre Unterricht wegen der Warnung vor extremer Glätte aus. Bereits am Freitag hatten die Schülerinnen und Schüler in den beiden Bundesländern keinen regulären Unterricht - wegen heftigen Schneefalls und der Warnung vor Sturm und Schneeverwehungen. (dpa)
Schulen in ganz NRW bleiben geschlossen
Wegen der Gefahr von starkem Glatteis auf den Straßen gehen die Schulen in Nordrhein-Westfalen am Montag landesweit in Distanzunterricht. In den Schulen werde lediglich eine Notbetreuung angeboten, teilte die Landesregierung mit. (dpa)
Konzernchefin Palla verteidigt Krisenmanagement der Bahn
Zahlreiche Unfälle – meist nur Leichtverletzte und Blechschäden
Die Wetterlage hat sich nach dem Sturmtief weitgehend beruhigt, die Polizei registrierte bundesweit am Wochenende zahlreiche Unfälle auf glatten und schneebedeckten Straßen, vielerorts waren Räumdienste im Einsatz. In den meisten Fällen blieb es demnach aber bei leichteren Verletzungen oder Blechschäden. Es gab aber auch vereinzelt schwere Unfälle. Bei Korbach in Hessen geriet am Samstag ein 27-Jähriger auf glatter Fahrbahn ins Schleudern und prallte in ein entgegenkommendes Auto. Er starb, die Fahrerin des entgegenkommenden Autos wurde verletzt. (dpa)Deutscher Wetterdienst hebt alle Unwetterwarnungen wegen massiven Schneefalls auf
Nach massivem Schneefall durch Wintersturm „Elli“ in weiten Teilen des Landes hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) alle bestehenden Unwetterwarnungen aufgehoben. Es werde jedoch weiterhin vor leichten bis mäßigen Schneefällen in Süddeutschland sowie in Sachsen gewarnt, teilte der DWD am späten Samstagabend mit. Die Schneefälle hätten sich soweit abgeschwächt. Unwetterwarnungen seien nicht mehr notwendig. (dpa)Fernverkehr im Norden auf allen Hauptstrecken angelaufen – reduziertes Angebot
Der wetterbedingt teils ausgesetzte Fernverkehr der Bahn in Norddeutschland ist nach Unternehmensangaben auf allen Hauptstrecken wieder angelaufen. Allerdings sei weiterhin nur ein reduziertes Angebot möglich, und es könne noch zu Ausfällen kommen, teilte die Deutsche Bahn am Sonntagvormittag mit.
Hohe Lawinengefahr von den Allgäuer Alpen bis Frankreich
Nach den jüngsten Schneefällen ist die Lawinengefahr in den Alpen gestiegen. Von den Allgäuer Alpen in Bayern bis zu den französischen Alpen wurde für Sonntag vielerorts große Lawinengefahr ausgerufen – die vierte von fünf Warnstufen.
Laut dem Lawinenwarndienst Bayern herrscht in den Allgäuer Alpen oberhalb der Waldgrenze große Gefahr. Darunter besteht erhebliche Gefahr (Stufe 3). Das Hauptproblem sei der sogenannte Triebschnee. Dabei handele es sich um spröde Schneemassen, die vom Wind verfrachtet wurden, hieß es. Lawinen könnten schon bei geringer Belastung oder sogar ohne menschliche Einwirkung abgehen.
Gefahrenstellen selbst für erfahrene Sportler kaum erkennbar
In Österreich müsse auch im Westen Tirols und in Vorarlberg mit solchen spontanen Lawinen gerechnet werden, hieß es von den Warndiensten des Alpenlandes. „Die Gefahrenstellen sind zahlreich und auch für Geübte kaum zu erkennen“, so die Tiroler Fachleute, die wie ihre bayerischen Kollegen vor großen Lawinen warnten. „Große Vorsicht und Zurückhaltung sind nötig“, hieß es.
Die aktuellen Gefahrenkarten zeigen auch vom Osten bis zum französischsprachigen Westen der Schweiz und weit nach Frankreich hinein ein rotes Band mit hoher Risikostufe. Für Skiwanderer und andere Tiefschnee-Wintersportler seien die Verhältnisse im ungesicherten Gelände abseits der Pisten „sehr kritisch“, hieß es vom Schweizer Warndienst SLF.
Die Lawinenlageberichte dient nicht nur Bewohnern alpiner Gebiete, sondern vor allem auch Wintersportlern wie Skitourengehern zur Einschätzung der weißen Gefahr. Er hat fünf Stufen, die von gering über mäßig und erheblich bis zu groß und sehr groß reichen. Auch bei den zwei untersten Stufen ist Vorsicht geboten: Mehr als ein Drittel aller Lawinentoten ist diesen Risikolagen zuzurechnen. (dpa)
Fernverkehr der Bahn im Norden bis Sonntag stark eingeschränkt
Wegen des Wintereinbruchs fällt der Bahnverkehr auf mehreren wichtigen norddeutschen Fernverkehrsstrecken noch bis voraussichtlich Sonntag aus. Betroffen sind unter anderem die wichtige Nord-Süd-Strecke von Hamburg über Hannover nach Frankfurt sowie die Ost-West-Verbindung Berlin-Hannover-Ruhrgebiet, wie das Unternehmen auf seiner Website mitteilte.Minus 12 Grad in Coschen in Brandenburg – bundesweit niedrigste Messung
Im Südosten Brandenburgs haben die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in der Nacht zum Samstag bundesweit die niedrigste Temperatur gemessen. Mit Ausnahme des Brockens und der Zugspitze sei der Tiefstwert in Coschen (Landkreis Oder-Spree) an der Grenze zu Polen mit minus 12,1 Grad Celsius festgestellt worden, hieß es vom DWD. Die Temperatur wurde am frühen Morgen erreicht. (dpa)Norderney nach „Elli“
Nach dem Schnee droht Glatteis
Bauernverbände: Ernte kann von Schnee und Frost profitieren
Schnee zieht nach Süden – Fernverkehr der Bahn soll anlaufen
Vorsichtiges Aufatmen im Norden – dafür Schneefall von der Mitte bis in den Süden Deutschlands. Laut Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) liegt die Schneefallgrenze in der Südhälfte bei 300 bis 500 Metern. Bis in die Morgenstunden sollen ein bis fünf Zentimeter Neuschnee hinzukommen. Der Norden Deutschlands hat noch mit den Auswirkungen von Schnee und Schneeverwehungen zu kämpfen. Am Morgen will die Deutsche Bahn den Fernverkehr im Norden wieder aufnehmen – er ruht wegen des Unwetters seit Freitag.
Hape Kerkeling schafft es nicht in Talkshow
Schauspieler und Komiker Hape Kerkeling war im Fernsehen - aber nicht so, wie er es selbst erwartet hatte. Er konnte wegen des Winterwetters nicht mit dem Flugzeug in Hamburg landen, um in der NDR Talk Show mit Barbara Schöneberger und Bettina Tietjen aufzutreten.„Dann steigen wir in die Maschine und der Kapitän sagt, meine Damen und Herren, es ist nicht ganz sicher, ob wir in Hamburg landen werden“, erzählte Kerkeling schließlich per Videoschalte in der NRD Talk Show. Trotzdem wollte der Pilot es versuchen und eine „Wetterlücke“ treffen - was aber nicht gelang. Also kehrte das Flugzeug um und es ging für Kerkeling zurück nach München, sagte der Komiker in seiner amüsanten Art.
„Es tut mir in der Seele weh“, sagte er zu Beginn des Gesprächs darüber, dass er es nicht ins Hamburger Studio geschafft habe. Später ergänzte er, er habe ein Pflichtbewusstsein, einen zugesagten Termin wahrzunehmen, und fühle sich schuldig, es nicht geschafft zu haben.
Das Winterwetter habe der Sendung „übel mitgespielt“, sagte Moderatorin Barbara Schöneberger. „Wir mussten nahezu all unsere Gäste neu finden, weil die meisten den Weg nach Hamburg nicht finden konnte.“ (dpa)
Zwei Stadtbahnen in Hannover entgleisen nach Schneefall
In Hannover sind am späten Nachmittag zwei Stadtbahnen der Üstra unabhängig voneinander entgleist. Ursache seien festgedrückter Schnee und Eis im Gleisbereich gewesen, sagte Heiko Rehberg, Sprecher des zuständigen Verkehrsunternehmens Üstra. Zuerst hatte der NDR berichtet.Die Unfälle ereigneten sich in den Stadtteilen Bothfeld und Döhren. Ein Fahrer wurde dabei verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Fahrgäste waren nach Angaben des Unternehmens nicht betroffen, da die Bahnen ohne Passagiere auf dem Weg zu Betriebshöfen waren. Zuvor hatte die Üstra den Verkehr auf oberirdischen Streckenabschnitten eingestellt.
„Das zeigt, dass es absolut richtig war, nur noch in den Tunnelbereichen Bahnen fahren zu lassen“, sagte Rehberg. Im Laufe des Samstags will die Üstra demnach prüfen, ob der Verkehr auf einzelnen oberirdischen Abschnitten schrittweise wieder aufgenommen werden kann. (dpa)
Der meiste Schnee im Norden ist durch
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet für Norddeutschland nicht mehr mit großem Schneefall. In Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern könne es zwar im Laufe des Samstags noch einzelne Schneeschauer von der Ostsee her geben. Mit Blick auf die Schneemengen sei aber nichts Großartiges mehr zu erwarten, sagte der Meteorologe vom Dienst, Christian Paulmann. Allerdings stünden vor allem im Nordosten Tage mit strengem Frost bevor.
In Hamburg liege auf freien und ungeräumten Flächen inzwischen eine Schneedecke bis zu fünf Zentimetern. Die Menge des Neuschnees sei dabei aber schwer zu messen, weil er leicht verdrifte. Allerdings sei die gesamte Situation mit dem stürmischen Schneewinter von 1978/79 überhaupt nicht zu vergleichen - weder mit Blick auf die Schneemengen noch bei den Windgeschwindigkeiten. (dpa)
Überflutungen in Flensburg
Am Flensburger Hafen ist die Ostsee über die Kaikante getreten. Das berichtet der NDR. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erwarte in der Nacht noch Pegelstände von bis zu 1,45 Meter über Normalhöhennull. (Tsp)Kreuzfahrtschiff kehrt vorzeitig zurück
Ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Aida ist wegen des Sturmtiefs „Elli“ vorzeitig nach Hamburg zurückgekehrt. Das Schiff kam am frühen Freitagmorgen im Hamburger Hafen an, wie die Rostocker Kreuzfahrtreederei Aida mitteilte. Ursprünglich hätte es am Samstagmorgen Hamburg erreichen sollen. Zunächst hatten mehrere Medien berichtet.
Nach Reedereiangaben hätte die „Aidanova“ am Donnerstag eigentlich die englische Hafenstadt Southampton anlaufen sollen. Der Stopp entfiel, und das Schiff begab sich am Mittwochabend ab Cherbourg in Nordfrankreich direkt auf Fahrt nach Hamburg.
Aida teilte mit, die Gäste könnten in Hamburg auf dem Schiff bleiben. Die Reise ende offiziell wie geplant am Samstag. Wie viele Gäste mit dem Schiff unterwegs waren, geht aus der Antwort des Unternehmens nicht hervor. (dpa)
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