
© dpa/Frank Rumpenhorst
Nach starken Schneefällen: Hohe Lawinengefahr von den Allgäuer Alpen bis Frankreich gemeldet
Fernverkehr der Bahn im Norden bis Sonntag stark eingeschränkt + Nach Schnee droht Glatteis + Minus 12 Grad in Coschen in Brandenburg – bundesweit niedrigste Messung + Der Newsblog.
Stand:
Viel Schnee, starker Wind und Glatteis: Am Freitag legte der Wintersturm „Elli“ Teile des Lebens im Norden Deutschlands lahm. Am Samstag soll der Schnee in den Süden weiterziehen, frostige Temperaturen werden erwartet. Alle wichtigen Meldungen hier.
Hohe Lawinengefahr von den Allgäuer Alpen bis Frankreich
Nach den jüngsten Schneefällen ist die Lawinengefahr in den Alpen gestiegen. Von den Allgäuer Alpen in Bayern bis zu den französischen Alpen wurde für Sonntag vielerorts große Lawinengefahr ausgerufen – die vierte von fünf Warnstufen.
Laut dem Lawinenwarndienst Bayern herrscht in den Allgäuer Alpen oberhalb der Waldgrenze große Gefahr. Darunter besteht erhebliche Gefahr (Stufe 3). Das Hauptproblem sei der sogenannte Triebschnee. Dabei handele es sich um spröde Schneemassen, die vom Wind verfrachtet wurden, hieß es. Lawinen könnten schon bei geringer Belastung oder sogar ohne menschliche Einwirkung abgehen.
Gefahrenstellen selbst für erfahrene Sportler kaum erkennbar
In Österreich müsse auch im Westen Tirols und in Vorarlberg mit solchen spontanen Lawinen gerechnet werden, hieß es von den Warndiensten des Alpenlandes. „Die Gefahrenstellen sind zahlreich und auch für Geübte kaum zu erkennen“, so die Tiroler Fachleute, die wie ihre bayerischen Kollegen vor großen Lawinen warnten. „Große Vorsicht und Zurückhaltung sind nötig“, hieß es.
Die aktuellen Gefahrenkarten zeigen auch vom Osten bis zum französischsprachigen Westen der Schweiz und weit nach Frankreich hinein ein rotes Band mit hoher Risikostufe. Für Skiwanderer und andere Tiefschnee-Wintersportler seien die Verhältnisse im ungesicherten Gelände abseits der Pisten „sehr kritisch“, hieß es vom Schweizer Warndienst SLF.
Die Lawinenlageberichte dient nicht nur Bewohnern alpiner Gebiete, sondern vor allem auch Wintersportlern wie Skitourengehern zur Einschätzung der weißen Gefahr. Er hat fünf Stufen, die von gering über mäßig und erheblich bis zu groß und sehr groß reichen. Auch bei den zwei untersten Stufen ist Vorsicht geboten: Mehr als ein Drittel aller Lawinentoten ist diesen Risikolagen zuzurechnen. (dpa)
Fernverkehr der Bahn im Norden bis Sonntag stark eingeschränkt
Wegen des Wintereinbruchs fällt der Bahnverkehr auf mehreren wichtigen norddeutschen Fernverkehrsstrecken noch bis voraussichtlich Sonntag aus. Betroffen sind unter anderem die wichtige Nord-Süd-Strecke von Hamburg über Hannover nach Frankfurt sowie die Ost-West-Verbindung Berlin-Hannover-Ruhrgebiet, wie das Unternehmen auf seiner Website mitteilte.Minus 12 Grad in Coschen in Brandenburg – bundesweit niedrigste Messung
Im Südosten Brandenburgs haben die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in der Nacht zum Samstag bundesweit die niedrigste Temperatur gemessen. Mit Ausnahme des Brockens und der Zugspitze sei der Tiefstwert in Coschen (Landkreis Oder-Spree) an der Grenze zu Polen mit minus 12,1 Grad Celsius festgestellt worden, hieß es vom DWD. Die Temperatur wurde am frühen Morgen erreicht. (dpa)Norderney nach „Elli“
Nach dem Schnee droht Glatteis
Bauernverbände: Ernte kann von Schnee und Frost profitieren
Schnee zieht nach Süden – Fernverkehr der Bahn soll anlaufen
Vorsichtiges Aufatmen im Norden – dafür Schneefall von der Mitte bis in den Süden Deutschlands. Laut Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) liegt die Schneefallgrenze in der Südhälfte bei 300 bis 500 Metern. Bis in die Morgenstunden sollen ein bis fünf Zentimeter Neuschnee hinzukommen. Der Norden Deutschlands hat noch mit den Auswirkungen von Schnee und Schneeverwehungen zu kämpfen. Am Morgen will die Deutsche Bahn den Fernverkehr im Norden wieder aufnehmen – er ruht wegen des Unwetters seit Freitag.
Hape Kerkeling schafft es nicht in Talkshow
Schauspieler und Komiker Hape Kerkeling war im Fernsehen - aber nicht so, wie er es selbst erwartet hatte. Er konnte wegen des Winterwetters nicht mit dem Flugzeug in Hamburg landen, um in der NDR Talk Show mit Barbara Schöneberger und Bettina Tietjen aufzutreten.„Dann steigen wir in die Maschine und der Kapitän sagt, meine Damen und Herren, es ist nicht ganz sicher, ob wir in Hamburg landen werden“, erzählte Kerkeling schließlich per Videoschalte in der NRD Talk Show. Trotzdem wollte der Pilot es versuchen und eine „Wetterlücke“ treffen - was aber nicht gelang. Also kehrte das Flugzeug um und es ging für Kerkeling zurück nach München, sagte der Komiker in seiner amüsanten Art.
„Es tut mir in der Seele weh“, sagte er zu Beginn des Gesprächs darüber, dass er es nicht ins Hamburger Studio geschafft habe. Später ergänzte er, er habe ein Pflichtbewusstsein, einen zugesagten Termin wahrzunehmen, und fühle sich schuldig, es nicht geschafft zu haben.
Das Winterwetter habe der Sendung „übel mitgespielt“, sagte Moderatorin Barbara Schöneberger. „Wir mussten nahezu all unsere Gäste neu finden, weil die meisten den Weg nach Hamburg nicht finden konnte.“ (dpa)
Zwei Stadtbahnen in Hannover entgleisen nach Schneefall
In Hannover sind am späten Nachmittag zwei Stadtbahnen der Üstra unabhängig voneinander entgleist. Ursache seien festgedrückter Schnee und Eis im Gleisbereich gewesen, sagte Heiko Rehberg, Sprecher des zuständigen Verkehrsunternehmens Üstra. Zuerst hatte der NDR berichtet.Die Unfälle ereigneten sich in den Stadtteilen Bothfeld und Döhren. Ein Fahrer wurde dabei verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Fahrgäste waren nach Angaben des Unternehmens nicht betroffen, da die Bahnen ohne Passagiere auf dem Weg zu Betriebshöfen waren. Zuvor hatte die Üstra den Verkehr auf oberirdischen Streckenabschnitten eingestellt.
„Das zeigt, dass es absolut richtig war, nur noch in den Tunnelbereichen Bahnen fahren zu lassen“, sagte Rehberg. Im Laufe des Samstags will die Üstra demnach prüfen, ob der Verkehr auf einzelnen oberirdischen Abschnitten schrittweise wieder aufgenommen werden kann. (dpa)
Der meiste Schnee im Norden ist durch
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet für Norddeutschland nicht mehr mit großem Schneefall. In Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern könne es zwar im Laufe des Samstags noch einzelne Schneeschauer von der Ostsee her geben. Mit Blick auf die Schneemengen sei aber nichts Großartiges mehr zu erwarten, sagte der Meteorologe vom Dienst, Christian Paulmann. Allerdings stünden vor allem im Nordosten Tage mit strengem Frost bevor.
In Hamburg liege auf freien und ungeräumten Flächen inzwischen eine Schneedecke bis zu fünf Zentimetern. Die Menge des Neuschnees sei dabei aber schwer zu messen, weil er leicht verdrifte. Allerdings sei die gesamte Situation mit dem stürmischen Schneewinter von 1978/79 überhaupt nicht zu vergleichen - weder mit Blick auf die Schneemengen noch bei den Windgeschwindigkeiten. (dpa)
Überflutungen in Flensburg
Am Flensburger Hafen ist die Ostsee über die Kaikante getreten. Das berichtet der NDR. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erwarte in der Nacht noch Pegelstände von bis zu 1,45 Meter über Normalhöhennull. (Tsp)Kreuzfahrtschiff kehrt vorzeitig zurück
Ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Aida ist wegen des Sturmtiefs „Elli“ vorzeitig nach Hamburg zurückgekehrt. Das Schiff kam am frühen Freitagmorgen im Hamburger Hafen an, wie die Rostocker Kreuzfahrtreederei Aida mitteilte. Ursprünglich hätte es am Samstagmorgen Hamburg erreichen sollen. Zunächst hatten mehrere Medien berichtet.
Nach Reedereiangaben hätte die „Aidanova“ am Donnerstag eigentlich die englische Hafenstadt Southampton anlaufen sollen. Der Stopp entfiel, und das Schiff begab sich am Mittwochabend ab Cherbourg in Nordfrankreich direkt auf Fahrt nach Hamburg.
Aida teilte mit, die Gäste könnten in Hamburg auf dem Schiff bleiben. Die Reise ende offiziell wie geplant am Samstag. Wie viele Gäste mit dem Schiff unterwegs waren, geht aus der Antwort des Unternehmens nicht hervor. (dpa)
Bahn will Fernverkehr im Norden am Samstag schrittweise wieder aufnehmen
Die Deutsche Bahn will den wegen Unwetters eingestellten Fernverkehr in Norddeutschland am Samstagmorgen wieder schrittweise aufnehmen. Am Samstag sei trotzdem bundesweit noch mit Einschränkungen und Zugausfällen zu rechnen, teilte das Unternehmen mit.
In den betroffenen Regionen im Norden hatten laut Bahn insbesondere Schneeverwehungen für erhebliche Beeinträchtigungen gesorgt. Die Bahn bittet alle Reisenden, sich vor Fahrtantritt in der App DB Navigator und auf der Internetseite der Bahn über die aktuelle Verkehrslage zu informieren. (dpa)
Weiteres Bundesliga-Spiel fällt aus
In der Fußball-Bundesliga fällt an diesem Samstag auch das Spiel zwischen Werder Bremen und 1899 Hoffenheim fällt aus. Die Partie kann wegen des starken Schneefalls und des Sturmtiefs Elli nicht stattfinden, teilten die Bremer und die Deutsche Fußball Liga mit.
„Grund für die Absage ist eine erhebliche Glättebildung in den Umläufen, Zuschauerbereichen und Verkehrsflächen im Weserstadion sowie erhebliche Schneeverwehungen in weiten Teilen des Stadionareals“, hieß es in einer Werder-Mitteilung. „Daraus ergeben sich eingeschränkte Zugänge und die dadurch nicht sichere Nutzung von Rettungs- und Fluchtwegen.“
Ein Nachholtermin wird nach Angeben der DFL „zeitnah“ bekanntgegeben. Zuvor war bereits das Spiel zwischen dem FC St. Pauli und RB Leipzig abgesagt worden. (dpa)
Sturmflut in Schleswig-Holstein erwartet
Prognosen sagen für Flensburg eine Sturmflut voraus. Das berichtet der NDR. Demnach werde der Höhepunkt gegen Mitternacht erwartet. Einem Reporter zufolge sei das Wasser am Hafen in den vergangenen Stunden schneller gestiegen als erwartet. Pumpen sollen das Wasser umleiten. Mittag hatte die Feuerwehr dem NDR zufolge Sandsäcke verteilt. Der Ostwind drücke das Wasser in die Flensburger Förde hinein.
VW sagt Golf-Spätschicht in Wolfsburg ab
Das Sturmtief Elli bremst bei VW nun auch in Wolfsburg die Produktion: Weil wegen verschneiter Straßen nicht genug Teile von den Zulieferern ankommen, ist im Stammwerk eine der drei geplanten Spätschichten abgesagt worden. Betroffen sei ausschließlich die Golf-Fertigung, die vorzeitig ins Wochenende gehe. Tiguan, Touran und Tayron laufen laut Volkswagen auf zwei Produktionslinien weiter.In Emden hatte VW die Produktion bereits vorsorglich komplett gestoppt. Ein eigentlich für Ende Januar in Emden geplanter Ruhetag sei auf diesen Freitag vorgezogen worden. Der Standort hat mehr als 8000 Mitarbeiter. (dpa)
Wetterdienst erwartet bis zum Abend im Norden und Osten ergiebige Schneefälle
Bis zum Abend erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) weiter teils kräftige Schneefälle und schwierige Verkehrsverhältnisse. Von der Nordsee bis in den Osten Deutschlands falle verbreitet Schnee, örtlich auch intensiv.„Teilweise kommen zwei bis drei Zentimeter Neuschnee pro Stunde zusammen“, sagte ein DWD-Meteorologe. „Also da ist ganz ordentlicher Neuschneezuwachs.“ Im Laufe des Nachmittags lasse der Schneefall zwar etwas nach, halte regional aber an. (dpa)
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