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Abschied im "Tatort": Kommissarin Martina Bönisch (Anna Schudt) stellt mit gezogener Waffe einen Verdächtigen.
© WDR/Bavaria Fiction GmbH/Thomas
Update

Spektakuläres Ende im Dortmund-„Tatort“: Wie es nach Anna Schudts Ausstieg weitergeht  

Selten hat das Ende eines „Tatort“ so überrascht wie am Sonntagabend. Kommissarin Martina Bönisch wird erschossen. Anna Schudt verlässt den populären TV-Krimi.

Man traute seinen Augen kaum - ein Schock und ein Moment der Trauer beim „Tatort“ am Sonntagabend: Nachdem am Ende der Folge „Liebe mich“ die Dortmunder Kommissarin Martina Bönisch überraschend erschossen worden war, setzte beim Abspann Klaus Doldingers Titelmusik erst nach einigen Sekunden ein.

Das Innehalten ist nachvollziehbar Mit Emmy-Preisträgerin Anna Schudt, 47, verliert die ARD eine der profiliertesten Schauspielerinnen für ihre Krimireihe.

Umso verwunderlicher das Schweigen vorher. Ihren Ausstieg hatten sowohl Schudt selbst als auch der verantwortliche Sender WDR nicht öffentlich angekündigt (anders der NDR beim "Polizeiruf"-Ausstieg von Charly Hübner im Januar).

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Die Statements waren vorbereitet. Nach 22 Einsätzen sei es nun an der Zeit, Lebewohl zu sagen, wird Anna Schudt in einer WDR-Mitteilung zitiert. „Für mich entsteht damit Raum für Neues, auf das ich mich sehr freue.“ Der Abschied sei ihr „sehr schwer gefallen“.

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Alexander Bickel, Leiter des WDR-Programmbereichs Fiktion, verabschiedet sie „schweren Herzens, aber in großer Verbundenheit“. Schudt bleibe untrennbar mit dem „Tatort“ verbunden. „Nicht zuletzt als Bindeglied und positiv treibende Kraft im Team, auch jenseits der 90 Minuten Tatort.“

„Natürlich wird es Auswirkungen haben.“

Und wie geht es weiter? „Nach dem Tod von Martina Bönisch werden Faber, Herzog und Pawlak zunächst zu dritt ermitteln“, teilt WDR-Redakteur Frank Tönsmann mit.

Wie Kommissar Faber mit dem Tod von Martina Bönisch - beide waren sich gerade erst näher gekommen - umgehe, „möchte ich nicht vorweg nehmen“, sagt Tönsmann.

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Natürlich werde es Auswirkungen haben. Jörg Hartmanns Engagement sei jedoch so groß wie eh und je. „Ich kann versichern, dass der Charakter Peter Faber integraler Bestandteil des Tatort Dortmund ist und bleiben wird.“

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Jörg Hartmann ist damit der letzte, der aus der ursprünglichen Besetzung des seit 2012 ausgestrahlten Dortmunder „Tatorts“ übrig geblieben ist. Vor Anna Schudt waren bereits Stefan Konarske (2017) und Aylin Tezel (2020) ausgestiegen.

Anna Schudts Kalender dürfte weiter gut gefüllt sein. Zuletzt glänzte die Schauspielerin und International-Emmy-Preisträgerin (für ihre Rolle als Gaby Köster im TV-Film "Ein Schnupfen hätte auch gereicht") in den ARD-Serien „Kranitz“ und „Ein Hauch von Amerika“.

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Die ARD muss sich schon einige Fragen stellen lassen. Der "Tatort" wird mit Anna Schudts Abgang sicher nicht eingestellt. Aber die Strahlkraft des populären Vorzeige-Krimis am Sonntagabend mit seinen regelmäßig acht bis neun Millionen Zuschauern scheint für seine Hauptdarstellern zumindest dahin. Einige älter gediente TV-Kommissare (die Teams aus Münster, München, Ludwigshafen) halten seit Jahrzehnten fest an diesem Job, immer mehr andere suchen neue Ufer.

Mit Charly Hübner aus dem Rostocker „Polizeiruf 110“ hatte die ARD in diesem Jahr bereits einen populären Schauspieler am Krimi-Sonntag verloren. Demnächst wird auch der letzte Berliner „Tatort“ mit Meret Becker als Kommissarin Nina Rubin ausgestrahlt. Und die Zukunft des Weimarer „Tatorts“ ist nach dem Abgang von Christian Ulmen und Nora Tschirner weiterhin ungewiss. Man darf gespannt sein, welcher TV-Kommissar, welche TV-Kommissarin als nächstes geht. Und auf welche dramatische Weise.

Die Zuschauer am Sonntagabend schienen das Drama geahnt zu haben: Die spektakulär endende „Tatort“-Folge im Ersten war die mit Abstand erfolgreichste Sendung. 9,70 Millionen schalteten diese ungewöhnlichen Krimi ein (Marktanteil: 29,1 Prozent).

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