Mit Geld vom Alternativen Nobelpreis : Klimaaktivistin Greta Thunberg gründet Stiftung

2019 war Thunberg ausgezeichnet worden. Das Preisgeld nutzt sie nun für eine Stiftung, die sich für ökologische und soziale Nachhaltigkeit einsetzen soll.

Die 17-jährige Schwedin Greta Thunberg.
Die 17-jährige Schwedin Greta Thunberg.Foto: imago images/alterphotos

Die Klimaaktivistin Greta Thunberg nutzt ihr Preisgeld vom Alternativen Nobelpreis zum Aufbau ihrer neuen Stiftung. Die eine Million schwedischer Kronen (rund 94.500 Euro) ermögliche Thunberg die Gründung der Greta Thunberg & Beata Ernman Foundation, teilte die Right Livelihood Stiftung am Donnerstag mit, die die Alternativen Nobelpreise alljährlich vergibt. Sie hatte Thunberg im vergangenen Jahr in Stockholm für ihren Einsatz gegen die Klimakrise ausgezeichnet.

Neuer Appell von Greta Thunberg

Die Nutzung des Preisgeldes für die Stiftung wurde der Deutschen Presse-Agentur aus dem Umfeld der Klimaaktivistin bestätigt. Die Mittel wurden nach dpa-Informationen zunächst als Startkapital für die Stiftung genutzt und sollen später gemäß der Stiftungsziele an wohltätige Zwecke gespendet werden, sobald die Stiftung vollkommen funktionstüchtig ist.

Die 17-jährige Thunberg hatte Ende Januar via Instagram mitgeteilt, gemeinsam mit ihrer Familie eine Stiftung gegründet zu haben, die nach und nach in Gang kommen solle. Die gemeinnützige Stiftung sei nötig, um völlig transparent etwa mit Buch-Tantiemen, Spenden und Preisgeld umzugehen. Die nach ihr und ihrer Schwester Beata Ernman benannte Stiftung mit Sitz in Stockholm wird sich Thunberg zufolge für ökologische, klimatische und soziale Nachhaltigkeit sowie mentale Gesundheit einsetzen.

Die seit 1980 vergebenen Right Livelihood Awards werden allgemein als Alternative Nobelpreise bezeichnet, stehen aber in kritischer Distanz zu den traditionellen Nobelpreisen. Das mit den Ehrungen verbundene Preisgeld ist generell für die Arbeit der Ausgezeichneten bestimmt.

"Wir sind überzeugt, dass Thunbergs neue Stiftung großartige Dinge leisten und den dringend benötigten Wandel befördern wird", erklärte Right-Livelihood-Direktor Ole von Uexküll. Die Aktivistin habe Right Livelihood ihre Idee von der Stiftung bereits Ende 2019 vorgestellt.

Am Freitag wird Thunberg in Hamburg erwartet. Zwei Tage vor der Bürgerschaftswahl wollen dort junge Klimaaktivisten und -aktivistinnen Druck machen für eine bessere Klimapolitik. 30.000 Menschen werden ab Freitagmittag zu einem Klimastreik erwartet - darunter auch die Galionsfigur der "Fridays-for-Future"-Bewegung. Das Motto lautet diesmal "Hamburg wählt Klima".

Thunberg kommt zu Demonstration in Hamburg

"Der Besuch von Greta Thunberg zeigt, dass 'Fridays for Future' sich genauso wenig wie die Klimakrise an Landesgrenzen hält und Hamburg an dem Tag im Fokus der europäischen Aufmerksamkeit stehen wird", sagte Mitorganisator Arnaud Boehmann dem NDR zufolge. Die Bürgerschaftswahl sei keine regionale Sache, sondern ein entscheidender Akzent für Klimapolitik deutschlandweit. Weitere prominente Gäste sind die Hip-Hop-Band "Fettes Brot" und die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer.

Am Mittwoch hatte Thunberg ihren Vorwurf wiederholt, den sie beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos geäußert hatte. Im Januar hatte sie dort gesagt: "Unser Haus brennt noch immer. Eure Untätigkeit heizt die Flammen stündlich an", sagte sie. "Wir sagen euch immer noch, dass ihr in Panik geraten und so handeln sollt, als ob ihr eure Kinder über alles liebt." Jetzt schrieb die Schwedin auf Twitter: "Werdet ihr die erste Generation überhaupt sein, die nicht bereit ist, den eigenen Komfort zu opfern, um die Zukunft für sie zu sichern?"

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