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Nach Brandkatastrophe in Crans-Montana: Neun Schwerverletzte nach Deutschland gebracht
Die teilweise schwer verletzten Überlebenden der Brand-Katastrophe von Crans-Montana werden auch in Krankenhäuser ins benachbarte Ausland verlegt. Deutschland bietet seine Hilfe an. Derweil sind erste Todesopfer identifiziert.
Stand:
Nach dem Brand im Schweizer Skiort Crans-Montana hat Deutschland bislang neun Schwerverletzte aufgenommen. Vier der Patientinnen und Patienten seien „auf bilateraler Grundlage“ mit der Schweiz übernommen worden, weitere fünf seien im Rahmen des Katastrophenschutzmechanismus der EU nach Deutschland verlegt worden, erklärte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) am Samstag.
„Darüber hinaus laufen aktuell Planungen für die mögliche Verlegung weiterer Patientinnen und Patienten nach Deutschland; für einen Transport besteht bereits eine konkrete Planung“, hieß es weiter.
Drei Verletzte werden nach Berlin verlegt
Zu den aufnehmenden Krankenhäusern sowie zu Alter, Geschlecht und Nationalität der Menschen machte das BKK keine Angaben. Die Direktorin der Klinik für Schwerbrandverletzte im Unfallkrankenhaus Berlin, Leila Harhaus-Wähner, sagte am Freitag dem rbb, am Samstag würden drei Verletzte aus der Schweiz nach in den Berliner Ortsteil Biesdorf gebracht. Die BG Klinik in Tübingen teilte mit, sie habe zwei Schwerverletzte zur Behandlung aufgenommen.
Harhaus-Wähner zufolge hat die Schweiz über den EU-Mechanismus Übernahme-Ersuche für insgesamt 40 Menschen gestellt. Während einer Silvester-Party war in der Nacht zum Donnerstag in einer Bar in Crans-Montana ein Brand ausgebrochen. 40 Menschen kamen ums Leben. 119 weitere Menschen wurden bei dem Unglück verletzt; viele erlitten schwerste Brandverletzungen.
Erste Todesopfer aus Crans-Montana identifiziert

© dpa/Baz Ratner
Gut 48 Stunden nach dem verheerenden Brand hat die Polizei die ersten der 40 Todesopfer identifiziert. Es handelt sich nach diesen Angaben um zwei Schweizerinnen im Alter von 21 und 16 Jahren sowie zwei Schweizer im Alter von 18 und 16 Jahren. Die Leichname seien den Familien übergeben worden.
Die Identifizierung laufe auf Hochtouren, versichern die Behörden. Im Einsatz ist dabei eine 30-köpfige Spezialeinheit zur Identifizierung von Katastrophenopfern. Sie war nach der Tsunami-Katastrophe 2004 in Südostasien aufgebaut worden. Unter den Toten dürften auch Ausländer sein.
Von den 119 Verletzten waren bis Freitag 113 identifiziert worden. Darunter waren 71 Schweizer sowie 14 Franzosen, elf Italiener, vier Serben sowie einzelne Personen aus anderen Ländern. Deutsche Opfer wurden bislang nicht gemeldet. (AFP/dpa)
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