Rückblick auf die 2010er Jahre : Die wichtigsten Ereignisse des vergangenen Jahrzehnts in 100 Bildern

NSU, arabischer Frühling, Snowden, Trump, Klimastreik: Viel ist passiert in dem Jahrzehnt, das nun endet. Ein Rückblick in Bildern.

Falls Sie vergessen haben, was in den zehn Jahren so passiert ist, haben wir Ihnen die wichtigsten Ereignisse zusammengestellt.
Falls Sie vergessen haben, was in den zehn Jahren so passiert ist, haben wir Ihnen die wichtigsten Ereignisse zusammengestellt.Foto: dpa

Eigentlich ist es ein Ding der Unmöglichkeit: Ein ganzes Jahrzehnt, 120 Monate, 3.560 Tage in 100 Bildern darzustellen. Noch nicht einmal ein Bild pro Monat. In einer Zeit, in der Fotos massenhaft zur Verfügung stehen.

Rassismus, Klimawandel, fehlende Solidarität

Doch was verbindet diese Bilder, wenn man sie einmal gefunden hat? Das vergangene Jahrzehnt zu betiteln, dafür ist es noch zu früh.

Im Gedächtnis bleiben wird vor allem die Unruhe; der Eindruck, einer Zeitenwende beizuwohnen: Die Sorge vor gesellschaftlichem und politischen Rückschritts ist wieder da. Als neues Megaproblem drang der Klimawandel ins Bewusstsein.

Was Hoffnung macht? Gegen all diese Bedrohungen haben sich mächtige und internationale Allianzen gebildet. Junge Menschen, die für mehr Klimaschutz auf die Straßen gehen, demokratische Bewegungen, die gegen neue und alte Autokraten aufbegehren. Doch sehen Sie selbst:

Das Jahr 2010:

Haiti erlebt eine historische Katastrophe. Am Kap der Guten Hoffnung wird Deutschland WM-Dritter und in Tunesien beginnt der Arabische Frühling.

Am 20. Januar um 16:53 Ortszeit bebt in Haiti die Erde. Über 300.000 Menschen sterben, 1,85 Millionen Menschen werden obdachlos. Neben über einer Milliarde an Hilfsgeldern werden dem Land durch den IWF sämtliche Schulden in Höhe von 268 Millionen Euro erlassen. Bis heute prägt die Katastrophe weite Teile des Landes.

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Am 20. März bricht auf Island der Eyjafjallajökull aus. Wochenlang spuckt der Vulkan Aschewolken in den Himmel. Es folgt das größte Chaos in Europas Luftfahrtgeschichte. Wochenlang können Flugzeuge nur eingeschränkt starten und landen.

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20. April: Die Ölbohrinsel „Deepwater Horizon“ des Mineralölunternehmens BP explodiert. Elf Arbeiter kommen ums Leben. Monatelang läuft Erdöl aus dem Bohrloch in den Golf von Mexiko und verursacht die schwerste Ölpest der Geschichte. Das Justizministerium verhängt eine Geldstrafe über 4,5 Milliarden US-Dollar - die höchste jemals geforderte Strafe für ein Umweltdelikt.

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Mit dem Song „Satelite“ gewinnt Lena Meyer-Landrut am 29. Mai den Eurovision Song Contest. Die von Stefan Raab entdeckte Sängerin hatte sich in der Castingshow "Unser Star für Oslo" durchgesetzt.

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Am 31. Mai ist Deutschland vorrübergehend ohne sein höchstes Staatsamt. Bundespräsident Horst Köhler hat seinen Rücktritt wegen einer umstrittenen Äußerungen erklärt. Die Unterstellung, er befürworte grundgesetzwidrige Einsätze der Bundeswehr zur Sicherung von Wirtschaftsinteressen, entbehre jeder Rechtfertigung, sagte er.

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Juni 2010: Nach dem magischen Sommermärchen von 2006 hofft man in Fußballdeutschland, dieses Mal den Titel zu gewinnen. In Südafrika kämpft sich die Elf von Jogi Löw erfolgreich bis ins Halbfinale vor, doch im Halbfinale platzt erneut der Titeltraum. Wie schon 2008 muss sich Deutschland dem späteren Weltmeister Spanien mit 0:1 geschlagen geben. Deutschland gewinnt im Spiel um Platz 3 gegen Urugay mit 3:2 und geht mit Bronze nach Hause.

Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Am 24. Juli kommt es in Duisburg zur Katastrophe. Durch fehlerhafte Planung entsteht während der Loveparade eine Massenpanik, bei der 21 Menschen ums Leben kommen und 541 Personen teilweise schwer verletzt werden. Bis 2014 nehmen sich sechs Überlebende wegen posttraumatischer Belastungsstörungen das Leben. Es ist das unrühmliche Ende einer großen Techno-Tradition. Im Februar 2019 werden Strafverfahren gegen sechs Beschuldigte der Stadt Duisburg endgültig eingestellt - ein eindeutiges Fehlverhalten konnte nicht nachgewiesen werden.

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Im Spätsommer 2010 spaltet ein Buch die Nation. "Deutschland schafft sich ab - Wie wir unser Land aufs Spiel setzen" des ehemaligen Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin, kommt am 30.August auf den Markt und löst eine kontroverse Debatte über Integration aus.

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Ende September eskalieren die Proteste um das Bauprojekt Stuttgart 21. Die Landesregierung will den alten Bahnhof abreißen und unter die Erde verlegen. Der Demonstrant Dietrich Wagner wird von einem Wasserwerfer direkt ins Gesicht getroffen. Sein Fall wird zum Symbol für die übertriebene Polizeigewalt des konservativen Landesregierung um Ministerpräsident Mappus. 2011 löst der Grüne Winfried Kretschmann die 58-jährige CDU-Regentschaft ab.

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Im Dezember beginnt in Tunesien der Arabische Frühling. Nachdem sich ein Gemüsehändler in Sidi Bouzid aus Protest selbst anzündet, gehen landesweit tausende Menschen auf die Straße und protestieren gegen das autoritäre Regime von Präsident Ben Ali. Über soziale Medien breiten sich die Proteste schnell in der gesamten arabischen Welt aus. In Folge der wochenlangen Ausschreitungen kommt es zu vielen Toten und Verletzten. Am 14. Januar tritt Diktator Ben Ali zurück und flieht außer Landes.

Foto: FRED DUFOUR/AFP


Das Jahr 2011:

In Ägypten muss Präsident Mubarak zurücktreten. In Syrien beginnt ein grausamer Bürgerkrieg. Und ein auffälliger Wohnwagen löst die größte Krise der deutschen Sicherheitsbehörden aus.

Der Arabische Frühling breitet sich von Tunesien aus über die gesamte arabische Welt aus. Auch die Ägypter gehen zu Tausenden auf die Straße und kämpfen für demokratische Reformen in ihrem Land. Präsident Mubarak setzt auf die Stärke seines Polizeistaates und geht mit aller Härte gegen die Demonstranten vor. Woche für Woche harren Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in Kairo aus, der zum Symbol für den Widerstand geworden ist. Am 11. Februar wird der Druck der Straße zu groß - Mubarak tritt zurück.

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Am 17. Februar beginnen auch in Libyen Proteste und Demonstrationen gegen Machthaber Muammar al-Gadafi. Das Land stürzt ins Chaos, Teile der Machtelite schließen sich der Opposition an. Es kommt zum Bürgerkrieg.
Im März greifen die USA, Frankreich und Großbritannien in den Konflikt ein - Deutschland hatte sich im Sicherheitsrat überraschend enthalten. Erst im Oktober wird Gadafi in seiner Geburtsstadt Sirte von Oppositionellen aufgespürt und anschließend getötet. Die genauen Todesumstände sind bis heute ungeklärt.

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2011 steht weiterhin im Zeichen der Eurokrise. Das hochverschuldete Griechenland bekommt ein weiteres Hilfsprogramm zugesprochen. Das Land wird einem strikten Konsolidierungs- und Privatisierungsplan unterworfen. Das Land erlebt eine schwere politische, finanzielle und auch gesellschaftliche Krise.

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Bereits im März kommt es auch in Syrien zu Protesten gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad. Innerhalb weniger Wochen eskaliert der Konflikt. Verschiedene Gruppierungen kämpfen um die Vorherrschaft in dem hoch entwickelten Land. Mehrere Millionen Menschen fliehen vor der Gewalt. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass bis zu 500.000 Menschen in dem Bürgerkrieg umgekommen sind.

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Am 1. März tritt Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zurück. Zuvor war bekannt geworden, dass weite Teile seiner Doktorarbeit plagiiert sind. Der CSU-Politiker hatte dies wochenlang bestritten. Der Shooting-Star zieht sich daraufhin vollständig aus der Politik zurück.

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Am 11. März trifft Japan ein Seebeben der Stärke 8.9. Die anschließende Flutwelle, im Japanischen auch Tsunami („große Welle im Hafen“) genannt, trifft mit Wucht auf das Festland. Bereits infolge des starken Bebens kommt es im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi zur Kernschmelze. Das Ereignis sorgt internationale für Bestürzung und erhöhte Skepsis gegenüber der Kernenergie. Mehrere Länder, unter anderem auch Deutschland beschließen aufgrund der Ereignisse, aus der Kernenergie auszusteigen.

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Am 2. Mai spüren amerikanische Special Forces den Islamistenführer Osama Bin Laden in Abbottabad in Pakistan auf und töten ihn. Bin Laden, der mutmaßlich hinter den Anschlägen vom 11. September steckt, galt jahrelang als Staatsfeind Nummer eins der USA.

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Die „Atlantis“ kommt von ihrem letzten Einsatz zurück. Das US-Raumschiff landet am 21. Juli am Kennedy Space Center in Florida. Damit endet eine lange Ära der Raumfahrt. Obama hatte die Mission aus finanziellen Gründen auf Eis gelegt.

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Am 23. Juli steht ganz Norwegen unter Schock: Der Neonazi Andreas Breivik tötet 69 Menschen auf der Insel Utöya. Seine Opfer sind Teilnehmer eines Jugendcamps der norwegischen Sozialdemokraten. International verurteilen Politiker aller Lager die Tat auf Schärfste. Breivik wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Bis heute berufen sich Rechtsterroristen auf seine Tat.

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Als Polizisten am 4. November bei einem Routineeinsatz einen verdächtigen Wohnwagen kontrollieren, geraten sie unter Beschuss. Eine Polizistin stirbt. In dem Wohnwagen entdecken Ermittler später die Leichen der Neonazis Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Zehn Jahre lang hatten die Rechtsradikalen gemeinsam mit ihrer Partnerin Beate Zschäpe insgesamt 12 Menschen ermordet - ohne dass die Behörden davon wussten. In Folge der Ermittlungen wird deutlich, dass die Sicherheitsbehörden jahrelang Hinweisen nicht nachgingen.

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Das Jahr 2012

Das Amt des Bundespräsidenten entwickelt sich zum heißen Stuhl. In London wird's olympisch und in Warschau lässt ein Italiener seine Muskeln spielen. Hurrican Sandy verwüstet die Ostküste der USA und die EU wird mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Es begann mit kritischen Berichten der Bildzeitung gegen ihn. Dann griff Bundespräsident Christian Wulff zum Hörer und rief bei Kai Diekmann persönlich an. Am 17. Februar erklärte er seinen Rücktritt. Es war die kürzeste Amtszeit (17 Monate) eines Bundespräsidenten in der Geschichte der Bundesrepublik.

Foto: MICHAEL KAPPELER / dpa

Ganz anders sieht es bei der Queen aus. Im Februar feiert die Regentin ihr 70. Thronjubiläum.

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Am 18. März wird Joachim Gauck von der Bundesversammlung zum neuen Bundespräsidenten gewählt. Der frühere Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde war bereits 2010 von der SPD vorgeschlagen worden. Er ist bis heute das einzige deutsche Staatsoberhaupt, das keiner Partei angehört.

Foto: Britta Pedersen/dpa

Noch im Mai hatte Flughafenchef Rainer Schwarz getönt, bald würde der größte Arbeitgeber Ostdeutschlands eröffnen. Dabei war zu diesem Zeitpunkt längst klar, dass der Flughafen BER wegen mangelhafter Verkabelung und fehlender Brandschutzanlage nicht wird eröffnen können. Der 3. Juni 2012 wird ein schwarzer Tag für die Berliner- und Brandenburger Landesregierung - und auch fast acht Jahre später ist noch kein Ende in Sicht.

Foto: Bernd Settnik/dpa

Bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine zählt Deutschland erneut zu den Favoriten. Doch erneut ist im Halbfinale Schluss. Mario Balotelli netzt doppelt ein und posiert anschließend in beeindruckender Pose.

Foto: GABRIEL BOUYS/AFP

Von Juli bis August finden die 30. Olympischen Sommerspiele in London statt. Es nehmen 10.520 Athleten aus 204 Ländern teil. Die USA führen den Medaillenspiegel mit 103 Medaillen an, gefolgt von China und Großbritannien. Deutschland erreicht den sechsten Platz.

Foto: Lucy Nicholson/REUTERS

Am 27. Oktober tobt Hurrican Sandy über die amerikanische Ostküste. Mit einem Durchmesser von fast 1800 Kilometern ist das Sturmgebiet das ausgedehnteste jemals gemessene im Atlantik.

Foto: Lucas Jackson/REUTERS

74 Menschen sterben bei der Naturkatastrophe, Millionen Haushalte sind ohne Wasser und ohne Strom. Zum erstem Mal seit 27 Jahren muss die New Yorker Börse aus Sicherheitsgründen geschlossen werden.

Foto: AFP/Spencer Platt

Im Dezember stimmen die Ägypter über eine neue Verfassung ab. Die Moslembrüder dominieren zunächst das politische Feld, bis das Militär erneut die Macht übernimmt.

Foto: KHALED ELFIQI/EPA

Am 10. Dezember bekommt die Europäische Union den Friedensnobelpreis verliehen. Die EU war unter dem Eindruck des 2. Weltkrieges gegründet worden und sollte Frieden und Stabilität sichern. Mit Erfolg, wie 70 Jahre Frieden zeigen.

Foto: DPA

Das Jahr 2013

Während der Pontifex in Rente geht, erblickt in Deutschland eine neue Partei das Licht der Welt. In Ägypten wird erneut geputscht - und ein junger Informatiker aus South Carolina macht sich zum neuen Staatsfeind Nummer Eins.

Am 27. Februar verkündet Joseph Ratzinger beziehungsweise Papst Benedikt XVI. seinen überraschenden Rückzug. Das letzte Mal, dass der Pontifex freiwillig abgedankt hat, ist lange her - im Jahr 1294 zog Papst Coelestin V. es vor, Rom den Rücken zu kehren und wieder als Einsiedler zu leben. Sein Nachfolger wird der Argentinier Jose Mario Bergoglio, der den Namen Franziskus annimmt. Es ist der erste Nicht-Europäer, der zum Pontifex bestimmt wurde.

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Im Verlauf des Jahres 2013 gewinnt der Islamische Staat zunehmend an Einfluss. Die salafistische Terrororganisation hat seine Macht inzwischen auf weite Teile des Irak sowie des vom Bürgerkrieg geschwächten Syrien ausgeweitet.

Raqqa June 29, 2014
Raqqa June 29, 2014Foto: Stringer/REUTERS

Der 14. April wird das politischen System in Deutschland nachhaltig verändern. In Berlin findet der Gründungsparteitag der Alternative für Deutschland statt. Die Partei fordert den Ausstieg aus dem Euroraum und die Rückkehr zur D-Mark.
Parteigründer und Chef Bernd Lucke provoziert bereits früh mit rechten Parolen und spricht von einer „entarteten Demokratie“. Zwei Jahre später wird er von seiner Partei vor die Tür gesetzt.

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Am 15. April um kurz vor drei detonieren zwei Sprengsätze auf dem Boston-Marathon. Drei Menschen sterben, 264 werden verletzt. Die zwei Brüder Dschochar und Tamerlan Zarnajew lieferten sich eine wilde Verfolgungsjagd, wo der ältere der beiden Brüder getötet wurde. Der andere sitzt aktuell in einer Todeszelle.

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Die politische Aufarbeitung des NSU-Skandals hat begonnen. Der später wegen des Besitzes von Kinderpornographie verdächtigte Sebastian Edathy (SPD) leitet den Untersuchungsausschuss zum Versagen der Sicherheitskräfte - und stößt auf Schweigen sowie geschwärzte, geschredderte oder verschlossene Akten. Am 6. Mai beginnt in München der Gerichtsprozess gegen Beate Zschäpe sowie fünf weitere Mitverdächtige. Der Prozess wird sich fünf Jahre hinziehen und insgesamt 1.200 Aktenordner füllen.

Foto: Michael Dalder/REUTERS

Im Jahr 2013 wird der Fernbusverkehr in Deutschland liberalisiert. Das Personenbeförderungsgesetz hatte der Bahn lange Zeit ein Privileg eingeräumt. Der Markt explodiert förmlich, bis Ende des Jahres ist das Fahrgastaufkommen um 173 Prozent gestiegen.

Foto: Foto: Patrick Seeger/dpa


In der Türkei formiert sich Widerstand gegen die von Präsident Erdogan zunehmend autoritär betriebene Politik. Im Gezi-Park in Istanbul entladen sich im Juni die Proteste, als Pläne bekannt werden, den Park zu bebauen.

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Diese Nachricht bringt die Weltordnung ins Wanken: der ehemalige NSA-Mitarbeiter Edward Snowden deckt über den Journalisten Glenn Greenwald die umfassende Überwachung des Internets durch amerikanische Geheimdienste auf. Mit viel Glück kann Snowden sich absetzen und nach Russland fliehen. Der Skandal löst international eine kontroverse Debatte aus. Auch das Handy der Kanzlerin ist überwacht worden. „Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht!“ kommentiert die Regierungschefin.

Foto: Glenn Greenwald/Laura Poitras/REUTERS

Ägypten kommt über zwei Jahre nach der Revolution nicht zur Ruhe. Der demokratische gewählte Präsident Mursi wird am 3. Juli abgesetzt und von einem Strafgericht angeklagt. Das Militär übernimmt die Macht - alles bleibt beim alten.

Foto: Asmaa Waguih/REUTERS

Die Bundestagswahl im September 2013 steht ganz im Zeichen der Raute - die CDU fährt mit 41,5 Prozent das beste Ergebnis unter Angela Merkel ein. Die AfD scheitert knapp an der Fünf-Prozent Hürde, ebenso die FDP, die erstmalig nicht mehr im Bundestag vertreten ist. Die SPD kann leicht dazu gewinnen und kommt auf 25, 7 Prozent. Trotz rechnerischer rot-rot-grüner Mehrheit entscheidet sich die Parteiführung für die zweite große Koalition innerhalb von zehn Jahren. Eine Basisabstimmung gibt endgültig grünes Licht für das Kabinett Merkel III.

Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Im Dezember kommt es auf dem Maidan in Kiew zu schweren Ausschreitungen zwischen pro-russischen Separatisten und pro-europäischen Ukrainern. Der Konflikt heizt sich weiter auf, ein Bürgerkrieg bricht aus.

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Das Jahr 2014

Es ist ein schreckliches Jahr für die internationale Luftfahrt und ein fantastisches Jahr für den Deutschen Fußball. Während sich die humanitäre Krise im Nahen Osten allmählich in Europa bemerkbar macht, beginnen in Dresden die Montagsspaziergänge.

Noch im Januar scheint die Welt in Ordnung. Bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi präsentiert sich Russland als weltoffener und freundlicher Gastgeber. Kurz darauf wird die ukrainischen Halbinsel Krim besetzt. Ein Referendum bestätigt: Die Mehrheit der Bevölkerung möchte zu Russland gehören.

Foto: SERGEI ILNITSKY/DPA

Am 8. März verschwindet eine Boeing 777 der Malaysia-Airlines spurlos vom Radar. Bis heute konnten Wrack und Flugschreiber nicht ausfindig gemacht werden. Die 239 Passagiere wurden offiziell für tot erklärt.

Foto: AZHAR RAHIM/DPA

Im Juni beginnt die Fußball-WM in Brasilien. Auf der Fanmeile fiebern tausende der Deutschen Mannschaft entgegen, die sich in seiner Gruppe souverän gegen Portugal, Ghana und die USA durchsetzt. Im Halbfinale deklassiert der spätere Weltmeister Gastgeber Brasilien mit 7:1. In den Minuten 23 bis 29 bricht die brasilianische Defensive vollständig auseinander und kassiert vier Gegentore.

Foto: EPA/PETER POWELL

Im Finale in Rio steht es bis zur 90. Minute 0:0, bis Mario Götze in der Verlängerung den Ball volley ins Tor befördert und ganz Deutschland in Jubel ausbricht. Vor dem Brandenburger Tor feiert die Mannschaft gemeinsam mit den Fans den vierten Stern. Ihr Siegesslogan: "So gehen die Deutschen!" wird nicht überall mit Begeisterung aufgenommen.

Foto: imago/Eibner

Am 17. Juli stürzt erneut ein Flugzeug ab - und wieder ist die Malaysia Airlines betroffen. Der Flug MH17 wird von einer russischen Buk M1 Rakete abgeschossen. Alle 298 Insassen sterben. Russland erlebt eine seine schwersten diplomatischen Krisen, der Konflikt in der Ukraine droht zu eskalieren.

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Im Laufe des Jahres hat sich das Einflussgebiet des Islamischen Staates weiter vergrößert. Die Terrormiliz kontrolliert Teile Syriens und des Iraks. Es mehren sich Berichte von Massakern gegenüber der Zivilbevölkerung, insbesondere die Jesiden werden vertrieben. Millionen weiterer Menschen sind auf der Flucht.

Foto: REUTERS

Flüchtlinge aus dem Nahen Osten erreichen mehr und mehr das europäische Festland. Die Migrationsbewegungen werden in Deutschland in den kommenden Jahren immer wieder zu Debatten führen.

Foto: Uli Deck/dpa

Am 13. September wird in Thüringen gewählt. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik stellt die Linkspartei einen Ministerpräsidenten. Bodo Ramelow kommt auf 28,2, Prozent und bildet eine rot-rot-grüne Regierung.

Foto: Candy Welz/dpa

In einigen westafrikanischen Staaten bricht Ebola aus. Laut WHO infizieren sich über 28.000 Menschen mit dem Virus, von den 11.316 an der Epidemie sterben.

Foto: EPA/AHMED JALLANZO

Zum Ende des Jahres wirft ein weiteres Ereignis seinen Schatten voraus. Die islamfeindliche Pegida-Bewegung um den mehrfach vorbestraften Lutz Bachmann wird gegründet. In Dresden, dem Zentrum der Bewegung, kommen mehrere tausend Leute zu sogenannten Montagsspaziergängen zusammen.

Foto: Hannibal Hanschke/REUTERS

Das Jahr 2015

Europa wird von heftigen Anschlägen erschüttert. Gleichzeitig erreicht die Flüchtlingskrise ihren Höhepunkt. Es ist der vielleicht ereignisreichste Abschnitt des Jahrzehnts, das den Lauf der nächsten Jahre nachhaltig prägen wird.

Die Satirezeitschrift Charlie Hebdo wird am 7. Januar Opfer eines brutalen Anschlags. Zwei Al-Qaida Terroristen dringen in das Verlagsgebäude ein und töten elf Personen. Auf der ganzen Welt solidarisieren sich Menschen mit den Mitarbeitern der Zeitschrift.

Foto: AFP PHOTO / JOEL SAGET

In Syrien wird die Stadt Kobane von kurdischen Milizen befreit. Im Verlauf des Jahres greift ebenfalls die Türkei in den Konflikt ein - und nutzt die Gelegenheit, auch die PKK zu attackieren.

Foto: DPA

Der unter Depressionen leidende Germanwings-Kapitän Andreas L. steuert einen Airbus A320 in die französischen Alpen. Alle 150 Passagiere sterben.

Foto: EPA/GUILLAUME HORCAJUELO

Die Flüchtlingskrise hat ganz Europa erfasst. Über die Balkanroute und übers Mittelmeer fliehen Hunderttausende vor Krieg, Elend und Armut ins wohlhabende Europa. In Deutschland erfahren Sie zunächst eine Welle der Solidarität.

Foto: Nicolas Armer

Doch viele überleben die gefährliche Reise nicht. Am 2. September verunglückt ein Schiff auf dem Mittelmeer. Das Foto des ertrunkenen zweijährigen Alan Kurdi geht um die Welt.

Foto: Nilufer Demir/AFP

„Wir schaffen das“ - ein einfacher Satz, der den gesamten Sommer heiß diskutiert wird. Merkel lässt Geflüchtete aus Ungarn einreisen und wird dafür gefeiert - und angefeindet.

Foto: Oliver Berg / AFP

Ab dem 18. September steht die VW-Zentrale in Wolfsburg Kopf - der Dieselskandal beginnt. Der Konzern hatte jahrelang eine illegale Abschalteinrichtung in ihre Dieselfahrzeuge eingebaut, um die rechtlichen Abgasnormen zu erfüllen. Es ist ein massiver Imageverlust für das deutsche Traditionsunternehmen und die gesamte Wirtschaft an sich.

Foto: Sina Schuldt/dpa

Erneut ist Paris Angriffsziel des islamistischen Terrorismus. Am 13. November werden mehrere Orte koordiniert angegriffen. 130 Menschen sterben, 683 werden verletzt. Frankreichs Präsident Hollande spricht von einem kriegerischen Akt.

Foto: EPA/YOAN VALAT

Das Jahr 2015 war das wärmste Jahr der Wetteraufzeichnungen - die internationale Staatengemeinschaft einigt sich daher im Pariser Klimavertrag, die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Passiert ist seitdem wenig - die darauf folgenden Jahre werden noch wärmer.

Foto: EPA/HARISH TYAGI

In der Silvesternacht kommt es auf der Kölner Domplatte zu massiven Übergriffen von nordafrikanischen Männern. Es ist das unrühmliche Ende der nationalen Solidarität mit geflüchteten Menschen. Innerhalb der kommenden Monate kippt die Stimmung im Land merklich.

Foto: Markus Böhm/dpa

Das Jahr 2016

Während in Syrien der Bürgerkrieg weitertobt, geht in Europa auf politischer Ebene einiges durcheinander. In den USA tritt das Unmögliche ein und ein Gedicht eines Comedian löst eine Staatskrise aus.

Der britische Musiker David Bowie stirbt zum Beginn des Jahres an einem Krebsleiden. Seine erst vor wenigen Tagen veröffentlichte Platte „Blackstar“ wird ein großer Erfolg. In Berlin versammeln sich Trauende vor der Hauptstraße 155 in Schöneberg, um an den Allround-Künstler zu erinnern. Bowie hatte in den 1970er Jahren lange in Berlin gewohnt.

Foto: REUTERS/Fabrizio Bensch

Neben Fidel Castro, Guido Westerwelle, Prince und vielen weiteren stirbt auch der Schriftsteller und Intellektuelle Roger Willemsen im Jahr 2016.

Foto: Jens Kalaene/dpa

Ein etwa 2,6 Terabyte große Datenleck bringt am 3. April einen der größten Finanzskandale der Geschichte ans Licht. Die Panama Papers decken systematischen Betrug des Finanzkapitals auf. Den Enthüllungen folgen mehrere Rücktritte und Affären in hohen politischen Kreisen.

Foto: AFP PHOTO / RODRIGO ARANGUA

Ein „Schmähgedicht“ des Satirikers Jan Böhmermann löst eine schwere diplomatische Krise aus. Der angesprochene Präsident Erdogan ist not amused, die Bundesregierung schaltet sich mit einer unglücklichen Kommentierung ein. Böhmermann wird wegen Majestätsbeleidigung angeklagt. Kurz darauf wird der entsprechende Paragraph aus dem Deutschen Strafgesetzbuch entfernt.

Foto: vimeo

Ein Ereignis, das die politische Welt in Europa verändert: Am 23. Juni stimmen die Briten überraschend für den Austritt aus der Europäischen Union - allen Umfragen zum Trotz. Premier Cameron tritt zurück, Theresa May übernimmt und hat die undankbare Aufgabe, einen Deal auszuhandeln, für den es im Parlament keine Mehrheit gibt.

Foto: Michael Kappeler/dpa

In der Türkei kommt es in der Nacht vom 15. Juli zu einem Putsch, den Präsident Erdogan mit aller Gewalt niederschlagen lässt. Daraufhin beginnt eine politische Säuberungswelle durch die Institutionen des Landes. Tausende Richter, Staatsanwälte und Staatsbedienstete werden entlassen, da sie verdächtigt werden, der Gülen-Bewegung anzugehören.

Foto: dpa

Nach über 50-jährigem Bürgerkrieg gibt es in Kolumbien endlich Frieden. Die FARC geben ihre Waffen ab und formieren sich in eine politische Partei um. Für Präsident Santos ist es die Erfüllung eines Lebenstraumes.

Foto: REUTERS/John Vizcaino

Niemand, absolut niemand hatte es für möglich gehalten. Doch am 8. November wird Donald Trump Präsident der USA - und nicht Hillary Clinton, wie sämtliche Meinungsforschungsinstitute vorausgesagt hatten. Das liberale Amerika steht unter Schock.

Foto: EPA/SHAWN THEW

Am 12. Dezember rücken Regierungstruppen von Assad in die völlig zerstörte Stadt Aleppo ein. Unter dem Hashtag #PrayforAleppo nehmen Millionen Menschen Anteil am Leid der Menschen. Bei der Militäroperation kommen viele Zivilisten ums Leben.

Foto: AFP/AMEER ALHALBI

Der islamistische Terrorismus hatte jahrelang vor Deutschland halt gemacht. Am 19. Dezember rast ein LKW in einen Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz und tötet 12 Menschen.

Foto: Britta Pedersen/dpa

Das Jahr 2017

Nach dem politisch schwierigem Vorjahr versucht sich Europa wieder zu sammeln. Eine neue Bewegung fegt die französischen Sozialisten hinfort und in Deutschland bringt die Bundestagswahl zunächst viel Kopfzerbrechen.

Während alle in das neue Jahr hineintanzen, dringt ein bewaffneter Angreifer in den größten Nachtclub Istanbuls ein und tötet 37 Menschen.

Foto: REUTERS/Osman Orsal

Am 27. Februar wird Deniz Yücel in Istanbul wegen angeblicher Terrorpropaganda verhaftet. Fast ein Jahr bleibt der Korrespondent der Zeitung "Die Welt" im Gefängnis, alle diplomatischen Bemühungen Deutschlands scheitern. Der Vorfall ist ein vorläufiger Tiefpunkt in den Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei.

Foto: Karlheinz Schindler/dpa

Martin Schulz wird am 19.3. mit 100 Prozent zum Spitzenkandidaten der SPD gewählt. In der Folge schießt die SPD in Umfragen nach oben, die AfD rutscht auf sieben Prozent ab. Taktische Fehler und ein schlechtes Wahlkampfmanagement stoppen den "Schulzzug", bevor er richtig losgelegt hat. Am Ende wird es kein gutes Jahr für die Sozialdemokratie.

Foto: Kay Nietfeld/dpa

Davon können die Franzosen ein Lied singen. Die neue Bewegung „En Marche“ des früheren Sozialisten Emmanuel Macron pulverisiert die französische Linke. Der junge, reformorientierte Politiker gewinnt die Wahlen vom 19. April und wird Präsident.

Foto: REUTERS/Stephane Mahe

Donald Trumps Politik ist im ersten Jahr vor allem eins: unberechenbar. Der Präsident kündigt am 1. Juni an, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen. Er selbst glaubt nicht an den menschengemachten Klimawandel.

Foto: Pablo Martinez Monsivais/AP/dpa

Für Schwule und Lesben ist der 30. Juni ein historischer Tag. Der Bundestag beschließt in einer freien Abstimmung die Ehe für Alle. Nahezu alle Fraktionen stimmen dem Vorschlag zu - außer weite Teile der CDU.

Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Anfang Juli beginnt der G20-Gipfel in Hamburg. Es wird der größte Polizeieinsatz der bundesrepublikanischen Geschichte. Die Polizei geht mit massiver Gewalt gegen die Demonstranten vor, die Demonstraten reagieren ihrerseits mit Gewalt. Innerhalb weniger Tagen verwüsten Chaoten die Hansestadt. Oberbürgermeister Scholz sagt später, dass es keine Polizeigewalt gegeben habe.

Foto: Markus Scholz/dpa

Die Bundestagswahl am 24. September ist in vielerlei Hinsicht historisch. CDU und SPD verlieren massiv an Stimmen. Mit der AfD zieht erstmalig eine rechtsextreme Partei in den Bundestag ein. Der FDP gelingt der Wiedereinzug. Eine GroKo wurde von der SPD ausgeschlossen.

Foto: Pawel Kopczynski/Reuters

Anfang Oktober beginnen in Katalonien die Proteste gegen die spanische Zentralregierung. Die Separatisten um Carles Puigdemont fordern die Unabhängigkeit der Region. Es folgt ein illegales Referendum und ein Eingriff der spanischen Guardia Civil.

Foto: Matthias Oesterle/dpa


„Es ist besser nicht zu regieren als falsch zu regieren.“ Mit diesen Worten beendet FDP-Chef Christian Lindner am 19. November die Jamaika-Verhandlungen zwischen CDU, Grünen und der FDP. Die Absage der SPD an die GroKo gerät ins Bröckeln. Zum Jahresende nehmen beide Parteien Koalitionsverhandlungen auf.

Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Das Jahr 2018

Die politische Krisen im Ausland versucht Deutschland mit einer weiteren Groko entgegenzuwirken. Im Sommer liegt eine nicht enden wollende Dürre-Periode über dem Land und in Südamerika kommt ein Duplikat des amerikanischen Präsidenten an die Macht.

Zum Jahreswechsel kommt es im Iran erneut zu Unruhen und Protesten. Es sind die größten Demonstrationen gegen die Regierung von Hassan Rohani seit fast zehn Jahren.

Foto: Paul Zinken/dpa

„Opposition und Absage an große Koalition ohne jede Hintertür!“ So hieß es noch im September von der SPD. Ein halbes Jahr später findet sie sich überraschend erneut in einer Großen Koalition wieder. Die Abstimmungsergebnis der Basis ist eindeutig, doch in der SPD-Basis brodelt es.

Foto: Kay Nietfeld/dpa

Besonders die Parteijugend geht auf die Barrikaden und grenzt sich mehr und mehr vom Parteivorstand ab. Juso-Chef Kevin Kühnert geht auf eine ausgedehnte NoGroko-Tour - und wirbelt den alteingesessenen Politikbetrieb durcheinander.

Foto: Sebastian Willnow/dpa

2011 feierte der schwedische Produzent und DJ Avicii mit „Levels“ einen Welterfolg. Es folgten zahlreiche weitere Hits, die Tim Bergling weltberühmt machten. 2016 beendete er seine Live-Shows, Avicii kämpfte mit Depressionen und dem Alkohol. Am 20. April setzte der 28-jährige seinem Leben ein Ende.

Foto: REUTERS

Im August des Vorjahres hatte Donald Trump noch mit einem atomaren Erstschlag gegenüber Nordkorea gedroht. Am 12. Juni vereinbarten Trump und Kim Jong Un bei ihrem Gipfeltreffen in Singapur eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel.

Foto: Kevin Lim/The Straits Times/dpa

Nach 438 Verhandlungstagen geht am 11. Juli in München der NSU-Prozess zu Ende. Beate Zschäpe wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Die vier als NSU-Helfer Mitangeklagten wurden jeweils zu Freiheitsstrafen verurteilt. Weiterhin bleiben viele Fragen, insbesondere die Verstrickungen des Verfassungsschutzes, ungeklärt.

Foto: Andreas Gebert/dpa


Die vergangenen vier Jahre waren die heißesten der Wetteraufzeichnungen. Auch im Sommer 2018 kommt es zu extremen Hitzewellen mit Ernteausfällen, Hitzetoten und Wasserknappheit.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Am 2. Oktober wird der Saudi-arabische Journalist Jamal Khashoggi in Istanbul brutal ermordet. Der türkische Geheimdienst hatte die Tat aufgezeichnet. Als Reaktion auf das Verbrechen schränkt Deutschland den Waffenhandel nach Saudi-Arabien ein.

Foto: Uncredited/CCTV via Hurriyet/dpa

Die Wahl Trumps in den USA scheint Nachahmer zu inspirieren: am 28. Oktober wird Jair Bolsonaro in einer Stichwahl zum neuen Präsidenten von Brasilien gewählt. Bolsonaro gilt als Mann der Industrie. Zuvor war er durch rassistische, frauen- und schwulenfeindliche Aussagen aufgefallen.

Foto: Ian Cheibub/dpa

Im Dezember legt die Gelbwestenbewegung mehrere Städte in Frankreich lahm. Sie fordern die Rücknahme der Mineralölsteuer, eine Erhöhung des Mindestlohns und die Einführung einer Bürgerversammlung. Die Proteste werden zunehmend gewalttätiger.

Foto: Christophe ARCHAMBAULT / AFP

Das Jahr 2019

Wieder wird es heiß in Deutschland. Nicht nur klimatisch, auch politisch brodelt es im Land. Ein YouTube Video bringt die Regierung in Erklärungsnot, die Jugend rebelliert. Und geht in der SPD sogar soweit, ihre Führung vor die Tür zu setzen.

Wer den Hollywood-Film „Interstellar“ kennt, den mag dieses Foto nicht sonderlich beeindruckt haben. Doch die Aufnahme eines Schwarzen Lochs am 10. April wird in der Fachpresse mit großem Staunen aufgenommen. So etwas war zuvor noch nie gelungen.

Foto: Horizon Telescope /dpa

Die Bilder vom 15. April treffen jeden Europäer mitten ins Herz: Die Kathedrale von Notre-Dame, das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt steht in Flammen. Nur mit viel Glück schaffen es die Feuerwehrmänner, den Brand auf den Dachstuhl zu begrenzen. Die Sanierungsarbeiten werden voraussichtlich bis 2021 andauern.

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„Just give me on night in Ibiza“ - das haben sich vermutlich auch die beiden FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus gedacht. Vor laufender Kamera verhandeln sie die Zukunft der KRONEN-Zeitung. Der Skandal beendet die Schwarz-Blaue Koalition in Österreich. Straches politische Karriere ist kurz darauf ebenfalls zu Ende.

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Kurz vor der Europawahl macht ein junger YouTuber den Regierungsparteien einen Strich durch die Rechnung. Rezos „Die Zerstörung der CDU“ wird über 12 Millionen Mal angesehen. Eine Woche später verlieren die Regierungsparteien massiv an Stimmen.

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Im Juni beginnen in Hongkong die Proteste gegen ein von der chinesischen Zentralregierung beratenes Auslieferungsgesetz. Die Proteste ebben im Lauf der Monate nicht ab, es kommt zu Gewalt durch die Polizei. Auch in Chile kommt es im Verlauf des Jahres zu Ausschreitungen.

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Im Sommer werden die ersten Folgen von Bolsonaros rücksichtsloser Umweltpolitik erstmalig sichtbar. Der Amazonas-Regenwald brennt lichterloh. Die Staatengemeinschaft ruft zur Mäßigung auf.

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Am 2. Juni wird der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke auf seinem Veranda ermordet - mutmaßlich durch die Hand eines Rechtsradikalen. Der CDU-Politiker war für seinen Einsatz für Geflüchtete bekannt.

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Power to the People: Inspiriert durch die Schwedin Greta Thunberg verweigern jeden Freitag Millionen Schüler die Schulpflicht und streiken für mehr Klimaschutz. Am 30. September findet die bisher größte Demonstration der Bewegung statt. Deutschlandweit kommen 1,4 Millionen Menschen zusammen.

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Paukenschlag im Willy-Brandt-Haus: Alle hatten mit der Wahl von Olaf Scholz und Klara Geywitz gerechnet. Doch das Außenseiter-Duo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans macht das Rennen. Die beiden Parteilinken wollen die Partei reformieren und auf lange Sicht aus der Groko herausführen.

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Der Slogan „Get Brexit done“ reicht für Boris Johnson aus, um sich als Premierminister wiederwählen zu lassen. Mit einem Erdrutschsieg geht die Mehrheit im Unterhaus deutlich an die Tories. Der Ausstritt der Briten aus der EU scheint damit besiegelt.

Foto: Stefan Rousseau / AFP
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