
© AFP/KOEN VAN WEEL
Schnee, Eis und extreme Kälte in Europa: Winterchaos führt zu Flug- und Zugausfällen – nur an einem Ort ist es ungewöhnlich warm
Ein massiver Wintereinbruch beeinträchtigt weiterhin große Teile Europas. Zahlreiche Länder melden Störungen im Bahn- und Flugverkehr, gefährliche Straßenbedingungen und extreme Temperaturen.
Stand:
Starker Schneefall und eisige Temperaturen haben in etlichen europäischen Ländern für chaotische Verhältnisse gesorgt. In den deutschen Nachbarländern Polen, Tschechien und den Niederlanden kommt es zu zahlreichen Verkehrsstörungen wie Stau, Flug- und Zugausfällen, Schulen bleiben geschlossen – ein Überblick.
Niederlande: Bahn- und Flugverkehr massiv gestört
In den Niederlanden stand der Zugverkehr am Montagmorgen zeitweise vollständig still. Eine Kombination aus Winterwetter und technischer Störung legte das Netz bis 10 Uhr lahm, erst danach lief der Betrieb langsam an.
Am Flughafen Amsterdam-Schiphol wurden rund 700 Flüge gestrichen – das sind mehr als die Hälfte der rund 1200 für Montag geplanten Starts und Landungen. Laut Medienberichten wurden in Utrecht mehrere Grundschulen geschlossen. Die nationale Wetterbehörde sagte für Dienstag Glatteis und für Mittwoch weitere starke Schneefälle voraus.

© dpa/KOEN VAN WEEL
In der Region war auch der Zugverkehr stark betroffen. Die niederländische Bahngesellschaft NS teilte mit, dass am Dienstag in einigen Teilen des Landes weniger Züge verkehren würden. Erst am Montag waren an dem Flughafen rund 700 Flüge ausgefallen und der Fern- und Nahverkehr der Bahn teilweise zum Erliegen gekommen.
Frankreich: 1000 Kilometer Stau und Chaos von West bis Île-de-France
Frankreich kämpft weiter mit winterlichen Stürmen. In 26 Départments vom Nordwesten des Landes bis zur Île-de-France galt laut dem Wetterdienst Météo-France wegen Schnee und Glätte die Warnstufe Orange. In Paris wurde der Busverkehr eingestellt, wie der Verkehrsbetrieb RATP erklärte. Auch an einigen Tram-Linien sei der Betrieb ausgesetzt worden.
Auf den Straßen kam es zeitweise zu Staus mit einer Gesamtlänge von etwa 1000 Kilometern. Fünf Menschen starben bei wetterbedingten Unfällen.

© REUTERS/Gonzalo Fuentes
An den Flughäfen Charles-de-Gaulle und Orly wurden Flüge gestrichen, um Startbahnen zu räumen und Maschinen zu enteisen. In einer weltweit an Piloten gerichteten Erklärung war von „heftigen meteorologischen Phänomenen“ die Rede. Frankreichs größter Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle werde bis 20.00 Uhr betroffen sein, Paris-Orly bis 23.00 Uhr.
Der Hochgeschwindigkeitszug TGV musste seine Geschwindigkeit von 300 auf 200 Stundenkilometer drosseln.
Großbritannien: Schnee, Kälte und geschlossene Schulen
In Schottland, Nordirland und Nordengland führten starke Schneefälle zu hunderten geschlossenen Schulen und massiven Einschränkungen im Verkehr.
Im nordwestenglischen Shap fielen nach Angaben des britischen Wetterdienstes die Temperaturen in der Nacht zu Montag auf Minus 10,9 Grad. In der Nacht zu Dienstag sei in weiten Teilen des Landes erneut mit Temperaturen bis zu minus zwölf Grad zu rechnen, heißt es.

© AFP/OLI SCARFF
Flughäfen in Aberdeen, Inverness, Belfast, Liverpool und Manchester meldeten Ausfälle. Die Behörden warnten vor heftigem Schneefall und Eis, der Pannendienst AA registrierte 40 Prozent mehr Einsätze. Eurostar riet Reisenden von Fahrten zwischen London und den Niederlanden ab.
Im schottischen Tomintoul nahe Inverness fielen bis zu 52 Zentimeter Schnee. Für Dienstag galten weiterhin Warnungen vor Schneefällen und Eis in den besonders stark betroffenen Teilen des Landes. Für alle englischen Regionen galt bis Freitag eine Kaltwetter-Warnung.
Skandinavien: Extreme Kälte und drohende Schneestürme
In Schweden wurden im Norden Temperaturen bis minus 40 Grad gemessen. Dänemark warnte vor einem Schneesturm, insbesondere Nordjütland sollte am Mittwoch möglichst zu Hause bleiben – inklusive Empfehlung, für den Notfall eine Schneeschaufel mitzunehmen.

© AFP/JONATHAN NACKSTRAND
Schweiz, Tschechien und Polen: Tiefsttemperaturen im zweistelligen Minusbereich, Ausfälle bei Heizung und heißem Wasser
In der Schweiz sorgte Polarluft im Flachland für minus 14 Grad, in La Brévine wurden minus 30,3 Grad gemessen, auf der Alp Hintergräppelen sogar minus 37,1 Grad.
Auch in Tschechien herrscht weiter klirrende Kälte. Im Böhmerwald nahe der Grenze zu Bayern wurden am Morgen Temperaturen um minus 25 Grad gemessen. Nirgendwo im Land sollte das Quecksilber in den nächsten Tagen über den Gefrierpunkt steigen, wie aus der Vorhersage des staatlichen Wetterdienstes hervorging.

© imago/CTK Photo/IMAGO/Michal Kamaryt
In Prag waren Zehntausende Einwohner wegen einer defekten Fernwärme-Leitung vorübergehend ohne Heizung und warmes Wasser.
Freuen können sich die Wintersportler: Aufgrund der Schneefälle herrschen auf vielen Pisten in den Mittelgebirgen Tschechiens ideale Bedingungen zum Skifahren. In Polen lag die niedrigste Temperatur in der Nacht derweil bei minus 20,1 Grad.
Spanien und Bulgarien: Wetterextreme in beide Richtungen
In Spanien herrschen trotz des sonst milden Winters vielerorts Frost und Schneefall, etwa in Madrid und den Gebirgsregionen. Die schlecht isolierten Wohnungen sorgen für zusätzliche Belastung. In den Pyrenäen könnte es bis zu minus 10 Grad werden. Nur auf den Kanaren bleibt es mit etwa 17 Grad vergleichsweise mild.
Bulgarien erlebt dagegen hohe Temperaturen von bis zu 19 Grad im Südosten. Das ist sehr ungewöhnlich für diese Jahreszeit. In manchen Regionen machen starke Winde den Menschen zu schaffen. Meteorologen erwarten einen Schneeeinbruch mit eisiger Kälte am Donnerstag. (AFP/dpa)
- showPaywall:
- false
- isSubscriber:
- false
- isPaid: