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Thema

Mexiko

Die aus Mexiko stammende Sopranistin Erika Rojo schließt die Augen, senkt den Kopf, fasst sich mit den Händen an die Brust über dem Herzen; dann hebt sie entschieden den Blick gen Scheinwerferhimmel, öffnet in einer großzügigen Geste die Arme und gibt endlich ihre Stimme frei, die sich wie warmer Regen ins Bellevue ergießt, den Zuschauerraum zu füllen beginnt, ihn flutet und am Ende zu sprengen droht, denn für solch ein Stimmvolumen ist die Kleinkunstbühne nicht ausgelegt. In Mexiko-City klassisch ausgebildet, hat Erika Rojo nach zahlreichen Engagements in New York nun in Berlin das mexikanische Kunstlied für sich entdeckt.

Von Philipp Lichterbeck

Außenseiter Mexiko hat Brasiliens Fußball-Magier im Finale des Konföderationen-Cups entzaubert. Der Gastgeber gewann vor 115 000 begeisterten Zuschauern im Azteken-Stadion von Mexiko-Stadt mit 4:3 (2:1) gegen den Vizeweltmeister und Cupverteidiger, der zuvor mit vier Siegen und 15:2 Toren - darunter einem 4:0 gegen den Europameister Deutschland - trotz des Fehlens zahlreicher Stars wie Ronaldo, Rivaldo, Amoroso und Roberto Carlos ins Endspiel gestürmt war.

Javier Sotomayor hat für den größten Dopingfall seit Ben Johnson gesorgt und die internationale Leichtathletik gut zwei Wochen vor der Weltmeisterschaft in Sevilla in einen Schockzustand versetzt. Der Hochsprung-Weltrekordler aus Kuba wurde bei den Panamerikanischen Spielen der Einnahme von Kokain überführt und muss mit einer 2-jährigen Sperre rechnen.

Von Eric Dobias

Der Seeadler, der über einen der glasklaren Seen oder wilden Flüsse der kanadischen Rocky Mountains kreist, eine Forelle oder einen Weißfisch ins Auge fasst, kann nicht wissen, dass in dieser unberührten Weite seine Beute mit Umweltgiften belastet ist. Auch die Wanderer und Skifahrer, die durch die Rocky Mountains ziehen und ihre Natur schätzen, können sich schwer vorstellen, dass der jungfräuliche Pulverschnee mehr Unkrautvernichtungs- und Insektenschutzmittel in die Berge einträgt, als im Boden der Prärie zu finden sind.

Als Wiedergutmachung für das Desaster der deutschen Fußball-Nationalmannschaft beim Konföderationen-Cup in Mexiko hat Kapitän Oliver Bierhoff erfolgreiche Auftritte in den kommenden Qualifikationsspielen für die Europameisterschaft 2000 gefordert. "Wenn wir gegen Finnland und Nordirland so auftreten wie in den letzten Qualifikationsspielen, ist wieder alles okay", meinte der Torjäger des AC Mailand.

In 79 Minuten hat Brasiliens neue Sturmhoffnung Ronaldinho beim Konföderationen-Cup mehr Tore erzielt als die deutsche Mannschaft in ihren drei enttäuschenden Gruppenspielen zusammen. Der 19-jährige "Ronaldo-Doppelgänger" war im Halbfinale beim 8:2-Schützenfest Brasiliens über Saudi-Arabien mit drei Treffern der überragende Mann der "Wasserschlacht von Guadalajara".

Knapp zehn Monate nach seinem Rücktritt als Bundestrainer hat Berti Vogts auch innerlich Abschied genommen von seiner früheren Tätigkeit. Der 52-Jährige hat sich keines der drei Länderspiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft beim Konföderationen-Cup in Mexiko im Fernsehen angeschaut.

Dem Hohn und Spott aus der Fußball-Welt folgte die Belustigung im eigenen Land: Mit einer bisher nicht bekannten Ironie ist die deutsche Nationalmannschaft nach ihrem blamablen Auftritt beim Konföderationen-Cup in Mexiko bedacht worden. Die DFB-Auswahl habe im Land der Azteken ihren einst guten Ruf durch "Kraut-und-Rüben-Fußball" ("Frankfurter Rundschau") selbst ruiniert.

GUADALAJARA . Als alles geschafft ist, der Schiedsrichter nach vier Toren für Brasilien und keinem für die Deutschen endlich abpfeift, greift Erich Ribbeck zum Jackett, hakelt den Daumen durch den Anhänger, schultert es und verschwindet.

Von Michael Rosentritt

GUADALAJARA . "Damit auch das in der Zeitung steht, was ich eben gesagt habe", sagt Lothar Matthäus, "komme ich lieber runter.

Von Michael Rosentritt

Ich bin bei 21, bilde mir aber ein, daß ich auf 18, vielleicht 16 kommen könnte, wenn ich etwas mehr Zeit hätte. Und ausgerechnet jetzt, zur besten Golf-Zeit, müssen Sie mit der Nationalmannschaft zu einem unbedeutenden Fußballturnier reisen, und dann auch noch ins heiße Mexiko.

Schönheit, so glaubten die Azteken im alten Mexiko, sei deshalb so eng mit der Schwermut verwandt, weil sie ebenso vergänglich ist wie das Leben.Noch heute lebt diese Idee in der mexikanischen Populärmusik fort, und Sänger wie José Alfredo Jiménez, Irma Vila oder Chavela Vargas haben gezeigt, daß diese Musik weniger die fröhliche Bamba als vielmehr die melodramatische Stimmung sucht.

MEXIKO-STADT .In Zeiten von E-mail und sekundenschneller Telekommunikation rund um den Erdball gleichen sie einer aussterbenden Spezies: die sogenannten "Evangelistas", die in Mexiko-Stadt für fremde Leute Briefe verfassen.

Von Rita Neubauer

Lateinamerika leiden unter dem sogenannten Tequila-Effekt: Dem hochfliegenden Börsen-Optimismus der schnell wachsenden Schwellenländern folgt allzubald der elende Katzenjammer - wie der Kater auf den Schnaps.Auslöser des ersten Tequila-Effekts war 1995 die Peso-Krise Mexikos, die allerdings die Weltwirtschaft an den Rand des Absturz führte.

Ohne großen Aufwand, ohne besondere Hochachtung vor dem Werk des größten Berliner Baumeisters und keinesfalls nach heutigen denkmalpflegerischen Kriterien wurde 1958-66 der Wiederaufbau des Alten Museums (das Karl Friedrich Schinkel 1830 als "Neues Museum" erbaute) in die Tat umgesetzt.Um bis zu einem halben Meter hatten sich manche Wände durch Kriegseinwirkungen verformt, waren Decken aus dem Wasser geraten.

Von Falk Jaeger

Am lustigsten ist es, wenn die Kamera über die mexikanischen Berge hinweg in einen Sonnenauf- oder -untergang hineinschwenkt.Nie haben wir die Tatsache, daß es Tag und wieder Nacht wird, so fotografiert gesehen.

Von Kerstin Decker

RIO ."Wenn Nordamerika den Schnupfen hat, droht Lateinamerika eine Lungenentzündung" - dieser Spruch gilt noch, doch derzeit droht im Westen eine ganz andere Ansteckungsgefahr: Wenn nämlich in Brasilien das finanzielle Gelbfieber ausbricht, dann geht es auch den Nachbarn an den Kragen, und Nordamerika wird sich dabei anstecken.

Jedesmal wenn Pepe lernen mußte, erhitzte sich sein Kopf so sehr, daß er zu platzen drohte wie eine Glühbirne, die zuviel Spannung bekommt.Deshalb gab er sein Wirtschaftsstudium in Kisangani im Kongo auf.

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