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Nach dem Krach zitierte „Bild“ Rafael van der Vaart: „Das war eine große Dummheit. von mir. Ich bin ein Idiot. Es tut mir sehr leid. Das hätte niemals passieren dürfen.“
© dapd

Schwerer Schlag: Warum die Trennung von Sylvie und Rafael van der Vaart so tragisch ist

Sylvie und Rafael van der Vaart galten als Traumpaar, auch weil er in der belastenden Zeit ihres Brustkrebses zu ihr hielt – doch jetzt ist alles vorbei.

Mit einem glanzvollen Auftritt im schulterfreien Abendkleid machte Sylvie van der Vaart beim Dreamball im September in Berlin noch vielen Frauen Hoffnung. Sie kam als Schirmherrin zu der Gala, die Geld auftreibt, um krebskranken Frauen mit Kosmetikseminaren neues Selbstbewusstsein zu geben. Nichts deutete bei dem charmanten Auftritt darauf hin, dass es zu diesem Zeitpunkt in ihrer eigenen Ehe kriselte.

Zur Explosion kam es einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge am Silvesterabend, als die 34-Jährige holländische Moderatorin nach einem Schlag ihres 29-Jährigen Mannes Rafael in der noch gemeinsamen Hamburger Wohnung in Anwesenheit von zehn Gästen „mit lautem Rums“ zu Boden ging. Zwar zeigte der ernüchterte Fußball-Star umgehend Reue und bezeichnete sich selbst als „Idioten“. Aber die Ehe steht offensichtlich vor dem Aus.

Das mag öfter vorkommen bei Paaren, die in einer Glamour-Welt leben, in der es noch wichtiger ist als im normalen Leben, sexy und fit und schön zu sein. In diesem Fall ist es aber besonders schade, weil die beiden als vorbildlich in einer ganz besonderen Hinsicht galten.

Im Sommer 2009 nämlich fiel ein Schatten auf das ansonsten glanzvoll inszenierte Leben des Paares. Da erkrankte die damals 31-Jährige Moderatorin an Brustkrebs. Zwar wurden keine Metastasen entdeckt, und der Arzt versprach auch vollständige Genesung. Dennoch aber war die Erkrankung von vielen Ängsten begleitet. Darüber sprach van der Vaart nur wenige Wochen danach öffentlich beim „Dreamball“ in Berlin. Dort kamen sonst immer wieder auch Schicksale von Frauen zur Sprache, die nicht nur mit der Krankheit fertig werden mussten, sondern darüber auch noch von ihren Männern verlassen wurden.

Ihr Mann Rafael habe sie immer wieder getröstet und zum Arzt begleitet, erzählte sie. Für viele Frauen, die sich vor der Krankheit und die möglichen Auswirkungen auf ihre eigenen Ehen fürchten, war das ein echtes Hoffnungssignal. „Egal, was kommt, wir stehen das durch“, sagte der Mittelfeldspieler damals. Wenn ein Fußball-Star wie Rafael van der Vaart in schweren Zeiten so treu zu seiner Frau steht, dann konnte das ja auch eine Vorbildwirkung haben auf andere Männer.

Innere Schönheit ist ihr seit der Krankheit noch wichtiger

„Innere Schönheit sei ihr seit der Erkrankung noch wichtiger“, sagte Sylvie van der Vaart damals. Aber bei ihren öffentlichen Auftritten achtete sie auch darauf zu demonstrieren, dass die äußere Schönheit unter der Krankheit nicht gelitten hatte. Ihre Outfits waren immer betont sexy. So zart und zierlich sie aussieht, ließ sie sich ihr Temperament immer auch anmerken.

Von Kameras umringt. Der HSV-Kicker am Mittwoch vor dem Start ins Trainingslager.
Von Kameras umringt. Der HSV-Kicker am Mittwoch vor dem Start ins Trainingslager.
© dpa

Das bei Facebook gepostete Weihnachtsfoto, mit dem gemeinsamen Sohn Damian zeigt noch eine ganz heile Welt vorm Tannenbaum. Im zarten Alter von 19 Jahren hatte sich Rafael van der Vaart, der damals bei Ajax Amsterdam spielte, in die fünf Jahre ältere Sylvie Meis verliebt. Die Traumhochzeit in Weiß folgte 2005. Ein Jahr später kam der Sohn zur Welt, und 2011, zwei Jahre nach der Erkrankung, erneuerten sie in Las Vegas sogar noch mal ihr Eheversprechen. In der sonst so zurückhaltenden Hamburger Gesellschaft errangen sie schnell Star-Status, als sie im Sommer in eine 400 Quadratmeter große Wohnung nach Eppendorf zogen. Man habe sich auseinandergelebt, sagte der HSV-Profi nun im „Bild“-Interview. Darin ist aber auch die Rede davon, dass man respektvoll miteinander umgehen und sich aus Liebe zum Sohn auch künftig vertragen wolle. Selbst wenn vorbildliches Verhalten in den Niederungen des Schicksals von Beratern verordnet wäre, scheint das Paar auch weiter unnötige Klippen zu meiden.

Mit Sonnenbrille. Sylvie van der Vaart am Mittwoch in Hamburg-Eppendorf.
Mit Sonnenbrille. Sylvie van der Vaart am Mittwoch in Hamburg-Eppendorf.
© dpa

Weil ihr eigentlicher Beruf als Personalmanagerin ihr zu langweilig war, startete Sylvie van der Vaart zunächst eine Model-Karriere. Mit ihren nur 1,58 Metern Körpergröße war freilich klar, dass sie es in ihrem Traumjob nie bis an die Spitze schaffen würde. In Holland wurde sie ein Star durch die Kindersendung „Fox Kids“ und die Arbeit bei MTV. Der Name ihres heimlichen Verehrers Rafael van der Vaart war der quirligen Fernsehfrau zunächst kein Begriff. Über Kollegen ließ er ihr ein Foto von sich zukommen. Das hat sie so begeistert, dass sie ihn zu ihrem 25. Geburtstag einlud. Sein Geschenk, ein Ajax-Trikot mit ihrem Mädchennamen und der Nummer 25, rührte sie dann so tief, dass sie zwei Jahre später sogar ihre Karriere in Holland unterbrach und in Hamburg als Schmuck-Designerin tätig wurde, als ihr Mann zum HSV wechselte.

Es folgten Umzüge nach Madrid und London und Fernsehjobs bei „Let’s Dance und „Supertalent“. „Wir bringen Opfer für unsere Männer“, sagte sie mal über das Leben einer Spielerfrau. Nur als Frau an seiner Seite wollte sie sich aber ganz offensichtlich nicht sehen. Als sie nach der Chemotherapie mit Perücke und künstlichen Wimpern gleich wieder Fernsehjobs übernahm, zeigte sie ihre Kämpfernatur. Eine positive Lebenseinstellung ist ihr wichtig: „Mit einem Lächeln begegnet man dem Leben mit viel mehr Kraft.“ Das hilft bestimmt auch in diesen Tagen, da der entfremdete Mann erstmal ins Traininslager nach Abu Dhabi gereist ist.

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