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Eine Funkstreife im Einsatz.
© dpa

Queerfeindlicher Übergriff in Berlin-Lichtenberg: Nicht binäre Person mit Pistole bedroht

In Lichtenberg kam es zu einem queerfeindlichen Übergriff, bei dem eine Person offenbar mit einer Waffe bedroht wurde. Von dem Vorfall existiert ein Video.

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In Berlin-Lichtenberg ist es am Mittwochnachmittag offenbar zu einem queerfeindlichen Übergriff gekommen, bei dem eine Person mit einer Waffe bedroht wurde.

Öffentlich gemacht wurde der Vorfall von dem Opfer selbst, welches Videos und Fotos der mutmaßlichen Täter*innen auf seinem Instagram-Kanal teilte. „Toto Stoffels“ ist nicht binär, identifiziert sich also weder als männlich noch weiblich, und arbeitet als Künstler*in und Fotograf*in in Berlin.

"Ich werde Dir durch den Kopf schießen"

Nach eigenen Aussagen saß Stoffels am Nachmittag in der Nähe eines Supermarktes in der Lichtenberger Bernhard-Bästlein-Straße und aß eine Wassermelone, als sich ein Mann näherte und Stoffels etwas zurief, was das Wort „Trans“ enthielt. Als Stoffels entgegnete, kein Deutsch zu sprechen, hörte Stoffels den Mann – offenbar auf Englisch – sagen: „Ich werde dir durch deinen Kopf schießen“.

Auf einem von Stoffels gefilmten Video der Tat sieht man einen Mann und eine Frau, die sich zunächst von der Kamera entfernen. Der Mann trägt Flip Flops, eine karierte kurze Hose, schwarzes T-Shirt und eine Adidas-Bauchtasche, die Frau schwarze Hose, schwarze Jeans und ebenfalls eine dunkle Bauchtasche.

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Der Mann ruft Stoffels etwas zu, dreht sich anschließend um und läuft einige Schritte weiter. Als Stoffels fragt „Was ist dein Problem?“, bleibt er plötzlich stehen. Er zieht mit einer Hand sein Shirt über Mund und Nase und holt mit der anderen eine Pistole hervor, die er direkt auf Stoffels richtet. Es ist unklar, ob es sich um eine echte Waffe oder Softairwaffe handelt.

Dieses Bild stammt aus dem Video des Opfers und zeigt die mutmaßlichen Täter*innen.
Dieses Bild stammt aus dem Video des Opfers und zeigt die mutmaßlichen Täter*innen.
© Social Media

Anschließend ist nur ein Aufschrei zu hören. Man sieht, wie Stoffels wegrennt. Zu den verstörenden Aufnahmen schrieb Stoffels: „Jemand hat eine Pistole auf mich gerichtet... Es ist verdammt nochmal nicht sicher in Berlin für Queers!!“

Die Polizei ermittelt nun

Nach Informationen des Tagesspiegels begab sich Stoffels anschließend zu einer Polizeiwache, um das Geschehene anzuzeigen.

Die Polizei bestätigte am Donnerstagnachmittag, dass der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes die Ermittlungen zu dem Sachverhalt übernommen hat.

In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Straf- und Gewalttaten gegen queere Personen sowohl bundesweit als auch in Berlin stark angestiegen. Im vergangenen Jahr gab es zahlreiche Vorfälle, bei denen Menschen auf offener Straße attackiert wurden. Wie der Gewaltbericht und die Fallzahlen des Antigewaltprojekts L-Support zeigen, ereigneten sich trotz Lockdowns verbale und körperliche Angriffe im öffentlichen Raum.

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