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Thema

Lotto

Der wichtigste Hoffnungsträger der Berliner Off-Szene ist 76 Jahre alt. Er heißt Dieter Sauberzweig und ist der Herr über den Hauptstadtkulturfonds, jenen 20-Millionen-Mark-Fördertopf, den Kulturstaatsminister Michael Naumann zur Unterstützung überregional ausstrahlender Projekte in Berlin eingerichtet hat.

Von Frederik Hanssen

In den viel zu guten alten Zeiten, als wir wunschlos glücklich schienen, erzählte man sich in Berlin einen jetzt auch wieder zur Jahreszeit passenden Witz: Berlin, gemeint war natürlich West-Berlin, feiert 364 Tage im Jahr Festspiele. Und wegen des einen festspielfreien Tags, dem 24.

Grazie und Katastrophe, das unterschwellige, beiläufige Verhängnis, sind in den Stücken von Tankred Dorst immer gegenwärtig. Das kommt, ob im riesigen Menschheitsdrama vom Zauberer Merlin und den Rittern der Tafelrunde oder bei den jetztnahen deutschen Familiengeschichten, merkwürdig leicht daher.

Von Peter von Becker

Dass im Schatten der Potsdamer Schlösser und Gärten noch eine zeitgenössische Form hiesiger Kultur gedeiht, demonstriert eine Ausstellung in der "Ticket-Galerie". Kurator Andy Kern hat sich der Sammlung der Lotto GmbH bedient, um in den barocken Ausstellungsräumen Sequenzen brandenburgischer Kunst der neunziger Jahre zu zeigen.

Die Bühne ist geteilt in eine rechte und eine linke Hemisphäre: In der rechten halten sich den Ergebnissen der Hirnforschung zufolge eher die musischen, stark emotionalen Menschen auf, Aktionskünstler wie Charles Wilp oder Magier wie Topas. Die linke Bühnenhälfte dagegen, die Hirnforscher auch als analytische oder rationale bezeichnen, bleibt meist leer.

Von Thomas de Padova

Die "Sammlung Berggruen" bleibt in Berlin. Mit 53 Millionen Mark aus der Lottostiftung - der bisher höchsten Einzelzuwendung - leistet das Land seinen Beitrag zum Ankauf der weltberühmten Kunstausstellung.

Von
  • Frederik Hanssen
  • Ulrich Zawatka-Gerlach

Der Absatzrückgang von Rindfleisch durch die aktuelle BSE-Krise kann dramatische Folgen für Brandenburg und seine Landwirtschaft haben. Diese Befürchtung wurde am Mittwoch im Landtag in einer Aktuellen Stunde von Vertretern aller Parteien geäußert, die zugleich strengere Verbraucherschutzmaßnahmen forderten.

Von Thorsten Metzner

Der designierte Staatssekretär für Gesundheit, Friedrich-Wilhelm Dopatka, war von 1987 bis 1995 als Staatsrat im Bremer Senat tätig. Ein Staatsrat in Bremen ist gleichbedeutend mit dem Amt des Staatssekretärs im Berliner Senat.

Von Sabine Beikler

Sex-Betriebe, offene Drogenszenen und Spielsucht gehören zwar zu einer Großstadt, doch viele Bürger wünschen, das Laster möge lieber im Verborgenen blühen. Darin besteht der Erfolg der meist aseptischen Einkaufspassagen, die zuhauf besonders im Ostteil entstanden sind.

Von Thomas Loy

Heute eröffnet Am Stichkanal der Roller Markt. Die vor über 35 Jahren in Gelsenkirchen gegründete Firma - der Gründer hieß Roller - unterhält damit insgesamt 66 Discountmöbel-Einrichtungsmärkte.

Die Frage, ob die Ausstellung "7 Hügel" im Berliner Martin-Gropius-Bau einen Schuldenberg hinterlassen wird, beschäftigte gestern den Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses. Alice Ströver von den Grünen wollte von Kultursenator Christoph Stölzl wissen, wie er mit dem zu erwartenden Defizit von drei Millionen Mark umgehen wolle.

John Montagu (57), elfter Graf von Sandwich, steigt höchstselbst in das Geschäft mit belegten Brötchen ein. Graf Sandwich kündigte am Montag in der Zeitung "The Times" an, er hoffe vom Frühjahr nächsten Jahres an mit einem Sandwich-Laden die Angestellten im Londoner Bankenviertel zu beliefern.

Das Verhältnis zwischen Politik und Presse ist nicht immer das Beste, doch bei allem Fingerhakeln und Auf-die-Finger-Klopfen gibt es gewisse Regeln des Umgangs. Manchmal erbittet sich so ein Politiker auch ein Belegexemplar und bekommt es, beispielsweise wenn der Journalist einem Organ zuarbeitet, das hierzulande kaum zu beziehen ist.

Von Andreas Conrad

Beim Lottostiftungsrat ist auch der Tierschutzverein leer ausgegangen. Das aus sechs Politikern zusammengesetzte Gremium verteilt - weitgehend unkontrolliert - im Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag aus den Lotto-Überschüssen für soziale, karitative, kulturelle, sportliche und staatsbürgerliche Zwecke.

Soll die Verteilung der Gelder aus der Lottostiftung "demokratisiert" werden? Über diese Frage stritten sich die Fraktionsvorsitzenden im Abgeordnetenhaus, Harald Wolf (PDS) und Klaus Landowsky (CDU), am vergangenen Sonntag beim Pro & Contra im Tagesspiegel.

Der Wind hat sich gedreht. Die "7 Hügel" mögen noch so lichte Höhen des Ausstellungswesens sein - ihren Kostenberg möchte niemand mehr erklimmen müssen.

Von Bernhard Schulz

Hebamme ist ein ehrwürdiger Beruf. Vielleicht das älteste Gewerbe der Welt: Immer den Menschen zugewandt, aber immer schon schlecht bezahlt.

Von Ulrich Zawatka-Gerlach

Der Senat hat gestern die Satzung der Lottostiftung geändert. Darin wird nun festgelegt, dass bis 2004 ein Viertel der so genannten Zweckabgabe, das sind 34 Millionen Mark jährlich, für die Jugendförderung verwendet wird.

"Über dem schönen gerahmten Stück Brandenburg liegt etwas Wehmut". Harry Müller, Bürgermeister der 60 Kilometer südlich Berlins gelegenen Kleinstadt Luckau, klingt nicht nur bei diesem Satz etwas sentimental.

Von Claus-Dieter Steyer

Für Jan Ullrich endete die Saison im Rondell der Straßen D 86 und N 10 an der Loire. Drei Kilometer vor dem Ziel in Tours kamen im Peloton drei Fahrer auf regennasser Straße zu Fall.

Sie betreuen die bekanntesten Museen Berlins und haben doch wenig Geld zur Verfügung. Obgleich sie der Kunst zu einer weitreichenderen Öffentlichkeit verhelfen, müssen sie mit einem geringeren Budget auskommen als so mancher Sammler.

Die Gnade des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF hat Hochsprung-Weltrekordler Javier Sotomayor in Sydney zu einer Silbermedaille verholfen. Mit 2,32 m belegte der Kubaner sieben Wochen nach seiner Begnadigung Platz zwei hinter dem russischen Überraschungssieger Sergej Klijugin (2,35).

Thomas Haas hatte seine olympische Premiere schon mit Bravour bestanden, da erlebte der US-Open-Sieger seinen Alptraum im Zeichen der Ringe: Für ihn war das Tennisturnier schon nach der ersten Runde beendet, mit einem 6:1, 1:6 4:6 gegen den Franzosen Fabrice Santoro. "Ich ärgere mich furchtbar, weil ich jetzt nicht mehr die Goldmedaille holen kann", grollte der Russe, der erst am Dienstagmorgen um fünf Uhr mit einer Sondermaschine aus der usbekischen Hauptstadt Taschkent in Sydney angekommen war.

Wer sich von Berlins Kultursenator Christoph Stölzl am Mittwochabend Abenteuerliches erzählen lassen wollte, brauchte nur eine Einladung von "100,6". Der Radiosender, bei dem Stölzl in seiner Zeit als Museumsdirektor wöchentliche Plauderstünchen abhielt, hatte ins Deutsche Theater gebeten, wo Stölzl unter dem Motto "Politiker erzählen Märchen" Andersens "Schneekönigin" vortrug.

Von Frederik Hanssen

CDU und SPD streiten sich weiter um die Verwendung von Lottomitteln für Jugendprojekte, auch wenn der CDU-Haushaltsexperte Alexander Kaczmarek gestern behauptete: "Es gibt keinen Streit mehr." Man sei sich einig, dass 25 Prozent der "Zweckabgabe" aus dem Lotteriegeschäft ab 2001 der öffentlich geförderten Jugendarbeit zur Verfügung gestellt werden.

Die Lotto-Gesellschaften wollen das Lotto-Fieber in Deutschland noch weiter anfachen: Ab dem 2. Dezember wird es statt zwei nur noch einen Jackpot geben.

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