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Katrin Vernau, Interims-Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg, muss den RBB finanziell stabilisieren.

© dpa / dpa/Britta Pedersen

Was der RBB unter Fernsehen versteht (2): Verkaufe Studio Warschau, biete „Mittagsmagazin“ an

Katrin Vernau, Intendantin des krisengeschüttelten Rundfunks Berlin-Brandenburg, ist in der ARD auf Verkaufstour

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Wieder einmal zeigt sich der Vorteil, dass Katrin Vernau vom Westdeutschen Rundfunk zum Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) gekommen ist, um den Sender aus der Krise zu holen. Wenigstens aus der finanziellen. Der RBB muss bis zum Ende der Beitragsperiode 2024 41 Millionen Euro aus seinen Etats herausschneiden und einer von der Beitrags-Kommission geforderten Rücklage zuführen. Die entlassene Intendantin Patricia Schlesinger hatte das Geld mit ihrer Geschäftsleitung schon ausgegeben.

Mit Studio Warschau groß rauskommen

Den RBB damit zu einem respektierten Sender von Hauptstadt und Regierungssitz zu machen, wurde der Plan gefasst, das Auslandsstudio in Warschau, bislang im Wechsel von WDR und RBB geführt, in Eigenregie zu betreiben. Dieser Plan wird aufgegeben. Interimsintendantin Vernau sagte am Montag im Hauptausschuss des brandenburgischen Landtags in Potsdam, die Tendenz gehe ganz klar dahin, dass man das doch nicht machen werde. Verträge seien auch nicht unterschrieben. Sie hoffe, dass der WDR bereit sei, das, was lose vereinbart worden sei, wieder rückwärts zu drehen. „Das würde uns sehr helfen in der jetzigen Situation aus finanzieller Sicht.“ Der WDR bestätigte auf Nachfrage, dass man in Gesprächen mit dem RBB sei.


Die Berichterstattung der ARD aus Warschau würde nicht beeinträchtigt, sagte Vernau und erläuterte zum Hintergrund der ursprünglichen Pläne: Es sei für die eigene empfundene Bedeutung des RBB innerhalb der ARD wichtig gewesen, dass man sich auch einmal ein Auslandsstudio gewünscht habe. „Aber man muss sich halt auch seine Wünsche finanzieren können“, sagte die Interims-Intendantin, die den Sender aus seiner Krise führen soll.

Vernau, die bis zum Amtsantritt beim RBB als WDR-Verwaltungsdirektorin gearbeitet hat, kennt die Kassenlage des größten ARD-Senders ganz genau. Sie weiß, was rauszuholen ist, und sie weiß, was ihr WDR-Intendant Tom Buhrow schuldig ist, der sie gebeten hatte, beim RBB nach dem Rechten zu schauen. Und so würde es nicht überraschen, wenn Vernau nicht auch noch versuchen würde, das „Mittagsmagazin“, das Schlesinger vom Bayerischen Rundfunk übernommen hatte, dem WDR zuzuschanzen. Macht der nicht schon das ARD-“Morgenmagazin“? Also. bitte, WDR, übernehmen Sie! (mit dpa)

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