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Hält an seinem Gebietsanspruch auf Grönland fest - US-Präsident Donald Trump.

© Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Update

„Ich habe die Geheimdienstinformationen gesehen ...“: Nordische Diplomaten widersprechen Trumps Grönland-Behauptungen

Trump will Grönland annektieren, um es besser zu schützen. Dabei gibt es aktuell gar keine Bedrohung, sagen skandinavische Diplomaten. Der US-Präsident setzt weiter auf Konfrontation.

Stand:

US-Präsident Donald Trump lässt sich von seinem Gebietsanspruch auf Grönland durch Vorstöße von Nato-Staaten für einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis nicht abbringen. An Bord der Air Force One konfrontierte ihn eine Journalistin damit, dass Großbritannien und Deutschland aktuell Pläne für mehr Schutz der Sicherheit in der Arktis im Nato-Rahmen diskutieren würden. Die Frage, ob das etwas an seiner Einschätzung ändere, verneinte Trump. 

„Wir sprechen über Erwerb, nicht über eine Pacht“, betonte er mit dem Vokabular eines Geschäftsmanns. Trump machte dabei klar, dass es ihm darum gehe, Grönland langfristig zu besitzen. Einmal mehr rechtfertigte er das damit, dass sich sonst China oder Russland die Insel einverleiben würden. 

Beamte nordischer Staaten Europas haben Trump allerdings widersprochen, dass in den Gewässern vor und rund um Grönland chinesische und russische Schiffe vermehrt operierten. Diese Behauptungen Trumps seien nicht durch Geheimdienstinformationen gedeckt, berichtet die britische Zeitung „Financial Times“.

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Es gäbe keine Hinweise darauf, dass russische oder chinesische Schiffe oder U-Boote in den vergangenen Jahren in der Nähe von Grönland operiert hätten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf zwei nicht namentlich genannte nordische Diplomaten. Diese sollen über Zugang zu Nato-Geheimdienstinformationen verfügen. „Ich habe die Geheimdienstinformationen gesehen. Es gibt keine Schiffe, keine U-Boote“, wird einer der Diplomaten zitiert.

Auch der norwegische Außenminister Espen Barth Eide erklärte im norwegischen Fernsehen, dass es in der Nähe von Grönland „sehr wenig“ russische oder chinesische Aktivitäten gäbe.

Dem widersprach allerdings der General der US-Armee, Alexus Grynkewich, der aktuell auch Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa ist. Grynkewich erklärte, russische und chinesische Schiffe seien in den Gewässern rund um Grönland – und dies nicht in friedlicher Absicht.

Die Schiffscrews untersuchten „weder Robben noch Eisbären“, sagte der hochrangige US-Militär. Ihre Vermessungen in den Gewässern dienten „nicht friedlichen Zwecken“. Zum Anspruch Trumps auf die Insel äußerte sich Grynkewich nicht.

Mehrere Nato-Staaten wie Großbritannien hatten sich zuletzt für einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis ausgesprochen. Ein Vorschlag sieht Diplomaten zufolge einen Überwachungseinsatz mit dem Namen „Arctic Sentry“ (deutsch etwa: Wächter der Arktis) vor. Er soll den Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden kann.

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul hatte erst gerade grundsätzliche Bereitschaft für einen größeren Beitrag Deutschlands zur militärischen Sicherheit in der Arktis erklärt. Die richtigen Antworten müssten im Nato-Rahmen gefunden werden, sagte der CDU-Politiker, der auf Island einen Zwischenstopp auf dem Weg in die USA einlegte. 

An diesem Montag empfängt US-Außenminister Marco Rubio Wadephul in Washington. Trumps Drohungen gegen Grönland dürften dabei eine wichtige Rolle spielen. (Tsp/dpa)

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