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Dieses Videostandbild, das aus einem von der AP außerhalb des Irans beschafften und verifizierten Video stammt, zeigt Aufnahmen, die zwischen dem 9. und 11. Januar 2026 entstanden sein sollen und in den sozialen Medien kursierten.

© dpa/Uncredited

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Seit Ausbruch der Proteste: Menschenrechtler zählen mehr als 2500 Tote im Iran

Trump appelliert an Demonstranten im Iran + Rund 2000 Tote bei den Protesten + Iranische Justiz klagt erste Demonstranten an + Der Newsblog.

Stand:

Seit Ende Dezember 2025 kommt es im Iran zu Massenprotesten. Sie hatten sich ursprünglich an der schlechten Wirtschaftslage und den hohen Lebenshaltungskosten entzündet, richten sich inzwischen aber vor allem gegen die Führung des Landes. Das iranische Regime reagiert auf die anhaltenden Proteste mit brutaler Gewalt und hat das Internet abgeschaltet. Alle aktuellen Entwicklungen im Iran finden Sie in unserem Newsblog.

Hinweis: Angaben aus dem Iran sowie Bilder und Videos aus der Region lassen sich oft nicht endgültig verifizieren. Wir geben sie dennoch mit einem entsprechenden Hinweis wieder, um einen möglichst detaillierten Blick auf die aktuellen Ereignisse im Land zu vermitteln.

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Christoph Zempel

Menschenrechtler: Mehr als 2.500 Tote bei Protesten im Iran

Im Iran sind seit Ausbruch der Proteste Ende Dezember Aktivisten zufolge mindestens 2.500 Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete die Menschenrechtsorganisation Hengaw mit Sitz in Norwegen und wies darauf hin, ihr Verifikationsteam sei täglich damit beschäftigt, Todesfälle im Kontext der Massenproteste zu dokumentieren.

Am Dienstag hatte Iran Human Rights (IHRNGO), die ebenfalls in Norwegen registriert sind, die Zahl der getöteten Demonstranten auf mindestens 734 beziffert. Die Organisation warnte aber auch davor, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer deutlich höher, gar bei Tausenden, liegen könnte. „Aufgrund der vollständigen Abschaltung des Internets seit Donnerstagabend und der massiven Einschränkungen des Informationszugangs ist eine unabhängige Überprüfung dieser Zahlen derzeit äußerst schwierig“, hieß es in dem Bericht.(dpa)
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Christoph Zempel

Internetblockade belastet Alltagsleben in Teheran

Keine E-Mails, keine Textnachrichten, keine ausländischen Apps, nicht einmal mehr Festnetzanrufe: Die rund 86 Millionen Menschen im Iran sind seit Tagen weitestgehend von der Welt abgeschnitten. Die iranische Führung hatte wegen der Proteste im Land eine Internetsperre verhängt. Die Blockade hat große Auswirkungen auf das Alltagsleben: „Wir kommen ins Büro, aber ohne Internet kann ich nicht einmal meine Kunden kontaktieren“, sagte ein Mitarbeiter einer privaten Firma in Teheran, der aus Sorge um seine Sicherheit anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AFP.

Während Plattformen wie Youtube, Instagram und Telegram gesperrt sind, können Iraner zumindest das heimische Internet nutzen, dessen Inhalt gefiltert wird. Bestimmte Apps für Taxis, Lieferdienste und Onlinebanking funktionieren wie gewohnt.  

Wie ein AFP-Reporter berichtete, wurden internationale Telefonverbindungen am Dienstag wieder hergestellt - jedoch nur für ausgehende Telefonate. Die Qualität der Verbindungen blieb durchwachsen, immer wieder wurden Gespräche unterbrochen.

In der iranischen Hauptstadt Teheran sind die Terrassen der Cafés tagsüber voll, die Geschäfte geöffnet und die Straßen verstopft. Abends schließen Restaurants und Einkaufszentren hingegen, obwohl es keine offizielle Ausgangssperre gibt. (AFP)

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Christoph Zempel

Bilder von Leichensäcken im Iran sorgen für Entsetzen

Aus dem weitgehend von der Außenwelt abgeschnittenen Iran gelangen trotz Internet-Blockade besorgniserregende Bilder nach außen. Aktivisten und Oppositionelle teilen etwa Videos, die auf dem Boden aufgereihte Leichensäcke mit Toten darin zeigen sollen. Dabei soll es sich um bei den Protesten getöteten Demonstranten handeln. Die Videos ließen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren, schüren aber bei vielen die Sorge, dass die Gewalt gegen die Protestierenden ein besonders hohes Maß an Brutalität erreicht haben könnte.

Bereits vor vier Tagen hatte ein persischsprachiges Faktencheck-Team mit Sitz in Kanada ein Video aus einem Vorort der iranischen Hauptstadt Teheran analysiert, das verletzte und blutüberströmte Menschen auf dem Boden eines Gebäudes zeigt. Das Portal „Fatnameh“ kam zu dem Schluss, dass die Aufnahmen echt sind – unter anderem, weil sie zuvor nicht im Netz kursierten und mit Details zum aktuellen Geschehen im Iran übereinstimmen. (dpa)

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Christoph Zempel

Staatsanwaltschaft: Iran wird Todesstrafe gegen einige „Unruhestifter“ verhängen

Die iranischen Behörden werden nach Angaben der Staatsanwaltschaft gegen einige im Zuge der jüngsten Proteste festgenommene „Unruhestifter“ die Todesstrafe verhängen. Wie das Staatsfernsehen berichtete, teilte die Staatsanwaltschaft von Teheran am Dienstag mit, dass eine unbestimmte Zahl an Verdächtigen wegen des „Kriegs gegen Gott“ (Moharebeh) angeklagt werde. Dabei handelt es sich nach islamischem Scharia-Recht um eine Straftat, auf die im Iran die Todesstrafe steht. 

„Eine Reihe von Randalierern, deren Anklagen mit Moharebeh übereinstimmten, werden bald vor Gericht gestellt“, hieß es weiter. (AFP)

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Christoph Zempel

Auswärtiges Amt bestellt Irans Botschafter ein

Angesichts des äußerst harten Vorgehens von Regierungskräften gegen Demonstranten im Iran hat das Auswärtige Amt den Botschafter des Landes einbestellt. Die Brutalität des Regimes sei schockierend, teilte das Ministerium auf der Plattform X zur Begründung mit. „Wir fordern Iran nachdrücklich auf, die Gewalt gegen die eigenen Bürgerinnen und Bürger zu beenden und ihre Rechte zu achten.“

Die förmliche Einbestellung eines Botschafters gilt als scharfes diplomatisches Mittel, mit dem die Regierung des Gastlandes eine deutliche Verstimmung signalisiert. Unter anderem auch Frankreich und Dänemark bestellten die iranischen Botschafter in ihren Ländern ein. (dpa)
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Christoph Zempel

Iran: Von der Leyen will weitere EU-Sanktionen vorschlagen

Angesichts der Lage im Iran plant die EU weitere Maßnahmen gegen die „für die Unterdrückung Verantwortlichen“. In enger Zusammenarbeit mit der Außenbeauftragten der EU, Kaja Kallas, würden rasch weitere Sanktionen vorgeschlagen werden, schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf sozialen Netzwerken. „Wir stehen an der Seite der Menschen im Iran, die mutig für ihre Freiheit demonstrieren.“

Weiter schrieb die Deutsche, die steigende Zahl der Opfer im Iran sei erschreckend. „Ich verurteile den exzessiven Einsatz von Gewalt und die anhaltende Einschränkung der Freiheit auf das Schärfste.“ 

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dürfte es zunächst vor allem um Strafmaßnahmen gegen Verantwortliche für die Gewalt gegen Demonstranten gehen – möglicherweise auch gegen Minister. Gegen sie könnten EU-Einreiseverbote und Vermögenssperren erlassen werden.

EU-Sanktionen gegen Revolutionsgarden schon in Kraft

Gegen die iranischen Revolutionsgarden gibt es in der EU bereits Sanktionen – unter anderem um die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen zu verhindern. So gilt schon seit langem, dass alle ihre in der EU vorhandenen Vermögenswerte eingefroren werden müssen und den Garden keine wirtschaftlichen Ressourcen bereitgestellt werden dürfen.

Diskutiert wird in der EU zusätzlich seit Jahren auch über eine mögliche Einstufung der iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation, Deutschland setzt sich dafür ein. Bis zuletzt hatten allerdings mehrere Mitgliedstaaten Bedenken und da die Entscheidung einstimmig getroffen werden muss, war kein entsprechender Beschluss möglich. Angesichts der erneuten brutalen Niederschlagung von Protesten im Iran steigt nun allerdings der Druck auf die Skeptiker. (dpa)

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Christoph Zempel

Schah-Witwe ruft Sicherheitskräfte im Iran zum Schulterschluss auf

Die Witwe des letzten Schahs hat die Sicherheitskräfte im Iran zum Schulterschluss mit den Demonstrierenden aufgerufen. „Hört die Schreie des Zorns und der Wut der Demonstrierenden. Schließt euch euren Brüdern und Schwestern an, bevor es zu spät ist“, erklärte die 87-jährige Farah Pahlavi am Dienstag im Onlinedienst Telegram. Nichts rechtfertige ein Blutvergießen, betonte sie.

„Macht euer Schicksal nicht von dem der Mörder abhängig“, schrieb die Schah-Witwe. „Seid stark und glaubt daran, dass ihr bald gemeinsam die Freiheit im Iran feiern werdet und dass das Licht über die Dunkelheit siegen wird.“ Die Schah-Witwe unterstützte damit Aufrufe ihres in den USA lebenden Sohnes Reza Pahlavi, der in den vergangenen Wochen zu einer Symbolfigur der iranischen Opposition geworden ist.

Farah Pahlavi war die dritte Frau des Schahs, den sie als Studentin in Paris kennengelernt hatte. Ihre Beziehung war in den 60er und 70er Jahren ein beliebtes Thema in der Klatschpresse. Farah Pahlavi verließ den Iran gemeinsam mit ihrem Mann Mohammed Reza Pahlavi 1979 im Zuge der Islamischen Revolution. Sie lebt heute in den USA und in Paris. (AFP)

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Benjamin Reuter

Trump kündigt Hilfe für iranische Demonstranten an

Angesichts der Massenproteste im Iran hat US-Präsident Donald Trump bis auf weiteres alle Gespräche mit der Führung in Teheran ausgesetzt und den Demonstranten Unterstützung in Aussicht gestellt. „Iranische Patrioten, protestiert weiter! Übernehmt eure Institutionen!“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Er habe alle Treffen mit iranischen Regierungsvertretern abgesagt, bis das „sinnlose Tötung von Demonstranten aufhöre“. „Sie werden einen hohen Preis zahlen“, schrieb Trump und kündigte an, dass Hilfe unterwegs sei. Was genau er damit meinte, war zunächst unklar. (dpa)
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Daniel Krause
Author Daniel Krause

Behördenvertreter: Rund 2000 Tote bei Protesten im Iran

Bei den Massenprotesten im Iran sind nach staatlichen Angaben rund 2000 Menschen getötet worden. Darunter seien Zivilisten und Sicherheitskräfte, sagte ein Behördenvertreter am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Verantwortlich dafür seien „Terroristen“. Die seit dem 28. Dezember andauernden Proteste im Iran hatten sich an der schlechten Wirtschaftslage entzündet und waren in Forderungen nach einem Sturz der Führung der Islamischen Republik gegipfelt. Sicherheitskräfte gingen gewaltsam dagegen vor.

Die in den USA ansässige Menschenrechtsorganisation Hrana hatte zuletzt erklärt, bei den Protesten seien bis Montag mindestens 646 Menschen getötet worden. Darunter seien 505 Demonstranten, 113 Angehörige der Sicherheitskräfte und sieben Unbeteiligte. 579 weitere gemeldete Todesfälle würden noch untersucht, hatte Hrana erklärt. Seit Beginn der Proteste seien 10.721 Menschen festgenommen worden.

Reuters konnte alle Zahlenangaben nicht überprüfen. (Reuters)
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Daniel Krause
Author Daniel Krause

UN-Menschenrechtskommissar Türk entsetzt über Gewalt gegen Protestierende im Iran

UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hat sich entsetzt über die Gewalt gegen Protestierende im Iran gezeigt. „Die Tötung friedlicher Demonstranten muss aufhören“, erklärte Türk am Dienstag in Genf. Auch „die Stigmatisierung von Demonstranten als ‚Terroristen‘, um Gewalt gegen sie zu rechtfertigen, ist inakzeptabel“, fügte Türk hinzu. Die iranischen Behörden versuchten, „mit brutaler Gewalt legitime Forderungen nach Veränderung zu unterdrücken“.

Er rief die iranischen Behörden dazu auf, Gewalt gegen friedliche Demonstranten umgehend einzustellen sowie Internet und Telefonleitungen wiederherzustellen.  (dpa/AFP)
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Daniel Krause
Author Daniel Krause

Iranische Justiz klagt erste Demonstranten an

Die Justiz im Iran hat angesichts der laufenden Massenproteste gegen die Staatsführung erste Anklagen in die Wege geleitet. Die Staatsanwaltschaft in Teheran habe gegen mehrere festgenommene Personen Anklage erhoben, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Besonders schwere Fälle von „Randalierern“ würden demnach vorrangig und gesondert behandelt. Dazu zähle auch der Vorwurf der „Kriegsführung gegen Gott“ – ein Tatbestand, der nach islamischem Recht im Iran mit der Todesstrafe geahndet werden kann.

Irans Justizchef hatte am Montag Vergeltung für bei den Protesten getötete Sicherheitskräfte und Polizisten gefordert. Wer Polizeikräfte angegriffen oder Einrichtungen der Sicherheitskräfte und städtische Infrastruktur attackiert habe, müsse vorrangig vor Gericht gestellt werden, sagte Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi. 

In der vergangenen Woche hatte die Justiz „maximale Härte“ im Umgang mit Demonstranten angekündigt. Bei früheren Protestwellen verhängte sie auch Todesurteile. Im Herbst 2022 gingen unter dem Motto „Frau, Leben, Freiheit“ landesweit Menschen auf die Straße. Im Zusammenhang mit den Unruhen ließ der Staat anschließend mindestens zwölf Personen hinrichten. (dpa)
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Daniel Krause
Author Daniel Krause

Internationale Anrufe aus dem Iran wieder möglich

Nach einer tagelangen Kommunikationsblockade können Iranerinnen und Iraner erstmals wieder ins Ausland telefonieren. Das Internet bleibt unterdessen weiter gesperrt, wie Kontakte aus der iranischen Hauptstadt Teheran berichteten. Irans Sicherheitsapparat hatte die Bevölkerung angesichts von Massenprotesten seit Donnerstagabend von der Außenwelt abgeschnitten.

Bewohner der Millionenmetropole berichteten nun von schrecklichen Tagen. Ein junger Mann sagte: „Wir hören, dass täglich Hunderte Opfer – Tote und Verletzte – in die Krankenhäuser gebracht werden. Die Lage ist nicht gut.“ Und weiter: „Wir wissen nicht, was wir tun sollen.“

Nach Aussage von Außenminister Abbas Araghtschi ist die Internetsperre wegen „terroristischer Operationen“ angeordnet worden. „Das Internet wurde erst gesperrt, nachdem wir mit terroristischen Operationen konfrontiert waren und festgestellt hatten, dass die Befehle aus dem Ausland kamen“, sagte Araghtschi am Dienstag im Sender Al-Dschasira. (dpa/AFP)
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Daniel Krause
Author Daniel Krause

Iranischer Regisseur Panahi fordert internationale Unterstützung für seine Landsleute

Der preisgekrönte iranische Filmemacher Jafar Panahi hat die internationale Gemeinschaft aufgerufen, das gewaltsame Vorgehen gegen seine demonstrierenden Landsleute nicht hinzunehmen. „Jedes Schweigen heute irgendwo in der Welt muss sich eines Tages den Fragen der Geschichte stellen“, sagte der Regisseur am Dienstag dem Sender France Inter. Panahi hob hervor, dass die Menschen im Iran „wehrlos“ seien – „und trotz alledem sind sie draußen auf der Straße“.

Panahi sagte, wenn eine Regierung „Kriegswaffen“ gegen die eigene Bevölkerung einsetze, wolle sie damit „ein Blutbad anrichten“ und nicht nur die Demonstrierenden dazu bringen, nach Hause zu gehen. Daher bräuchten die Iranerinnen und Iraner nun „die internationale Gemeinschaft, um ihnen zu helfen und sie zu unterstützen“, betonte der iranische Filmemacher, der vergangenes Jahr beim Festival in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet worden war.

Nach der Protestwelle im Jahr 2022 wegen des gewaltsamen Todes der jungen Kurdin Mahsa Amini und der islamischen Bekleidungsvorschriften für Frauen sowie den Protesten gegen hohe Ölpreise einige Jahre zuvor sei im Iran nun ein „Höhepunkt“ erreicht worden, sagte Panahi. „All diese Bewegungen und Erhebungen haben es zu diesem Punkt gebracht. Und ich denke, wir müssen dem ein Ende setzen“, sagte der Regisseur offenbar mit Blick auf die seit 1979 herrschende autoritär-islamische Führung in Teheran. (AFP)
Der Filmemacher Jafar Panahi kommt zu den AFI Awards im Four Seasons in Los Angeles (Archivbild).
Der Filmemacher Jafar Panahi kommt zu den AFI Awards im Four Seasons in Los Angeles (Archivbild).   Bild: dpa/AP/Invision/Chris Pizzello
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Daniel Krause
Author Daniel Krause

Deutsche Iran-Exporte vor Trump-Drohung um ein Viertel eingebrochen

Das deutsche Iran-Geschäft ist schon vor der Androhung von Strafzöllen durch US-Präsident Donald Trump eingebrochen. Von Januar bis November 2025 sanken die Exporte in die Islamische Republik um 25,0 Prozent auf knapp 871 Millionen Euro, wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorlagen. Das entspricht nicht einmal einem Anteil von 0,1 Prozent an den gesamten deutschen Ausfuhren. Dennoch gilt Deutschland als wichtigster Handelspartner des Iran in der Europäischen Union (EU). 2024 insgesamt waren die deutschen Iran-Exporte noch um sechs Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro gewachsen. (Reuters)
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Daniel Krause
Author Daniel Krause

NGO: Internetsperre im Iran dauert seit viereinhalb Tagen an

Im Iran dauert die im Zuge der Proteste gegen die staatliche Führung verhängte landesweite Internetsperre auch am fünften Tag in Folge weiter an. „Es ist nun 108 Stunden her, seit der Iran eine landesweite Abschaltung des Internets verhängt hat, wodurch die Iraner vom Rest der Welt und voneinander isoliert sind“, erklärte die Organisation Netblocks am Dienstag im Onlinedienst X. Internationale Telefonate waren derweil nach tagelanger Unterbrechung wieder möglich, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP aus dem Iran berichtete.

Netblocks wies darauf hin, dass die Internetsperre etwa über Kurzwellenradio, eine Mobilfunkverbindung in Grenznähe, das Satellitennetzwerk Starlink oder Satellitentelefone umgangen werden könne. Starlink wird vom US-Raumfahrtunternehmen SpaceX des US-Milliardärs Elon Musk betrieben. Es ermöglicht auch abgelegenen Regionen, in denen die Kommunikationsinfrastruktur nicht funktioniert, einen Zugang zum Internet. (AFP)
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Daniel Krause
Author Daniel Krause

China kritisiert neue US-Zölle gegen Handelspartner des Iran

Die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle gegen Handelspartner des Iran stoßen bei China auf Kritik. Es sei die Überzeugung der chinesischen Führung, „dass es keine Gewinner bei einem Zollkrieg gibt“, antwortete die Sprecherin des Außenministeriums in Peking, Mao Ning, am Dienstag auf eine Frage nach den neuen US-Zöllen. China werde „seine legitimen Rechte und Interessen entschlossen schützen“. 

Trump hatte am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social verkündet, dass für Länder, die Geschäfte mit dem Iran machen, ab sofort ein Zollsatz von 25 Prozent gelte. Die wichtigsten Handelspartner des Iran sind laut der Datenbank Trading Economics China, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Irak. (AFP)
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Daniel Krause
Author Daniel Krause

Merz rechnet mit baldigem Ende der iranischen Staatsführung

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) rechnet angesichts der Massenproteste im Iran mit einem baldigen Ende der dortigen Staatsführung. „Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen“, sagte er während seines Indien-Besuchs in Bengaluru. (dpa)
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Viktoria Bräuner
Author Viktoria Bräuner

Schah-Sohn Pahlavi drängt USA zum Eingreifen im Iran

Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, setzt angesichts der Massenproteste im Iran auf ein baldiges Eingreifen der USA. „Es müssen Maßnahmen ergriffen werden“, sagte Pahlavi in einem Interview mit dem US-Sender CBS News. „Der beste Weg, um sicherzustellen, dass weniger Menschen im Iran getötet werden, ist ein frühzeitiges Eingreifen, damit dieses Regime endlich zusammenbricht und all die Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, ein Ende finden."

Pahlavi sagte, er habe mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump kommuniziert, gab jedoch keine Einzelheiten preis. Trump hatte zuvor gesagt, dass die USA die Lage im Iran sehr ernst nähmen. „Das Militär befasst sich damit, und wir prüfen einige sehr drastische Optionen. Wir werden eine Entscheidung treffen“, sagte er und fügte hinzu, dass er stündlich Berichte über die Entwicklung im Land bekomme. 

Pahlavi sagte bei CBS News, die Staatsführung der Islamischen Republik in Teheran versuche, die Welt „auszutricksen“, indem sie vorgebe, bereit zu sein, über einen Ausweg aus den Unruhen zu verhandeln. Der entscheidende Wendepunkt wäre es, „wenn dieses Regime erkennen würde, dass es sich nicht mehr auf eine fortgesetzte Unterdrückungskampagne verlassen kann, ohne dass die Welt darauf reagiert“, sagte Pahlavi. 

Auf die Frage, ob er Trump dazu dränge, einen Regimewechsel einzuleiten, antwortete er, Trump sei solidarisch mit den Menschen im Iran, was bedeute, dass Trump letztlich deren Forderungen unterstütze. „Und deren Forderung ist, dass dieses Regime verschwinden muss“, fügte Pahlavi hinzu. 

Der von seinem autoritär regierenden Vater, dem Schah von Persien, einst zum Kronprinzen ernannte Pahlavi lebt seit Jahrzehnten in den USA im Exil. (dpa)
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Viktoria Bräuner
Author Viktoria Bräuner

Bericht: Siedlergewalt im Westjordanland stieg 2025 um 25 Prozent

Im vergangenen Jahr ist die Zahl von Angriffen radikaler israelischer Siedler auf Palästinenser im Westjordanland einem Bericht zufolge um 25 Prozent gestiegen. Das berichtete die Zeitung „Haaretz“ unter Berufung auf Zahlen des israelischen Verteidigungsapparats. 

Israels Armee teilte dazu auf Anfrage mit: „Im Laufe des letzten Jahres hat sowohl der Umfang als auch die Schwere der Gewalt durch Siedler zugenommen.“ Eigene Zahlen wollte das Militär nicht öffentlich machen.

Seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 sei es zu mehr als 1.700 Angriffen gekommen, meldete die „Haaretz“. Allein im vergangenen Jahr wurden den Angaben zufolge bei 845 Zwischenfällen mehr als 200 Menschen verletzt und vier getötet. Im Jahr 2024 seien bei 675 Angriffen 149 Palästinenser verletzt und sechs getötet worden.

Der Anstieg sei nicht allein auf mehr Einzeltaten zurückzuführen, sondern auf größere, organisierte Gruppen, die Unterstützung von Politikern und bekannten rechtsextremen Aktivisten erhalten, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf Armeeangaben. Dabei wurde auch auf die Ausbreitung sogenannter Farmen verwiesen, deren Gesamtzahl von etwa 30 vor dem Gaza-Krieg auf derzeit mehr als 120 gestiegen sei. 

Laut der israelischen Organisation Betselem handelt es sich dabei um landwirtschaftliche Flächen im Westjordanland, über die Siedler demnach - anders als etwa bei Siedlungen - die Kontrolle ohne offizielle israelische Genehmigung übernehmen. Die „Haaretz“ verwies darauf, dass die dort lebenden Menschen oftmals Angriffe auf Palästinenser anführten.

„Wer die Gründung von fast 100 neuen Farmen seit Kriegsbeginn ignoriert, sollte sich nicht über den Anstieg nationalistischer Auseinandersetzungen und Straftaten wundern“, zitierte die Zeitung einen hochrangigen Verteidigungsbeamten. (dpa)
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