
© REUTERS/Evelyn Hockstein
„Wahnsinnig“, „Schlimmer als gedacht“, „Korruption“: US-Demokraten nach Briefing zu Trumps Venezuela-Plänen erschüttert
US-Steuerzahler sollen offenbar alle Risiken tragen + Sanktionen gegen Venezuela gelockert + Rubio stellt Drei-Stufen-Plan vor + Staatskonzern bestätigt Verhandlungen mit USA über Öl + Der Blog.
Stand:
In einer beispiellosen Militäroperation haben US-Eliteeinheiten Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro in der Nacht zu Samstag in Caracas gefangengenommen und nach New York gebracht. Über alle aktuellen Entwicklungen informieren wir Sie im Liveblog.
US-Demokraten nach Briefing durch Regierung: „Es ist schlimmer als gedacht“
Senator Chris Murphy nannte die Pläne in einem Video „wahnsinnig“. Im Wesentlichen sollen die US-Steuerzahler mit ihrem Geld Venezuela führen, erklärte Murphy. Die USA würden mit ihrem Vorgehen fast alle Fehler aus Afghanistan und dem Irak wiederholen. „Es wird nicht gut enden“, warnte er. Während der Steuerzahler alle Risiken trage, würden die Profite nur an Trumps Energieindustrie und seine reichen Wall-Street-Freunde fließen. „Das ist Korruption“, sagte Murphy.
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Die USA heben einige ihrer Sanktionen gegen Venezuela auf. Dies soll den Transport und den Verkauf venezolanischen Öls auf dem Weltmarkt ermöglichen, wie das US-Energieministerium mitteilte. (dpa)
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Nach dem Wegfall von Öllieferungen aus Venezuela suchen chinesische Raffinerien Händlern und Analysten zufolge nach neuen Quellen. Der bisherige Hauptabnehmer des venezolanischen Öls warf den USA am Mittwoch zugleich „tyrannisches Verhalten“ vor.
„Das dreiste Vorgehen der Vereinigten Staaten gegen Venezuela und ihre ‚America First'-Forderung bei der Verfügung über Venezuelas eigene Ölressourcen sind typische Akte der Schikane", sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Mao Ning, in Peking. Dieses Vorgehen verletze das Völkerrecht und die Souveränität Venezuelas. (Reuters)
Venezuelas Übergangspräsidentin ordnet sieben Tage Trauer für Opfer von US-Angriff an
Die venezolanische Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez hat eine Woche Trauer zum Gedenken an die Opfer des US-Angriffs angeordnet. „Ich habe beschlossen, sieben Tage Trauer zu Ehren und zum Gedenken an die jungen Menschen, Frauen und Männer, auszurufen, die ihr Leben für die Verteidigung Venezuelas und Präsident Nicolás Maduro geopfert haben“, sagte Rodríguez am Dienstag. (AFP)Assange-Anwalt Barry Pollack verteidigt Maduro vor Gericht
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Die US-Regierung hat auch eine Idee, wie sie die Investitionen in Venezuela anschieben will: Die US-Ölfirmen würden nur für ihre Verluste durch Chavez' Verstaatlichung kompensiert, wenn sie jetzt in dem Land investieren. Die nötigen Investitionen, um die Ölförderung wieder auf ihr einstiges Maximum zu bringen, sind wohl rund 180 Milliarden Dollar und rund zehn Jahre Arbeit, schätzen Branchenanalysten. Allein um die aktuelle Fördermenge von rund einer Million Fass pro Tag über die nächsten 15 Jahre zu garantieren, würden rund 50 Milliarden Dollar notwendig.
Ob der Plan der US-Regierung aufgeht, ist dabei offen. Denn aktuell ist der Ölpreis mit rund 50 Dollar vergleichsweise niedrig, Investitionen lohnen sich deshalb kaum. Zudem ist die politische Lage in Venezuela immer noch angespannt. Das würde es für Versicherungen schwierig machen, die Investitionen abzusichern. Aktiengeführte Unternehmen könnten bei Hochrisikoinvestments zudem Probleme mit ihren Anteilseignern bekommen. Das Weiße Haus plant deshalb wohl eine Art Investitionsgarantie für die Unternehmen.
Hinzu kommt: Es gibt kaum noch für die Ölförderung ausgebildetes Personal in Venezuela.
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