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Ukraine-Invasion, Tag 1413: Hegseth verspottet russische Luftabwehr – wie reagiert der Kreml?
Gespräche über Bedingungen für einen Waffenstillstand fortgesetzt, Putin sieht Russlands Soldaten auf „heiliger Mission“ in der Ukraine, Kiew schließt illegale russische Schule. Der Überblick.
Stand:
Der US-Militäreinsatz in Venezuela, inklusive Gefangennahme des Präsidenten Nicolás Maduro, war nicht nur für das venezolanische Regime ein harter Schlag – sondern auch für Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Schließlich gehört Venezuela zu seinem Einflussgebiet. Die Worte von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in diesem Zusammenhang dürften Putin ebenfalls alles andere als gefallen haben.
Zum Umstand, dass es US-Soldaten gelang, mit Flugzeugen in der venezolanischen Hauptstadt Caracas zu landen, sagte Hegseth Anfang der Woche höhnisch: „Anscheinend haben die russischen Luftabwehrsysteme nicht so gut funktioniert, oder?“ Worte, die eine selbst ernannte „Supermacht“ wie Russland nicht gerne hören dürfte.
Die Präzision und Wirksamkeit der Militäroperation konfrontiert Putin mit der ernüchternden Tatsache, dass die USA weitaus besser gerüstet sind, um auf der Weltbühne zu dominieren. US-Präsident Donald Trump hat in den vergangenen Monaten an vielen Orten, an denen der Kreml einst als Schutzmacht auftrat, an Stärke gewonnen: in Syrien, im Iran, im Kaukasus – und nun auch in der Karibik.
Die Reaktion aus Russland? Auffallend zurückhaltend. Schließlich steht der rasante Erfolg der US-Operation in Venezuela in Kontrast zu Russlands gescheitertem Versuch, zu Beginn des Ukraine-Kriegs in Kiew einzumarschieren und den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu stürzen.
Sergey Markov, ein pro-russischer Kommentator, kann sich vorstellen, dass Russland abwartet und über seine eigenen Verbindungen versucht, die Lage in Venezuela weiter zu destabilisieren. Denn, das erklärt Markov der „Washington Post“: „Wenn die USA plötzlich in einen ernsthaften Krieg dort verwickelt werden, dann ergeben sich natürlich für Russland zusätzliche Möglichkeiten, diese Schwachstelle auszunutzen – und die Präsenz der USA in der Ukraine auszugleichen.“
Die wichtigsten Nachrichten des Tages
- Die internationale Schutztruppe zur militärischen Absicherung eines möglichen Waffenstillstands in der Ukraine nimmt Form an. Für Deutschland stellte Kanzler Friedrich Merz erstmals die Beteiligung der Bundeswehr an einer Friedenssicherung in Aussicht – auf Nato-Boden nahe der ukrainischen Grenze. Mehr dazu hier.
- Russlands Soldaten erfüllen nach den Worten von Staatschef Putin eine „heilige Mission“ im Auftrag Gottes. Das sagte Putin bei einer orthodoxen Weihnachtsfeier in einer kleinen Kirche in der Region Moskau zu Militärangehörigen und ihren Familien. Mehr dazu im Newsblog.
- Einen Tag nach dem Gipfeltreffen zur Ukraine in Paris haben ukrainische und US-Berater ihre Gespräche über Bedingungen für einen Waffenstillstand fortgesetzt. „Wir gehen davon aus, dass die schwierigsten Punkte eines Rahmens zur Beendigung des Krieges erörtert werden, insbesondere zum Atomkraftwerk Saporischschja und zu den Gebieten“, erklärte der ukrainische Präsident Selenskyj auf X.
- Die ukrainischen Sicherheitsbehörden haben eine 16‑Jährige aus Kropywnyzkyj festgenommen, die im Auftrag des russischen Geheimdienstes FSB einen GPS‑Tracker an einem örtlichen Wärmekraftwerk angebracht haben soll. Die Ermittlungen ergaben, dass der FSB das Mädchen über einen Telegram‑Kanal angeworben und ihr Geld für den Tracker auf ihre Bankkarte überwiesen hatte.
- Ukrainische Streitkräfte haben laut Angaben von Petro Andrijshchenko, Direktor des Zentrums für Besatzungsforschung, erstmals die Autobrücke zwischen Tschongar in der Oblast Cherson und der Krim mit Drohnen angegriffen. Andrijshchenko zufolge wurde die Verbindung zwar beschädigt, aber nicht so stark, dass der Verkehr eingestellt werden musste.
- Bei einem russischen Drohnenangriff auf die Stadt Dnipro wurden laut Angaben von Wladyslaw Hajwanenko auf Telegram sieben Menschen verletzt, darunter zwei Kinder. Mehr als zehn Wohnhäuser wurden beschädigt. In mehreren Kindergärten und einer Berufsschule brachen demnach nach dem Angriff Brände aus.
- In Kiew ist eine mutmaßlich illegale Schule entdeckt worden, die Kindern Inhalte im Sinne der russischen Ideologie der „Russischen Welt“ vermittelt haben soll. Laut Recherchen von „Slidstvo.Info“ handelte es sich um eine nicht genehmigte Einrichtung, die sich als „Familienbildungsclub“ ausgab und Verbindungen zur Ukrainisch‑Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats hatte.
- Nach Angaben des ukrainischen Kulturministeriums wurden im Jahr 2025 infolge des russischen Angriffs 307 Kulturdenkmäler sowie 261 Einrichtungen der kulturellen Infrastruktur zerstört oder beschädigt. Seit Beginn des Kriegs hätten insgesamt mehr als 4000 Kulturstätten in 18 Regionen Schaden erlitten, besonders in den Gebieten Charkiw, Cherson und Odessa.
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