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Der Nato-Generalsekretär Mark Rutte.

© dpa/Julia Demaree Nikhinson

Update

„Wichtigkeit der Arktis für gemeinsame Sicherheit“: Nato-Generalsekretär Rutte spricht mit Rubio über Grönland

US-Präsident Donald Trump will die größte Insel der Erde unter seine Kontrolle bringen. Nato-Partner sind besorgt. Kann ein neuer Bündniseinsatz in der Arktis ein Kompromiss sein?

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Angesichts des Konflikts um Grönland hat Nato-Generalsekretär Mark Rutte am Freitag mit US-Außenminister Marco Rubio über die Sicherheit in der Arktis gesprochen. Rutte habe sich mit Rubio über „die Wichtigkeit der Arktis für unsere gemeinsame Sicherheit“ unterhalten, teilte ein Nato-Sprecher mit. Es sei auch um die Art und Weise gegangen, wie die Nato daran arbeite, „ihre Kapazitäten im hohen Norden“ zu verstärken.

Trump hat Unruhe und Empörung bei den europäischen Verbündeten ausgelöst, weil er den Besitzanspruch der USA auf die Insel Grönland, die zum Nato-Land Dänemark gehört, kürzlich bekräftigte. Der US-Präsident schließt nach Angaben des Weißen Hauses auch militärische Gewalt nicht aus, um sich das rohstoffreiche Grönland anzueignen.

Nato-Staaten werben für Arktis-Einsatz

Mehrere Nato-Staaten werben angesichts der jüngsten Äußerungen der US-Regierung für einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis. Nach Angaben von Diplomaten sieht ein Vorschlag vor, einen Überwachungseinsatz mit dem Namen „Arctic Sentry“ (deutsch etwa: Wächter der Arktis) zu starten. Er soll den Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden kann.

Über den Vorschlag wurde den Angaben zufolge unter anderem bei einer Sitzung der ständigen Vertreter der Bündnisstaaten in Brüssel gesprochen. Darüber hatte zunächst unter anderem die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet.

Der britische Premierminister Keir Starmer ließ am Freitag mitteilen, er habe sich in einem Telefonat mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron für eine verstärkte Nato-Präsenz im hohen Norden ausgesprochen. Das Bündnis müsse in der Region stärker auftreten, um Gegner wie Russland abzuschrecken, sagte Starmer einer Sprecherin zufolge.

Geht es nur um Sicherheit?

Ob der Verstoß von Ländern wie Großbritannien Aussichten auf Erfolg hat, ist unklar. Grund ist, dass Nato-Einsätze nur gestartet werden können, wenn alle Alliierten zustimmen. Dabei stellt sich vor allem die Frage, ob es den USA bei ihrem Interesse an der offiziell zu Dänemark gehörenden Insel Grönland vielleicht vor allem um deren Rohstoffreichtum geht. In diesem Fall dürfte ein neuer Nato-Einsatz die Grönland-Debatte nicht beenden.

Idee für mehr Arktis-Präsenz ist nicht neu

Informelle Gespräche über eine Ausweitung der Nato-Präsenz in der Arktis gab es bereits vor einem Jahr. Basis könnten bereits 2023 verabschiedete neue Verteidigungspläne sein. Diese als geheim eingestuften Dokumente sehen ohnehin eine Verstärkung der Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeiten auch im hohen Norden vor. 

Die USA betreiben schon heute auf Basis von Abkommen mit Dänemark die Pituffik Space Base auf Grönland. Diese unterstützt unter anderem Raketenwarnsysteme sowie Raketenabwehr- und Weltraumüberwachungsmissionen. Darüber hinaus sind auch dänische Streitkräfte präsent - vor allem über das Arktische Kommando in Nuuk. Nach den Gesprächen der Vertreter der Bündnisstaaten in Brüssel soll es nun erst einmal einen Bericht zur aktuellen Lage geben. 

Für die Nato ist die Grönland-Debatte höchst brisant. Einerseits muss das Bündnis um seine Glaubwürdigkeit fürchten, wenn ein führendes Mitglied auf einmal androht, sich durch Zwangsanwendung Gebiete eines anderen Staates einzuverleiben - vor allem auch mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und Chinas Ansprüche auf Taiwan. Andererseits wäre es für die Nato ein Super-GAU, wenn die USA im Streit über ein solches Thema aus dem Bündnis austreten würden, weil die Abschreckung der Nato vor allem auf dem Atomwaffenarsenal und der Stärke der konventionellen Streitkräfte der USA beruht. (dpa)

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