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Dänische Soldaten in Grönland.

© Reuters/Guglielmo Mangiapane

Update

Nachdem Trump Anspruch bekräftigte: Dänemark erhöht Militärpräsenz in Grönland – auch Schweden schickt Truppen

Vor einem Treffen in Washington hat Dänemark angekündigt, seine Militärpräsenz auf der Arktis-Insel ab sofort zu verstärken. Das geschehe „in enger Zusammenarbeit mit Nato-Verbündeten“.

Stand:

Dänemark erhöht ab sofort seine Militärpräsenz in und um Grönland. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung des dänischen Außenministeriums und des grönländischen Ministeriums für Äußeres und Forschung hervor. Dies geschehe demnach im Zusammenhang mit militärischen Übungen mit sowohl Flugzeugen, Schiffen als auch Soldaten - und in enger Zusammenarbeit mit Nato-Verbündeten.

Ziel sei es, die Fähigkeit zum Einsatz unter den besonderen Bedingungen in der Arktis zu trainieren und die Präsenz des Verteidigungsbündnisses zu stärken. Bei den Übungsaktivitäten könne es sich laut der Mitteilung unter anderem um die Unterstützung grönländischer Behörden wie der Polizei, die Überwachung systemrelevanter Anlagen, den Einsatz von Kampfflugzeugen in und um Grönland, die Lösung von Marineaufgaben sowie die Entgegennahme alliierter Truppen handeln. Grund dafür sei, dass sich „die sicherheitspolitischen Spannungen bis in die Arktis“ ausgedehnt haben.

Auch Schweden kündigte an, noch am Mittwoch Militärs nach Grönland zu schicken. Das geschehe auf eine Anfrage aus Dänemark hin, schrieb der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson auf X. „Einige Offiziere der schwedischen Streitkräfte treffen heute in Grönland ein. Sie sind Teil einer Gruppe aus mehreren verbündeten Ländern“, hieß es in dem Post.

Die Ankündigung kam kurz bevor sich der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen und die für Außenpolitik zuständige grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt mit US-Außenminister Marco Rubio sowie US-Vizepräsident JD Vance in Washington treffen.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor seinen Anspruch auf Grönland bekräftigt. „Alles andere ist inakzeptabel“, schrieb Trump auf seinem Sprachrohr Truth Social. Die Nato-Mitgliedschaft des zum Königreich Dänemark gehörenden Territoriums im Nordatlantik sei kein ausreichender Schutz für Grönland, so der US-Präsident weiter.

Er wischte damit einen Vorstoß der Europäer zur Verstärkung der Nato-Präsenz in der Arktis vom Tisch, mit dem unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz versucht hatte, den Streit zu entschärfen. 

„Die Vereinigten Staaten brauchen Grönland zum Zweck der nationalen Sicherheit“, schrieb Trump. Es sei elementar für den Aufbau der geplanten Raketenabwehr Golden Dome. Die Nato solle daher den Weg für eine US-Übernahme der Insel bereiten, so Trump weiter. In Versalien schrieb er: „WENN WIR ES NICHT TUN, WERDEN ES RUSSLAND ODER CHINA MACHEN, UND DAS WIRD NICHT PASSIEREN!“

Teilnahme von Vance an Gespräch weckt Sorge

Die Nato könne nur dank der USA eine wirksame Abschreckung entfalten, schrieb Trump und fügte hinzu, das sei sein Verdienst durch die Stärkung der US-Streitkräfte während seiner ersten Amtszeit. Die Nato werde weitaus beeindruckender und effektiv mit Grönland in den Händen der USA, so der Republikaner weiter.

Auch die Bundesregierung hat sich zuletzt für eine stärkere Nato-Präsenz in der Arktis ausgesprochen. In der Region seien verstärkte Aktivitäten Russlands und Chinas zu beobachten, sagte Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) am Dienstag dem ZDF. „Damit muss man umgehen“, sagte er. „Und das kann man im Nato-Rahmen gut lösen.“ 

Derweil hat auch der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen erneut erneut deutlich gemacht, dass Grönland unter keinen Umständen zu den USA gehören will.

„Wenn wir zwischen den USA und Dänemark wählen müssen, dann wählen wir Dänemark“, sagte Nielsen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstag mit Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen in Kopenhagen. 

Trump ließ sich auch von dieser Aussage nicht beirren. „Das ist ihr Problem. Ich bin nicht seiner Meinung“, sagte er angesprochen auf die Äußerungen Nielsens. „Es wird ein großes Problem für ihn werden“, erklärte der US-Präsident weiter. Trump erklärte, dass er Nielsen nicht einmal kenne. „Ich weiß nicht, wer er ist, ich weiß nichts über ihn.“

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Ministerpräsidentin Frederiksen wiederum betonte auf der Pressekonferenz, es sei nicht einfach gewesen, dem „völlig inakzeptablen Druck unserer engsten Verbündeten“ standzuhalten. Aber man könne nicht mit Macht Grenzen verschieben und man könne keine Bevölkerung kaufen, betonte sie. Sie warnte jedoch: „Der härteste Teil liegt noch vor uns.“ Dafür gebe es derzeit viele Anzeichen.

Europa zeigt bisher mit symbolischen Gesten seine Solidarität mit Grönland und Dänemark. So eröffnet Frankreich am 6. Februar ein Konsulat auf Grönland, sagte der französische Außenminister Jean-Noel Barrot am Mittwoch dem französischen Sender RTL. Die USA müssten aufhören, Grönland zu erpressen und die Kontrolle über die größte Insel der Welt zu fordern. Die Pläne für das Konsulat gibt es demnach seit dem vergangenen Jahr.

In Deutschland trifft die Unterstützung der europäischen Regierungen für Dänemark und Grönland derweil auf breite Unterstützung. 73 Prozent befürworten die Positionierung Deutschlands und mehrerer großer europäischer Länder, die sich in einer gemeinsamen Stellungnahme hinter Dänemark und Grönland gestellt hatten.

Allein Dänemark und Grönland würden über Angelegenheiten entscheiden, die Dänemark und Grönland betreffen, hieß es der vergangenen Woche in einer auch von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) unterschriebenen Stellungnahme. „Grönland gehört seinem Volk“, heißt es in dem Papier, das unter anderem vom britischen Premierminister Keir Starmer und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron unterzeichnet wurde.

Die Einschätzungen, ob es zu einem militärischen Eingreifen der USA in Grönland kommen könnte oder nicht, halten sich die Waage. 39 Prozent halten das für wahrscheinlich, 40 Prozent für unwahrscheinlich. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt erneut mit der Annexion Grönlands gedroht. (Tsp, dpa)

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