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Rundumschlag des US-Präsidenten: Trump droht Kolumbien und Iran mit Militärschlägen und verspottet Dänemark
Die völkerrechtswidrige US-Intervention in Venezuela wirft die Frage auf: Folgen weitere US-Militäraktionen in anderen Staaten? US-Präsident Donald Trump jedenfalls macht Andeutungen in diese Richtung.
Stand:
Nach der völkerrechtswidrigen US-Intervention in Venezuela und der Gefangennahme von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro und dessen Frau Cilia Flores macht US-Präsident Donald Trump Andeutungen, dass er sich demnächst Militäraktionen oder Interventionen in anderen Ländern vorstellen könne.
An Bord der Air Force One, der US-Präsidentenmaschine, sagte der Republikaner auf eine Journalistenfrage, ob er sich auch einen US-Militäreinsatz in Kolumbien vorstellen könne: „Das klingt für mich gut.“
Kolumbien, fuhr Trump fort, sei „sehr krank“ und werde von einem „kranken Mann“ regiert, der es liebe, „Kokain zu produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen“. Das werde er „nicht mehr lange machen“, sagte Trump – ohne ins Detail zu gehen, was er konkret damit meinte. Trump hat Kolumbiens Staatschef Gustavo Petro bereits mehrfach heftig kritisiert, nannte ihn bei seiner Pressekonferenz auf dem Flug nach Washington aber nicht namentlich.
Drohungen gegen Regime in Teheran
Drohungen stieß Trump auch gegen das Regime in Teheran aus. Im Iran gehen seit Ende Dezember Menschen auf die Straße, um gegen die hohen Lebenshaltungskosten und die schlechte Wirtschaftslage und das Regime zu demonstrieren. Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, drohte am Wochenende ein härteres Vorgehen der Behörden gegen die Demonstranten an. Die Anführer der Proteste müssten „in die Schranken verwiesen“ werden, sagte er.

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Nach Berichten über weitere Todesopfer bei den Protesten im Iran hat US‑Präsident Donald Trump der Führung in Teheran nun ein Eingreifen angedroht. „Wir beobachten das sehr genau“, sagte Trump am Sonntag (Ortszeit), ebenfalls an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One, vor Journalisten. „Wenn sie damit anfangen, Leute zu töten, wie sie es in der Vergangenheit auch getan haben, dann werden sie, denke ich, von den Vereinigten Staaten sehr hart getroffen“, sagte Trump. Unklar blieb, welche Schritte die USA möglicherweise erwägen.
Wir brauchen Grönland, absolut. Wir brauchen es zur Verteidigung.
Donald Trump, US-Präsident
Nicht zuletzt kokettiert Trump – wie schon mehrfach in der Vergangenheit – mit einer US-Intervention oder einer Quasi-Besetzung der zu Dänemark gehörenden Insel Grönland. Trump hatte in einem Telefoninterview mit dem Magazin „The Atlantic“ deutlich gemacht: „Wir brauchen Grönland, absolut. Wir brauchen es zur Verteidigung“, sagte Trump. Er bekräftigte damit frühere Äußerungen von ihm selbst und aus seiner Umgebung.
Die Insel sei von großer strategischer Bedeutung, sagte Trump später zu Journalisten in der Air Force One. Grönland sei aktuell aber von russischen und chinesischen Schiffen umgeben. „Dänemark wird das nicht schaffen, das kann ich Ihnen sagen“, sagte Trump in Anspielung auf eine Verteidigung der Insel. Auch für die Europäische Union sei klar, dass die USA Grönland „haben“ sollten, behauptete Trump.
Dann machte sich Trump über den Nato-Partner Dänemark lustig: „Wissen Sie, was Dänemark jüngst gemacht hat? Um die Sicherheit in Grönland zu verstärken, haben sie noch einen Hundeschlitten hinzugefügt. Es ist wahr. Sie dachten, das wäre eine großartige Verstärkung.“ Trump hatte schon öfter damit gedroht, Grönland den USA einzuverleiben. Auch militärische Mittel schloss er nicht aus.
Die strategische Lage der arktischen Insel mit ihren 57.000 Einwohnern macht Grönland zu einem wichtigen Standort für das US-Raketenabwehrsystem. Begehrlichkeiten weckt auch ihr Reichtum an Bodenschätzen. (Tsp/mit Agenturen)
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