BDS gegen Pop-Kultur : Wieder Absagen bei Festival Pop-Kultur

Die israelfeindliche Kampagne BDS ruft erneut zum Boykott des Festivals Pop-Kultur in Berlin auf. Eine britische Band und ein Songwriter haben jetzt ihre Konzerte abgesagt.

Zum zweiten Mal findet das Festival Pop-Kultur in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg statt.
Zum zweiten Mal findet das Festival Pop-Kultur in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg statt.Foto: Thilo Rückeis

Der britische Folkmusiker Richard Dawson hat seinen Auftritt beim Pop-Kultur- Festival in Berlin abgesagt. Er folgt damit einem Aufruf der Kampagne „Boycott, Divestment and Sanctions“ (BDS), die wie im vergangenen Jahr zum Boykott der im August stattfindenden Veranstaltung auffordert, weil diese von der israelischen Botschaft unterstützt wird.

In einem Twitter-Statement bringt der Songwriter aus Newcastle seinen Rückzug mit den 60 am Montag von der israelischen Armee getöteten Palästinensern im Gazastreifen in Verbindung. Er schreibt: „Wenn mein Auftritt beim Festival Pop-Kultur auch nur die geringste Unterstützung für eine solche Regierung bedeuten würde, könnte ich es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, meine Musik oder meinen Namen dafür herzugeben.“ Richard Dawson ist nach der britischen Gruppe Shopping der zweite Musiker, der dem Boykottaufruf der Initiative folgt.

Das in der Kulturbrauerei stattfindende Pop-Kultur-Festival wird von der israelischen Botschaft mit insgesamt 1200 Euro Reise- und Übernachtungskosten für die drei dort auftretenden israelischen Acts unterstützt. Wegen eines ähnlichen Sponsorings seitens der Botschaft hatte es 2017 zahlreiche Konzertabsagen gegeben. Zunächst hatten alle arabischen Bands, Rapper und DJs das Festival boykottiert, dann folgten auch europäische Gruppen, darunter das mit dem Mercury Prize ausgezeichnete schottische Rap-Trio Young Fathers. Kultursenator Lederer bezeichnete den Boykottaufruf damals als „widerlich“.

Die BDS-Kampagne hat vor allem in Großbritannien viele prominente Unterstützer wie den etwa den Regisseur Ken Loach und den Pink-Floyd-Gründer Roger Waters, der Anfang Juni in Berlin auftritt. Vor einigen Tagen äußerte sich auch der Musiker und Produzent Brian Eno zum wiederholten Male im Sinne des BDS und bezichtigte überdies das Pop-Kultur-Festival, dazu beizutragen, von der israelischen Besatzungspolitik abzulenken. „Das ist eigentlich eine Weißwaschung“, sagt er in einem Video, das auf der deutschen BDS-Website zu sehen ist.

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