Berlin Art Week : Hinterm Rollfeld geht’s weiter

Viel Malerei und Moderne Kunst: Die Art Berlin startet im Tempelhofer Hangar. Die Galeristen sind begeistert.

Auch in den Kunstorten der Stadt gibt es Ausstellungen zur Art Week zu sehen. Hier Künstlerin Nemes in der Berlinische Galerie.
Auch in den Kunstorten der Stadt gibt es Ausstellungen zur Art Week zu sehen. Hier Künstlerin Nemes in der Berlinische Galerie.Foto: Arne Immanuel Bänsch

Nun also unter neuem Dach. Es liegt auf schweren, grünen Stahlträgern und schwebt 23 Meter über dem Boden. Am Donnerstag öffnete die Art Berlin ihre Pforten in den Hangars 5 und 6 am Flughafen Tempelhof. Eins lässt sich schon sagen: Die meisten Galeristen finden den neuen Ort traumhaft. Tagsüber zur Vorbesichtigung sind mancherorts die Türen zum Rollfeld geöffnet. Auch neben dem „Restaurant Nord“ ist eine Wand auf, sodass sich ein toller Durchblick auf den weißen Radarturm ergibt. Draußen werden Skulpturen gezeigt, etwa ein Segelboot von Cosima von Bonin. Drinnen herrscht Ordnung.

Lange Gänge laufen schnurstracks durch die beiden Hangars. Rechtsherum finden sich Galerien mit Moderne-Kunst, die erst seit dem Zusammenschluss der Art Berlin mit der Köln Messe überhaupt ins Programm genommen wurden. Erstmals dabei sind die Berliner Galerie Bastian sowie die Moderne-Experten Klaus Gerrit Friese und Nothelfer. Am Eingang linksherum finden sich Galerien mit jungen Positionen. Sehr viel Malerei, auffällig der offene Stand der Berliner Galerie Neugerriemschneider mit Skulpturen von Ai Weiwei, Pawel Althamer, Keith Edmier oder Olafur Eliasson, die um religiöse Ikonografien kreisen. Ins Auge fällt auch der amerikanische Videokunstpionier Tony Oursler mit typischen Projektionen von Köpfen bei der Düsseldorfer Galerie Hans Mayer, eine der wenigen Bewegtbild-Positionen. Die Einzelpräsentationen vorbehaltenen Kojen der Sektion „Special Projects“ laufen wie ein Band am linken Rand der Halle entlang.

121 Galerien sind in diesem Jahr dabei, zehn mehr als im Vorjahr. Ausgewählt wurden sie von einem siebenköpfigen Galeristenkomitee aus einem offenen Bewerberfeld – anders als zu Zeiten der experimentelleren Art Berlin Contemporary (ABC), als die Teilnahme nur auf Einladung möglich war. Als 100-prozentige Tochter der Kölner Messegesellschaft will die Art Berlin vor allem eins: eine „richtige“ Messe sein und gut verkaufen. 2017, im ersten Jahr unter Kölner Regie, lief bereits gut, so die Berliner Messechefin Maike Cruse. Ihr Ziel ist es, eine lokale Sammlerschaft aufzubauen. (Ausführlicher Bericht auch über die zweite Messe Positions Berlin morgen auf der Seite Kunst & Markt)

Hangar 5–7, Tempelhof, Fr, Sa 11–19 Uhr, So 11–18 Uhr, Tagesticket 18 Euro

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