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ARD/WDR TATORT: DIE SCHÖPFUNG, Buch: Wolfgang Stauch. Regie: Torsten C. Fischer, am Sonntag (11.01.26) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Das Herz von Kommissar Freddy Schenk (Dietmar Bär, l) schlägt für die Oper. Entsprechend fasziniert ist er von der neuen, alten Spielstätte in Köln. Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) hingegen verfolgt nur ein Ziel - er will den Fall aufklären. © WDR/Thomas Kost, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter WDR-Sendung bei Nennung "Bild: WDR/Thomas Kost" (S2+). WDR Kommunikation/Redaktion Bild, Köln, Tel: 0221/220 -7132 oder -7133, Fax: -777132, bildkommunikation@wdr.de

© WDR/Thomas Kost

Der Kölner „Tatort“ ist eine Baustelle: Vorsicht vor Waffenattrappen und Schauspielern!

Joseph Haydn meets Schweine-Oper: Die Kommissare Schenk und Ballauf schlagen sich mit mehreren Morden auf der improvisierten Kölner Opern-Bühne herum.

Stand:

Seit Jahren ist in Köln die Sanierung der Oper am Offenbachplatz ein wichtiges Thema, nun sind die Dauerbaustelle und das als Interimsspielstätte genutzte Staatenhaus in Köln-Deutz Kulisse für den „Tatort: Die Schöpfung“ (Sonntag, ARD, 20:15), womit die ARD-„Tatort“-Planung auch ihre jüngste Sittengeschichte des Theaters fortsetzt.

Der Mikrokosmos hinter der Bühne. Viele Abgründe tun sich da auf. Im Weihnachts-„Tatort“ ermittelten die Münchner Batic und Leitmayr nach einem Mord am Residenztheater unter Schauspielern und Gewerke, nun bekommen es Max Ballauf (Klaus. J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) mit Morden auf der Bühne und einer Art Phantom der Oper zu tun.

Mitten in den Endproben für die Premiere von Joseph Haydns „Die Schöpfung“ wird im Haus von Opern-Intendant Darius Henning (Stephan Grossmann) eine schockierende Entdeckung gemacht: Elli Zander, eine Mitarbeiterin der Requisite, wird erschossen aufgefunden.

Sie trägt ein Kleid aus dem Kostümfundus. Ihr Körper wurde drapiert wie für eine Operninszenierung. Als Rüstmeisterin war die Zander verantwortlich für die Kammer mit Waffenattrappen der Oper. Dort fehlt eine Schusswaffe.

Irgendwas muss bei der Schöpfung schief gelaufen sein.

Kommissar Freddy Schenk (Dietmar Bär) im „Tatort“

Eine Spur führt zum Countertenor David Deycks. Der ist unauffindbar, seine divenhafte Mutter (grandios: Judith Engel) weiß auch nicht mehr. Da geschieht ein zweiter Mord. Die Kommissare sind sicher, dass der Täter oder die Täterin aus den Reihen der Oper stammen muss.

Große Bühne also für Max Ballauf und Freddy Schenk in ihrem nun auch schon 94. Fall, der mitunter ziemlich klamaukig rüberkommt (Buch: Wolfgang Stauch, Regie: Torsten C. Fischer). Wenn zum Beispiel der verdächtige Opern-Schuhmacher Willi Köpke, genannt „Willi Manilli“, eine Metal-Oper „Das Schwein grunzt“ geschrieben hat und der Mikrokosmos hinter der Bühne keinem Künstler-Klischee trotzt.

Die Geschichte wirkt fast genauso brüchig wie die Baustelle, die Oper am Kölner Offenbachplatz. Man hat sich jedenfalls in den vergangenen Wochen schon spannender und tiefgründiger im „Tatort“ unterhalten. Der einst sozial so engagierte Kölner „Tatort“ hat seit 1997 merklich an Wucht verloren, und für den ironischen Bezug auf den amerikanischen Cop-Film steht auch nur noch Schenks flotter Autoschlitten.

Zumindest ein neues, anschauliches Beispiel für die Frage, welches Bühnenrequisit, welche Waffenattrappe sich am besten als Mordwaffe eignet. Sagen wir mal so: In der Oper wird oft gestorben. Zu oft.

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