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ARD/MDR TATORT: NACHTSCHATTEN, am Donnerstag (01.01.26) um 20:15 Uhr im ERSTEN. (v.l.n.r.): Amanda (Emilie Neumeister) hat ein Skalpell dabei, sie wird am Bahnhof von Passanten überwältigt. © MDR/MadeFor/Steffen Junghans, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter MDR-Sendung bei Nennung "Bild: MDR/MadeFor/Steffen Junghans" (S2+). MDR/HA Kommunikation, 04360 Leipzig, Tel: (0341) 300 6477 oder - 6463

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Der neue „Tatort“ aus Dresden: Das Mädchen mit dem blutigen Skalpell

Endlich wieder Hochspannung statt Abstrusitäten: Der erste „Tatort“ des Jahres mit Cornelia Gröschel und Martin Brambach erinnert an den Fall Natascha Kampusch.

Stand:

Die 16-jährige Amanda fuchtelt mit einem blutigen Skalpell in einer Dresdner U-Bahn-Station herum. Sie sagt, ihr Vater würde sie verfolgen, und ihre Schwester sei in Gefahr, sie könne aber nicht sagen, wo genau und wie: „Tatort: Nachtschatten“ (1.1., ARD, 20:15 Uhr).

Ein verwirrtes Mädchen (Emilie Neumeister), eine Kommissarin Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) in Moll, die sich einsam fühlt nach dem Abgang der Kollegin Gorniak und ein muffeliger Kommissariatsleiter Schnabel (Martin Brambach), der zunächst keinen Fall sieht, sondern Arbeit fürs Jugendamt – der erste „Tatort“ des Jahres kommt recht verstörend, schwerfällig daher, entwickelt sich aber bis zum dramatischen Showdown im Kellerverlies zu einer der stärksten Ausgaben der vergangenen Wochen.

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Bei der Befragung im Kommissariat fleht Amanda Leo Winkler um Hilfe an: Sie sei eingesperrt in einem Keller aufgewachsen. Ihr Vater lasse sie hungern, wenn sie nicht „artig“ sei. Noch immer sei ihre Schwester im Verlies gefangen, ohne Nahrung.

Leo Winkler glaubt ihr, obwohl Amanda sie angreift, doch diese kann nicht beschreiben, wo sich der Keller befindet. Verletzungen zeigen, dass das Mädchen versucht hat, sich umzubringen.

Ich wollte unbedingt einen ,Tatort’ machen. Für mich ist das wie ein Ritterschlag. Jede Person in Deutschland kennt das Format, hat eine Haltung dazu, Erinnerungen, Wünsche.

Regisseurin Saralisa Volm über ihren ersten „Tatort“-Dreh

Eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Am Skalpell, das Amanda in der U-Bahn-Station bei sich trug, befindet sich das Blut von Personen, die mit ihr verwandt sein müssen. Als Schnabel in der Nähe eine Ärztin erstochen auffindet, wird Amanda vom Entführungsopfer zur Hauptverdächtigen in einem Mordfall.

Die Spuren – Winklers Mischung aus Instinkt, Empathie und Beharrlichkeit sei Dank – führen zu einem anonymen Wohnblock in einem Dresdner Neubaugebiet und einer ziemlich verdächtig wirkenden Hausmeisterin (Nina Kunzendorf).

Die Geschichte erinnert an den Fall Natascha Kampusch in Österreich, die 2006 einem Entführer entkam, der sie mehr als acht Jahre lang in seinem Haus ihrer Freiheit beraubt hatte.

Der dräuend inszenierte, straighte Krimi (das „Tatort“-Regiedebüt von Saralisa Volm, Drehbuch: Viola Schmidt) schaut tief in menschliche Abgründe und führt dabei auch die beiden gegensätzlichen Ermittler Schnabel und Winkler noch mehr zusammen. Keine Abstrusitäten wie zuletzt im Tukur-„Tatort“.

Dresden bleibt auch nach dem Abgang von Karin Hanczewski als Kollegin Karin Gorniak ein interessanter, bewegender „Tatort“-Standort. Die Krimireihe kann 2026 gerne so weiter machen.

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