Udo Badelt, Reporter für Klassik

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Empfehlungen der Redaktion : Die 56 besten Alben für den Herbst


Udo Badelt.
Udo Badelt.Foto: Tagesspiegel

Udo Badelt berichtet als freier Mitarbeiter für den Tagesspiegel über die Klassikstadt Berlin. Hier verrät er, was ihn dieses Jahr bewegte.

MEIN FAVORIT: Mahler: Symphonie Nr. 6. SWR Sinfonieorchester, Michael Gielen (SWR Classic)
Zwei Aufnahmen des im Frühjahr verstorbenen Dirigenten, von 1971 und - mit völlig anderen Tempi - von 2013, dazu als Bonus ein Interview: Drei CDs als aufregendes Dokument eines lebenslangen Ringens mit Mahler.

DER NEWCOMER: Danae Dörken: East and West (Ars Produktion)
Die deutsch-griechische Pianistin präsentiert ein anregendes Ost- West-Programm mit Nocturnes von Poulenc, Ländlern von Schubert oder Prelúdes von Manolis Kalomiris.Dass aus Vielfalt Stärke erwächst, daran kann gerade in unserer Zeiten nicht oft genug erinnert werden.

DAS GROOVT: Vivaldi: L'Estro Armonico Ensemble Armoniosa (Sony)
Die Italiener liefern eine spielfreudige, furiose Interpretation von Antonio Vivaldis legendärem Zwölf-Konzerte-Zyklus: Musik mit Puls und Herzschlag. Originalklang kann so mitreißend sein.

ZUM WEGHÖREN: Daniel Behle: Zero to Hero L'Orfeo Barockorchester (Sony)
Originalklang kann einen zur Verzweiflung bringen. Grob, bruitistisch und verhetzt, so setzt diese Mozart-Blütenlese mit der „Giovanni“-Ouvertüre ein. Behle kann trotz des sportlichen Titels dem Vorurteil, bei Mozart seien die Tenorpartien vor allem Langweiler, nichts entgegensetzen.

MEINE RETTUNG: Joseph Haydn: Die Schöpfung. Tonkünstler Orchester Wien, Yukata Sado (Tonkünstler)
Das Drama des Anfangs, wie Haydn es sich vorstellt, farbgesättigt, mit erleuchtet singenden Solisten und einem fantastisch aufgelegten Rias Kammerchor aus Berlin, biegsam wie eine Ähre im Wind.

ZUR ENTSPANNUNG: Nathanael Carré: Palette. Ensemble Nuanz (Ars)
Der Titel passt: Berückend klangfarbenmalerisch und impressionismusgeschwängert klingen diese Stücke, die Carré für Streichsextett und Flöte arrangiert hat. Auszeit für die Seele - und zugleich etwas für Neugierige, denn Gabriel Fauré ist der einzige wirklich bekannte Komponist der CD.

MEIN KLASSIKER: Verdi Heroines (Orfeo)
Nur wer die Vergangenheit kennt, hat Zukunft: Ein Wiederhören mit den großen Verdi-Sopranistinnen des 20. Jahrhunderts, von Júlia Varady über Krassimira Stoyanova bis Grace Bumbry und Agnes Baltsa. Aufwühlend, mitreißend und herzkammeröffnend.

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