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Idris Elba spielt den Verhandlungs-Spezialisten Sam Nelson, der einen Zug der Berliner U-Bahn entführt.

© Apple TV

Thrillerserie „Hijack“ mit Idris Elba: Stoppt die Todesfahrt der U5 durch Berlin!

Ein Zug der BVG ist Schauplatz der Apple-Serie „Hijack“. Idris Elba spielt einen Passagier, der den Tod seines Sohnes rächen will.

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Die U-Bahn rast und rumpelt, manchmal schlagen ihre Räder in einer Kurve Funken. Sie fährt und fährt und fährt, begleitet von stakkatohaftem Lärm: padam, padam, padam.  Ein Zug der Berliner U-Bahnlinie 5 ist der Hauptschauplatz der zweiten Staffel der britischen Thrillerserie „Hijack“, die jetzt beim Streamingdienst Apple TV startet.

Bereits der Titel verrät, worum es geht: ums Hijacking, eine Entführung. Idris Elba spielt wieder den Berater Sam Nelson, der Verträge für Unternehmen aushandelt. In der ersten Staffel von „Hijack“ bekam er es als Passagier mit den Entführern eines Flugzeugs von Dubai nach London zu tun. Diesmal hat er scheinbar die Seiten gewechselt, vom Kämpfer fürs Gesetz zum Entführer.

In der ersten Szene steht Sam Nelson im Schneegestöber vor dem Berliner Hauptbahnhof. Was von da an passiert, zeigt „Hijack“ – ähnlich wie einst die Krimiserie „24“ mit Kiefer Sutherland – in Echtzeit. Nelson fährt mit der Rolltreppe in den Untergrund hinab und besteigt den Zug 26.00 der Linie 5, die dort in Richtung Hönow startet. Allerdings wird der Zug dort niemals ankommen.

Eskalation in Echtzeit

Dass Unheil in der Luft liegt, ist schnell zu spüren. Sam ignoriert eine ehemalige Kollegin, die ihm dafür gratuliert, dass er die Flugzeugentführung beendet hat. Der Fahrer Otto (Christian Näthe) wirkt nervös, unterbricht die Fahrt, um von einer Toilette aus zu telefonieren. „Ich kann das nicht tun“, spricht er auf das Band eines Mannes, der sich auf die Gleise geschlichen hat und mit dem Brecheisen eine Weiche verstellt.

Otto hat finanzielle Probleme und steht bei der BVG kurz vor dem Rauswurf. Er beschleunigt den U-Bahn-Zug, überfährt ein rotes Signal, rast durch die Bahnhöfe „Museumsinsel“ und „Rotes Rathaus“ und wechselt über die verstellte Weiche auf das Gleis der U-Bahnlinie 8. Gestoppt wird er von Sam, der in die Fahrerkabine eindringt, Otto niederschlägt, die Bremse zieht.

Christian Näthe und und Lisa Vicari in der Serie "Hijack". Credits: Apple TV
Nervös und finanziell unter Druck: Christian Näthe als zwielichtiger U-Bahn-Fahrer.

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Filme und Serien, in denen Flugzeuge entführt werden, gibt es viele. Doch Filme über U-Bahn-Entführungen sind selten. Allein schon deshalb, weil sich U-Bahnen schlecht entführen lassen. Sie sind an Schienen gebunden. Ein Klassiker ist der Thriller „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“ (1974), in dem Walter Matthau mit den Entführern eines New Yorker U-Bahnzugs verhandelt.

An dessen Nervenkitzel reicht „Hijack“ nicht heran, auch wenn sich Regisseur Jim Field Smith und sein exzellenter Cast alle Mühe geben. Er fehlt an Geradlinigkeit, oft verzettelt sich der Plot auf Nebenschauplätzen. Das beginnt mit der Durchsuchung der Wohnung eines Bombenbauers am Kottbusser Tor durch ein Sonderkommando des BKA. Der Mann ist verschwunden, seine Bomben hängen unter den Waggons des U-Bahnzugs 26.00. Sie können jederzeit per Fernbedienung ausgelöst werden.

Labyrinth im Untergrund

Immer wieder springt die Handlung zu den BKA-Ermittlungen in Kreuzberg und Neukölln, dann wieder in die Einsamkeit schottischer Wälder. Dorthin hat sich Sams Ex-Frau Marsha (Christine Adams) zurückgezogen, gefolgt von einem gewaltbereiten Paar, das für die Drahtzieher der Entführung arbeitet. Was folgt, ist eine dramatische Flucht.

Christian Näthe und und Lisa Vicari in der Serie "Hijack". Credits: Apple TV
Verhandelt mit dem vermeintlichen Entführer: Lisa Vicari als Angestellte in der BVG-Zentrale.

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„Diese Karte ist sehr vereinfacht“, sagt der Netzmanager der Berliner U-Bahn. „In Wahrheit ist das da unten ein Labyrinth.“ Er steht vor einer gewaltigen Wand, auf der die U-Bahn-Linien und die Züge, die darauf unterwegs sind, als bunte Striche dargestellt werden. Nur Zug 26.00 ist verschwunden.

Verhandlungen per Funk

Ähnlich wie in „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“ fungiert die BVG-Zentrale als Ort, von dem aus eine junge Mitarbeiterin (Lisa Vicari) und die Berliner Polizeipräsidentin (Christiane Paul) über Funk mit dem vermeintlichen Entführer verhandeln. Die Polizeipräsidentin ist zu Zugeständnissen bereit, doch ein untergebener Hardliner (Christian Berkel) will die Entführung von einer Eliteeinheit der GSG 9 beenden lassen.

Die zweite Staffel von „Hijack“ besteht aus acht Episoden, die zwischen 45 und 60 Minuten lang sind. Fünf Folgen hätten auch gereicht, weil vieles redundant wirkt. Die finale Verfolgungsjagd führt vom U-Bahn-Depot in Britz direkt zum Showdown auf einer Brücke vor dem Berliner Dom. Das ist zwar topografisch unmöglich, aber doch ziemlich spannend.

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