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Glückliche Gewinner: Oscar Jockel und Christian Blex
© Stefan Höderath/Siemens Arts Program

Dirigierwettbewerb der Berliner Philharmoniker: Zwei Assistenten für Kirill Petrenko

Beim Wettbewerb um eine Assistenz bei Chefdirigent Kirill Petrenko kürt die Jury im Abschlusskonzert mit der Karajan-Akademie gleich zwei Gewinner.

Wer nur eine Art von klingender Siegesfeier erwartet hat, der wird überrascht: Das Finale des neuen Dirigierwettbewerbs, den die Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker veranstaltet, ist kein Konzert, sondern öffentliche Probenarbeit. Aber es geht um viel bei diesem Auswahlverfahren, dem sich im Kammermusiksaal zwei Dirigenten und eine Dirigentin stellen, nämlich um das „Siemens Conductors Scholarship“. Das bedeutet ein zweijähriges Stipendium im Rahmen der Ausbildung in der Karajan-Akademie, dazu die Leitung eines eigenen Konzerts mit diesem Orchester und nicht zuletzt das Privileg, während dieser Zeit Kirill Petrenko, dem Chefdirigenten der Philharmoniker, zu assistieren.

Die drei Auserwählten, die am Sonntag ans Pult treten durften, hatten sich in einem dreitägigen Wettbewerb in Berlin unter neun Kandidaten und Kandidatinnen durchgesetzt, die wiederum aus 189 Bewerbungen hervorgegangen sind. Sie kamen aus aller Welt von Japan bis Griechenland, von China bis Österreich.

Zwei Männer und eine Frau bestreiten das Finale

Spannend ist in der Finalrunde nun zu beobachten, wie Oscar Jockel, Isabel Rubio und Christian Blex es anfangen, ihre Interpretationen vor dem Orchester zu realisieren. Dessen Mitglieder sind so jung wie sie selbst, denn die Karajan-Akademie ist die Talentschmiede der Berliner Philharmoniker. 1972 von dem damaligen Chefdirigenten Herbert von Karajan gegründet, vermittelt die Akademie auch eine zum Klangkörper passende Klangvorstellung. Und die Akademisten und Akademistinnnen werden bei dieser Gelegenheit herzlich gefeiert für ihren flexiblen Einsatz.

Denn es sind drei Komponisten heterogener Stilrichtungen, die auf dem Programm stehen: Beethoven, Tschaikowsky und Debussy. Und es zeigen sich die Unterschiede dirigentischen Probens in jeweils 40 Minuten, die zur Vorstellung in dieser Runde erlaubt sind.

Kirill Petrenko steht an der Spitze der Jury

Wer unterbricht das Musizieren schnell, um am Detail zu feilen, wer lässt eher durchspielen, um zu beobachten und die Musik zu fühlen, wer trifft mit welchem technischen Können die Charaktere der Musik am lebendigsten? Das sind Fragen, die sich beim Hören und Zuschauen stellen.

Zu entscheiden hat eine Jury unter dem Vorsitz von Kirill Petrenko. In ihr befinden sich unter anderen die Intendantin Andrea Zietzschmann, der Philharmoniker Peter Riegelbauer als Geschäftsführer der Karajan-Akademie, sowie Stephan Frucht, Künstlerischer Leiter des Siemens Arts Program. Die Jury hat hinter dem Orchester in den Blöcken C des Saals ihren Platz gefunden, um von dort das Geschehen am Dirigentenpult zu beobachten.

Am Ende gibt es eine kleine Wartezeit mit Speise und Trank, bis die Jury mit ihrer Entscheidung im Foyer vor das Publikum tritt. Zwei deutsche Dirigenten sollen sich den Gewinn teilen und erhalten das Stipendium jeweils für ein Jahr. Sie haben, wie es in der Begründung heißt, besonders mit ihrer Herangehensweise an die dritte Leonoren-Ouvertüre überzeugt. Es sind Christian Blex (28) und Oscar Jockel (25). Man wird in Zukunft von ihnen hören.

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