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RTL-Dschungelcamp : Spekulation über Ex-Verkehrsminister Krause als Dschungel-Kandidat

Er war DDR-Chefunterhändler beim Einheitsvertrag, Minister unter Kohl. Jetzt berichtet "Bild" über einen Vorvertrag zwischen Günther Krause und RTL.

Erster Ex-Politiker im RTL-Dschungelcamp? Günther Krause, CDU.
Erster Ex-Politiker im RTL-Dschungelcamp? Günther Krause, CDU.Foto: dpa

Sicher ist es nicht, unwahrscheinlich auch nicht. Mit Günther Krause könnte der erste Ex-Politiker Kandidat der RTL-Dschungelshow werden. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung hat der frühere Minister einen Vorvertrag für das alljährliche Spektakel „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ unterschrieben. „Es gab eine Anfrage des Dschungelcamps an mich, aber ich ziehe nicht ein“, sagte der ehemalige CDU-Politiker dem Blatt dagegen. In diesem Sinne äußerte sich auch Krauses Anwalt Peter-Michael Diestel. Er gehe davon aus, dass sein Mandant nicht ins Dschungelcamp ziehe. „Wir hatten ein langes Gespräch und ich habe ihm abgeraten“, sagte Diestel der Deutschen Presse-Agentur. Er vertritt Krause seit Längerem. Die beiden kennen sich aus Wendezeiten. Diestel war letzter Innenminister der DDR. „Ich denke, er wird nicht ins Dschungelcamp gehen.“

RTL schließt keine Berufsgruppe aus

RTL wollte sich auf Anfrage am Montag „nicht an Spekulationen über mögliche Kandidaten“ beteiligen, teilte ein Sprecher mit. Ob es eine Anfrage an Krause gegeben habe oder ob sogar ein Vorvertrag unterzeichnet worden sei, ließ er auch offen: „Das kommentieren wir nicht.“ Zum möglichen Engagement eines Politikers in der Show, die im Januar wieder starten soll, sagte der Sprecher: „Wir schließen generell keine Berufsgruppen aus.“

Die Biographie des 65-jährigen Günther Krause liest sich von einem bestimmten Zeitpunkt ab wie ein nicht enden wollender Abstieg. Krause hatte 1990 als Chef-Unterhändler der DDR den deutsch-deutschen Einheitsvertrag unterschrieben und war später in der Regierung von Helmut Kohl Bundesminister für besondere Aufgaben (1990-1991) und Verkehr (1991-1993). Er trat zurück, weil er unberechtigt Lohnkosten für seine Putzfrau vom Arbeitsamt kassiert hatte. Später war er als Unternehmer tätig. Vor einem halben Jahr hatte der 65-Jährige ein von ihm illegal bewohntes Haus an der Mecklenburgischen Seenplatte kurz vor der Zwangsräumung verlassen.

Geld und neues Bild in der Öffentlichkeit?

Heute leitet Günther Krause, so steht es auf seiner Wikipedia-Seite, als Geschäftsführer die Unternehmensberatung IBP GmbH, seit 2008 Zweigniederlassung, seit 2013 Hauptsitz in Kirchmöser. Diese ist in der Energiegewinnungstechnik tätig und generiert beispielsweise aus Abfällen Verbrennungsöl. Im Juni 2016 wurde vom Amtsgericht Potsdam das Insolvenzverfahren über das Vermögen seines Unternehmens eingeleitet. Günther Krause hat drei Kinder und ist in zweiter Ehe verheiratet. Als Kandidat im RTL-Dschungelcamp bekäme Krause ein ordentliches Honorar, möglicherweise sieht er auch, wie es andere Kandidaten bisher, die Chance, sein öffentliches Bild positiv zu korrigieren.

Nach „Bild“-Angaben muss Krause noch einen medizinischen Test überstehen, um im Januar in den australischen Dschungel ziehen zu können. Ein genauer Starttermin der 13. Staffel steht noch nicht fest. Durchschnittlich sahen jede Folge mit den Live-Übertragungen aus dem australischen Dschungel gut 5,5 Millionen Zuschauer. (mit dpa)

Korrekturhinweis: In einer früheren Version dieses Textes hieß es fälschlicherweise, Krause sei der erste Ex-Politiker, der möglicherweise am Dschungelcamp teilnehme. Dem ist nicht so, wir haben den Fehler korrigiert.

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