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TV-Talk der ARD : Plasberg lädt Gauland nicht mehr zu "hart aber fair"

"hart aber fair"-Moderator Frank Plasberg zieht als Erster die Konsequenzen aus Alexander Gaulands "Vogelschiss"-Äußerung. Der AfD-Politiker wird nicht mehr eingeladen. Andere sind weniger entscheidungsfreudig.

AfD-Chef Alexander Gauland wird seine Ansichten in Zukunft nicht mehr in "hart aber fair" erläutern können.
AfD-Chef Alexander Gauland wird seine Ansichten in Zukunft nicht mehr in "hart aber fair" erläutern können.Foto: Alexander Prautzsch/AFP

Alexander Gaulands Relativierung der Nazi-Gräuel hat Konsequenzen für seine TV-Präsenz. „Wir werden Herrn Gauland nicht mehr in unsere Sendung ,hart aber fair‘ einladen“, sagte Frank Plasberg, der Moderator der ARD-Talkshow, dem Tagesspiegel auf Anfrage. „Wer die Verbrechen des Nationalsozialismus relativiert, kann kein Gast bei ,hart aber fair‘ sein. Daher werden wir Alexander Gauland in Zukunft nicht mehr einladen“, begründete Plasberg die Entscheidung.

Gauland hatte am Samstag beim Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative im thüringischen Seebach gesagt: „Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.“ Der Satz fiel nach einem Bekenntnis zur Verantwortung der Deutschen für den Nationalsozialismus mit Millionen ermordeten Juden und Millionen Kriegstoten. „Ja, wir bekennen uns zur Verantwortung für die zwölf Jahre“, sagte Gauland, aber: „Wir haben eine ruhmreiche Geschichte - und die, liebe Freunde, dauerte länger als die verdammten zwölf Jahre.“

Zuletzt im August 2017 in "hart aber fair"

Die letzte Teilnahme von Alexander Gauland im Talk von Frank Plasberg liegt schon etwas länger zurück. Der AfD-Politiker war zuletzt am 28. August 2017 in der „hart aber fair“-Sendung „Bürgercheck Außenpolitik“. Die Parteien diskutierten darin über ihre Positionen im Bundestagswahlkampf.

Gauland ist nicht der einzige AfD-Politiker, dem Plasberg und seine Talkshow eine Absage erteilen. Der Ausschluss gilt vorbeugend ebenso für „seinen Parteifreund Björn Höcke, der wegen seiner relativierenden Äußerungen zu Nationalsozialismus und Holocaust noch nie bei ,hart aber fair‘ war.“ Diese redaktionelle Entscheidung betreffe nicht die AfD generell, schränkt Plasberg ein. „Vertreter der größten Oppositionspartei im Deutschen Bundestag werden selbstverständlich auch weiter zu Gast bei hart aber fair sein.“

"Nicht am Donnerstag in der Sendung"

Andere Talkshows sind weniger entscheidungsfreudig. Die Redaktion des ZDF-Donnerstagstalk "Maybrit Illner" verweist darauf, dass AfD-Politiker 2017 zwei Mal und in den ersten fünf Monaten dieses Jahres ein Mal in der Sendung waren. "Das verdeutlicht vielleicht, dass wir bei der Einladung von AfD-Vertretern sorgfältig und überlegt entscheiden.  Herr Gauland war seit seiner AfD- Mitgliedschaft zwei Mal zu Gast, zuletzt 2016. Er wird auch am kommenden Donnerstag nicht Gast der Sendung sein. Das heißt, wir sind in den vergangenen zwei Jahren bei keiner skandalösen Äußerung von Herrn Gauland auf die Idee gekommen, ihn einzuladen. Wir werden es auch am kommenden Donnerstag nicht tun", teilte das ZDF dem Tagesspiegel mit. Die Ausgabe vom 7. Juni wird nicht die letzte "Maybrit Illner"-Sendung vor der Sommerpause sein, sie ist laut ZDF auf den 12. Juli terminiert.

Beim reichweitenstärksten deutschen TV-Polittalk "Anne Will" stellt man sich die Frage, ob man Alexander Gauland nach seiner Äußerung noch in die Sendung einladen soll, in der Form nicht. "Die Redaktion von ,Anne Will' stellt die Runde für die Sendung grundsätzlich nach redaktionellen Gesichtspunkten zusammen - wir wählen unsere Gäste danach aus, ob sie aus unserer Sicht für das jeweilige Thema von Bedeutung sind und zur Diskussion einen konstruktiven Beitrag leisten können."

Maischberger sieht keine Gefahr des Missbrauchs

Und wie reagiert die ARD-Talkshow „Maischberger“? Sandra Maischberger sagte dem Tagesspiegel, die Redaktion „Maischberger“ stelle sich bei jedem Gast die Frage, was sie oder er zum aktuellen Thema inhaltlich einbringen könne – jenseits der Parteizugehörigkeit, Religion oder Herkunft. „Aber natürlich darf die ARD-Talkshow nicht zur Plattform extremer Meinungen einzelner werden, die das Format missbrauchen. Das haben wir in der Vergangenheit vermeiden können und werden es auch in Zukunft tun.“

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