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Er muss gehen: Rainer Schwarz.

© dpa

Und wieder muss einer gehen: Rainer Schwarz nimmt seinen Hut. Horst Amann, Klaus Wowereit und Matthias Platzeck dürfen zwar vorerst bleiben – der Flughafen kommt aber trotzdem nicht.

Die künstlerisch ansprechend zusammengestellte Baumaterialiensammlung bei Schönefeld, die vermarktet wird unter dem Namen eines der besten Berliner Bürgermeister, den die Stadt je hatte, dürfte die einzige Baustelle Deutschlands sein, für die es keinen Fertigstellungstermin gibt, vom Kölner Dom einmal abgesehen. Da macht es wohl auch nichts, dass es dafür jetzt nicht einmal mehr einen gesamtverantwortlichen Geschäftsführer gibt.

Der bisherige Geschäftsführer wurde abserviert und hat sogleich „sein Dienstzimmer geräumt“, wie der neue Aufsichtsratsvorsitzende nach erfolgreichem Revierkampf erklärte. Ein neuer ist natürlich nicht in Sicht.

Übrig bleibt vorerst ein Technik-Chef, der aus Frankfurt als Retter eingeflogen wurde, weil man in Berlin gehört hatte, dass es dort einen funktionierenden Flughafen gibt. Dass der Mann inzwischen bei manchen als Hochstapler vom Tiefbau gilt, ein illoyaler zumal, stört den Stillstand der Dinge zur Zeit nicht wirklich. Immerhin hat er nach einem halben Jahr im Dienst angekündigt, jetzt müsse „die Wahrheit“ auf den Tisch. Seitdem schweigt er wieder.

Dessen Vorgänger übrigens, ein fast schon vergessener älterer Herr, hatte die Zeit auf der wichtigsten Infrastrukturbaustelle dieser Region zur Fertigstellung seiner Doktorarbeit genutzt, während Stark- und Schwachstromkabel von irgendwelchen Strolchen sittenwidrig in ein und dieselben Schächte gezwängt wurden.

Der jetzt geschasste Geschäftsführer, und das ist eine leider etwas bedenklich stimmende Nachricht für viele Studenten in Wildau, kann sich jetzt uneingeschränkt seiner über die Jahre liebevoll gepflegten Nebenbeschäftigung als Honorarprofessor widmen, bei zunächst vollen Flughafenbezügen selbstverständlich.

Der bisherige stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende muss sich dagegen einer neuen Nebenbeschäftigung zuwenden, nämlich der des Aufsichtsratsvorsitzenden, während der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende sich nunmehr in die Rolle als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender einfinden muss. Man versteht hoffentlich, dass so etwas nicht von jetzt auf gleich geht, etwas Geduld sollten wir da schon haben. Es läuft ja nichts davon, schon gar nicht die Zeit, weil es ja, wie praktisch, gar keinen Fertigstellungstermin mehr gibt. Stattdessen aber zwei funktionierende Flughäfen ganz in der Nähe, von denen einer, im Norden der Stadt, jetzt sogar ein bisschen ausgebaut wird, anstatt, wie eigentlich vorgesehen, abgebaut.

Für den Regierenden Bürgermeister, der soeben bei der Eröffnung der Modewoche als der beste, den die Stadt je hatte, gefeiert wurde, gibt es auch keinen Abfertigungstermin, und ebenso wenig für den Ministerpräsidenten von Brandenburg, obwohl der behauptet hatte, wenn auch er als neuer Aufsichtsratsvorsitzender den Flughafen nicht zum Fliegen bringe, dann fliege er, und zwar bei den Wahlen 2014. Eher wird es umgekehrt sein. Es gibt immer mehr Leute, die sich mit diesem Zustand abfinden.

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