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Im Wettstreit der Parteien und besonders in Wahlkämpfen spielt auch die finanzielle Ausstattung eine Rolle.

© imago/Christian Ohde

Keine andere Partei bekommt so viele Großspenden wie die CDU. Im vergangenen Jahr wurde sie vor allem von Immobilienunternehmern unterstützt.

Die CDU hat im vergangenen Jahr Großspenden in Höhe von 1,25 Millionen Euro aus der Immobilienbranche erhalten. Insgesamt nahm die Partei 2020 auf diesem Weg 1,6 Millionen Euro ein, mehr als drei Mal so viel wie im Vorjahr.

Das geht aus den vom Bundestag veröffentlichten Angaben über Parteispenden hervor. Der massive Anstieg ist allein auf die stark gewachsene Spendenbereitschaft bei Immobilienunternehmern zurückzuführen.

Insgesamt 800.000 Euro ließ der Berliner Immobilienunternehmer Christoph Gröner den Christdemokraten in der Hauptstadt zukommen. Im März 2020 hatte er der Partei als Privatperson 300.000 Euro überwiesen, Ende Dezember folgten weitere 500.000 Euro über die Vermögensverwaltung Gröner Family Office, die Christoph Gröner mehrheitlich gehört und von seinem Bruder Frank geführt wird.

Der Berliner Immobilienentwickler Christoph Gröner spendete 800.000 Euro an die CDU.
Der Berliner Immobilienentwickler Christoph Gröner spendete 800.000 Euro an die CDU.

© Mike Wolff

Neben ihm bedachten noch weitere Branchenvertreter die CDU mit einer Zuwendung: Christoph Alexander Kahl, geschäftsführender Gesellschafter des Kölner Immobilienunternehmens Jamestown, spendete der Partei in zwei Tranchen insgesamt 300.000 Euro. Weitere 79.000 Euro erhielten die Christdemokraten von dem Unternehmer Dietmar Bücher, der in Hessen die Firma Schlüsselfertiges Bauen betreibt. Der Kölner Immobilienunternehmer Wolfgang von Moers überwies der CDU 70.000 Euro.

Im Vorjahr hatte die CDU dem Bundestagspräsidenten dagegen nur einen einzigen Großspender gemeldet, der aus der Immobilienbranche stammt. Der Berliner Unternehmer Klaus Groth unterstützte 2019 die CDU mit 100.000 Euro.

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Wie in früheren Jahren erhielt die CDU auch 2020 wieder größere Beträge von den BMW-Erben Stefan Quandt und Susanne Klatten (je 50001 Euro) sowie vom Verband Südwestmetall in Baden-Württemberg (100.000 Euro). Letzterer rückte von der Praxis vergangener Jahre ab, in denen er ähnlich großzügig die mitregierenden Grünen sowie in geringerem Umfang auch SPD und FDP finanziell bedacht hatte.

Vom bayerischen Verband der Metall- und Elektroindustrie erhielt die CSU 340000 Euro und SPD, Grüne und FDP je rund 50.000 Euro .Weitere Großspenden bekamen SPD und Grüne im vergangenen Jahr nicht, die Liberalen wurden von ihrem Bundesschatzmeister Harald Christ finanziell unterstützt (51.000 Euro).

Die AfD erhielt im Februar 100.000 Euro vom Berliner Immobilienunternehmer und Vermögensverwalter Christian Krawinkel, der damit nach eigenen Angaben auf „aktuelle politische Ereignisse in Thüringen“ reagierte. Kurz zuvor war in Erfurt der FDP-Politiker Thomas Kemmerich mit den Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten gewählt worden.

Zwei Großspenden für die MLPD

Zu den Kuriosa der Parteienfinanzierung in Deutschland gehört, dass die Splitterpartei MLPD regelmäßig große Summen für sich verbuchen kann. Im Jahr 2020 erhielt sie insgesamt mehr als 110.000 Euro von zwei Privatpersonen. Eine der Unterstützerinnen ist nach Parteiangaben eine frühere Grundschullehrerin aus Bochum, die im Rentenalter ist und geerbtes Geld spendete.

Parteien müssen Spenden, die den Betrag von 50.000 Euro übersteigen, dem Bundestagspräsidenten „unverzüglich“ anzeigen. Die Angaben werden dann zeitnah veröffentlicht. Spenden, die zwischen 10.000 und 50.000 Euro liegen, müssen erst in den Rechenschaftsberichten der Parteien offengelegt werden.

Diese erscheinen aber in größerem zeitlichen Abstand, die Berichte für 2019 beispielsweise sind noch gar nicht veröffentlicht. Zudem werden Parteien auch über Sponsoring finanziert, sie sind aber nicht verpflichtet, dabei offenzulegen, welches Unternehmen wieviel Geld gezahlt hat. Damit machen die Großspenden nur einen Teil der Zuwendungen von Privatpersonen und Firmen aus.   

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