• Angriffe in der Provinz Idlib: Trump appelliert an Syrien und Russland – „Tut es nicht!“

Angriffe in der Provinz Idlib : Trump appelliert an Syrien und Russland – „Tut es nicht!“

Die syrische Armee und ihre Verbündeten bombardieren den Nordwesten des Landes. US-Präsident Trump fürchtet um das Leben Tausender Zivilisten.

Eine zerbombte Stadt in der syrischen Provinz Idlib
Eine zerbombte Stadt in der syrischen Provinz IdlibFoto: AFP/Ibrahim Yasouf

US-Präsident Donald Trump hat der syrischen Führung, Russland und dem Iran schwere Vorwürfe wegen der Bombardements im Nordwesten Syriens gemacht. Sie seien dabei oder auf dem Weg dorthin, Tausende unschuldige Zivilisten in der Provinz Idlib zu töten, schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter und fügte hinzu: „Tut es nicht!“

Bei russischen Luftangriffen in der Provinz Idlib sind nach Angaben der Rettungsorganisation Weißhelme am Dienstag zwölf Menschen ums Leben gekommen, darunter sechs Kinder und drei Frauen. Sieben weitere Menschen seien verletzt worden. Der Angriff habe auf ein Flüchtlingscamp nahe einer Schule abgezielt. Es habe auch Luftschläge auf andere Gebiete gegeben. Idlib ist die letzte große Rebellenhochburg des Bürgerkriegslandes.

Die Vereinten Nationen hatten sich wegen der Kämpfe in Nordwest-Syrien besorgt gezeigt. UN-Generalsekretär António Guterres verlangte ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten. Die jüngste Eskalation habe zum Tod Dutzender Zivilisten geführt und zur Vertreibung von mindestens 80.000 Menschen, davon allein 30.000 in der vergangenen Woche.

Hunderttausende müssen ihre Heimat verlassen

Seit April versuchen Truppen der syrischen Regierung von Präsident Baschar al-Assad mit Unterstützung Russlands, alle Gebiete in Idlib und in der Nachbarprovinz Hama unter ihre Kontrolle zu bringen. Seit Anfang Dezember haben Syrien und Russland ihre Luftangriffe auf die Rebellengebiete in Idlib massiv verstärkt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte angesichts der schweren Angriffe vor einem neuen massiven Zuzug von Migranten in Richtung Europa gewarnt. Seit Beginn der Offensive im April mussten schätzungsweise 400.000 Menschen ihre Heimat verlassen.

Die Regierung in Damaskus stützt sich im Syrien-Krieg nicht nur auf die regulären Streitkräfte, sondern auch auf Verbündete. Dazu gehören örtliche Milizen sowie vom Iran unterstützte ausländische Schiitenmilizen wie die Hisbollah aus dem Libanon. Russlands Streitkräfte unterstützen mit Luftangriffen. (dpa)

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