Anschlag auf russischen Ex-Spion : EU unterstützt Großbritannien im Fall Sergej Skripal

Die Außenminister der EU verurteilen den Giftanschlag auf den Ex-Spion Sergej Skripal als "rücksichtslos und illegal". Die EU nehme die britische Annahme ernst, dass wohl Russland dahinter stecke.

Blumen nahe der Parkbank in Salisbury, auf der Sergej Skripal und seine Tochter gefunden wurden.
Blumen nahe der Parkbank in Salisbury, auf der Sergej Skripal und seine Tochter gefunden wurden.Foto: Reuters/Peter Nicholls

Die EU-Außenminister haben den Giftanschlag auf einen russischen Ex-Spion in Großbritannien scharf verurteilt. Die EU nehme zudem die Einschätzung der britischen Regierung "äußerst ernst, dass es höchst wahrscheinlich ist, dass die Russische Föderation verantwortlich ist", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Minister am Montag. Der "rücksichtslose und illegale" Angriff habe das Leben vieler Bürger bedroht.

Der britische Außenminister Boris Johnson zeigte sich erfreut über die Unterstützung. Zugleich über er scharfe Kritik an der Regierung in Moskau, die bislang jegliche Verantwortung Russlands für den in England verübten Anschlag vehement zurückweist.

"Die russischen Dementi werden immer absurder", sagte Johnson. Erst gäben die Russen an, dass sie den bei dem Anschlag eingesetzten Kampfstoff Nowitschok nie produziert hätten. Dann heiße es, man habe ihn produziert, aber alle Bestände vernichtet. Dann wiederum sagten die Russen, dass Teile des Gifts nach Schweden, Tschechien, in die Slowakei, die USA und Großbritannien gelangt sein könnten. Da zeige sich eine klassische russische Strategie, bei der versucht werde, einen Funken Wahrheit in einem Haufen von Lügen und Vernebelung zu verstecken, kommentierte Johnson.

Ob die EU auch mit Sanktionen auf den Anschlag reagieren wird, ist noch unklar. Denkbar ist beispielsweise, dass Einreiseverbote und Vermögenssperren gegen russische Geheimdienstler und politische Verantwortungsträger erlassen werden. Entscheidungen werden allerdings noch nicht erwartet.

Auf die Frage, ob die Beweise ausreichten, sagte die österreichische Außenministerin Karin Kneissl, es gehe nun darum, dass Experten die Sache aufklärten. Vorher sollte es nicht zu Beurteilungen und Verurteilungen kommen.

Der frühere Doppelagent Skripal und seine Tochter Yulia waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank im englischen Salisbury gefunden worden. Sie befinden sich auch zwei Wochen nach dem Giftanschlag noch in einem kritischen Zustand. (AFP, dpa)

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