Böllerverbot an Silvester : Berlin prüft mal wieder Nebensächliches

Der ständige Impuls zur Volkserziehung: Als hätte Berlin keine größeren Probleme, will Rot-Rot-Grün jetzt zum Jahresende auf die Spaßbremse treten. Ein Kommentar.

Das Feuerwerk bei Deutschlands größter Silvesterparty am Brandenburger Tor wäre vom Böllerverbot ausgenommen.
Das Feuerwerk bei Deutschlands größter Silvesterparty am Brandenburger Tor wäre vom Böllerverbot ausgenommen.Foto: Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Die (Alltags-)Probleme der Stadt mögen noch so groß sein, der Handlungsbedarf noch so dringend, doch der rot-rot-grüne Senat lässt sich durch nichts von seiner Neigung zum Nebensächlichen abbringen. Jetzt hat er das Thema Böllerei an Silvester für sich entdeckt – ein Knaller. Im Gespräch mit den Bezirken soll ernsthaft geprüft werden, ob man dem gefährlichen Treiben zum Jahreswechsel Einhalt gebieten, es wenigstens einschränken kann. Und zwar – Berlin, Du bist so wunderbar, – per Verbot.

Abgesehen davon, dass man sich wundern kann, woher der Impuls zur Volkserziehung dieser Koalition eigentlich rührt (womöglich wirkt bei den Beteiligten die alte Losung „Brot statt Böller“ nach), abgesehen davon auch, dass sich die Bevölkerung fragen könnte, ob ihre Regierenden eigentlich nichts Besseres zu tun haben, als zum Jahresende auf die Spaßbremse zu treten, und sei es aus noch so gutgemeinten Gründen, stellt sich noch eine ganz andere Frage.

Wie und mit welchem Polizeiaufgebot will eine Stadtregierung, die noch nicht einmal den Drogenhandel im Görlitzer Park unter Kontrolle bekommt, in der Silvesternacht eigentlich sicherstellen, dass ihr Böllerverbot auch eingehalten wird? Denn das müsste sie ja, wenn sie es ernst meinte. Wenn.

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