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Britischer Premier an Covid-19 erkrankt : Boris Johnson will auch aus dem Krankenhaus die Regierung führen

Anhaltende Symptome: Vor zehn Tagen wurde Boris Johnson positiv auf das Coronavirus getestet, jetzt hat er die erste Nacht im Krankenhaus verbracht.

Boris Johnson bei einem Laborbesuch am 6. März in London.
Boris Johnson bei einem Laborbesuch am 6. März in London.Foto: Jack Hill/The Times Pool/AP/dpa

Der britische Premierminister Boris Johnson hat wegen seiner Covid-19-Erkrankung die Nacht zum Montag in einem Londoner Krankenhaus verbracht. Der 55-Jährige sollte dort genau untersucht werden. Johnson hatte trotz seiner Erkrankung in den vergangenen Tagen die Amtsgeschäfte in Isolation weiter geführt. Er wirkte aber auf Videos erschöpft und schien abgenommen zu haben.

Auch aus dem Krankenhaus will Johnson die Regierung führen. „Er hat äußerst hart gearbeitet, die Regierung geleitet und ist stets auf den neusten Stand gebracht worden“, sagt der für das Wohnungswesen zuständige Staatssekretär Robert Jenrick der BBC. „Das wird so weiterhin geschehen.“ Johnson werde sich einigen Tests unterziehen. „Aber er wird weiterhin über das Geschehen informiert und in der Regierungsverantwortung bleiben.“

Sitzung per Bildschirm: Der britische Regierungschef Boris Johnson
Sitzung per Bildschirm: Der britische Regierungschef Boris JohnsonFoto: AFP/Downing Street 10/Handout

Am Freitag hatte der Regierungschef noch mitgeteilt, dass er sich besser fühle, aber noch Fieber habe. Erwartet wird, dass nun seine Lungen mit verschiedenen Methoden untersucht werden. Auch Herz-, Leber- und Nierenfunktion werden sehr wahrscheinlich überprüft und ein Blutbild vorgenommen, wie britische Medien berichteten.

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„Es handelt sich um einen vorsorglichen Schritt, da der Premierminister noch zehn Tage, nachdem er positiv auf das Coronavirus getestet wurde, Symptome hat“, hieß es in einer Regierungsmitteilung vom Freitagabend. Die Maßnahme weckte Zweifel an seiner Fähigkeit, die Amtsgeschäfte trotz Erkrankung fortzuführen. Johnson hatte seine Infektion am 27. März bekannt gemacht und sich in Selbstisolation in seiner Dienstwohnung zurückgezogen.

Trump nennt Johnson einen „starken Mann“

US-Präsident Trump wünschte Johnson nach dessen Einlieferung ins Krankenhaus eine rasche Genesung. „Ich bin voller Hoffnung und sicher, dass er in Ordnung sein wird“, sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. „Er ist ein starker Mann.“ Auch der neue Chef der oppositionellen Labour-Partei, Keir Starmer, sowie die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon wünschten dem Premierminister eine „schnelle Genesung“.

Auch Johnsons schwangere Verlobte Carrie Symonds, hat nach eigenen Angaben eine Woche mit Symptomen der Lungenkrankheit Covid-19 im Bett verbracht. Das teilte die 32 Jahre alte ehemalige Kommunikationschefin der Konservativen Partei am Samstag per Twitter mit. Getestet worden sei sie aber nicht.

Johnsons Regierung steht unter Druck

„Nach sieben Tage Ausruhen fühle ich mich stärker und bin auf dem Weg der Besserung“, so Symonds. Schwanger zu sein mit Covid-19 sei offensichtlich beunruhigend, fügte sie hinzu und teilte eine Online-Infobroschüre mit ihren Followern. „Bitte lesen Sie und befolgen Sie die aktuellsten Leitlinien, die ich sehr beruhigend fand“, schrieb sie. Johnson und Symonds hatten erst Ende Februar ihre Verlobung und die Schwangerschaft bekannt gegeben. Das gemeinsame Baby soll im Frühsommer auf die Welt kommen.

Johnsons Regierung steht unter erheblichem Druck: Durch einen Schlingerkurs hat sie im Kampf gegen das neuartige Virus wertvolle Zeit verloren. Im chronisch unterfinanzierten Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) gibt es zudem nicht genügend Tests, Schutzausrüstungen und Beatmungsgeräte. Erste Kliniken meldeten britischen Medien zufolge sogar einen Mangel an Sauerstoff für die Beatmung der Lungenkranken. (dpa/Reuters)

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