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„Die Botschaft galt wohl mir“ : Berliner Wohnhaus von Cem Özdemir mit Stein beworfen

Der Grünen-Politiker Özdemir hat einen Angriff auf sein Haus öffentlich gemacht. Die Polizei hat bislang keine Anzeichen für ein politisches Motiv.

Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) Ende 2018 bei einem Presse-Statement. Jetzt wurde wohl sein Wohnhaus angegriffen.
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) Ende 2018 bei einem Presse-Statement. Jetzt wurde wohl sein Wohnhaus angegriffen.Foto: Christoph Schmidt/dpa

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hat von einer Attacke auf sein Wohnhaus berichtet. „Ein Stein wurde gegen unsere Haustür geworfen. Die Botschaft galt wohl mir“, twitterte er am Montagabend.

Er wolle sich aber nicht einschüchtern lassen, ergänzte der frühere Parteichef der Grünen in seinem Tweet. Er werde weiterhin „lautstark“ seine Stimme erheben. Wo sich der Steinwurf ereignete, veröffentlichte Özdemir nicht. Er ist als Bundestagsabgeordneter oft in Berlin, seinen Wahlkreis hat er in Stuttgart.

Die Berliner Polizei bestätigte dem Tagesspiegel am Dienstag, dass der Angriff in Berlin-Kreuzberg stattfand. Eine Anzeige des Bundestagsabgeordneten sei am 16. Dezember eingegangen war, sagte ein Polizei-Sprecher. Die Tat soll sich aber bereits am 13. Dezember ereignet haben.

Laut der Anzeige sei die Hauseingangstür eine Altberliner Mietshauses, in dem verschiedene Parteien leben, beschädigt worden. Weil bislang keine Hinweise auf einen politischen Hintergrund bestehen, ermittelt der zuständige Polizei-Abschnitt 53 - der Staatsschutz wurde nicht eingeschaltet.

Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin im Bundeskanzleramt für Digitalisierung, reagierte auf Özdemirs Tweet und schrieb: „Lieber Cem. Wir haben noch viel zu tun. Alles Liebe Deiner Familie!“

Die Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales, Sawsan Chebli, schrieb auf Twitter: „Ich finde es stark, dass Du darüber sprichst und weiter machst. Aber genau so muss es sein: keinen Millimeter den Hetzern, Hatern, Faschisten, Nazis, Extremisten und allen Antidemokraten.“

Özdemir war in der Vergangenheit Ziel von vielen Morddrohungen. Anfang November hatte die Neonazi-Gruppierung Atomwaffen Division (AWD) mit der Tötung Özdemirs und seiner Parteikollegin Claudia Roth gedroht. Die beiden Politiker stünden auf Platz eins und zwei einer Todesliste, schrieben die Rechtsextremen in Briefen an die beiden.

Der Grünen-Politiker wurde zudem in der Vergangenheit wegen seiner scharfen Kritik an Präsident Recep Tayyip Erdogan von türkischen Nationalisten massiv bedroht. Er erhält seit längerem Personenschutz durch das Bundeskriminalamt (BKA). (AFP, dpa,Tsp)

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