Fragen des Tages : EU-Behörde erwartet zweite Welle und ein Arzt ohne Arbeit

Keine Werkverträge mehr in Schlachthöfen, im Juni wieder Regelbetrieb in Kitas in einigen Bundesländern: Das Corona-Update und weitere Themen im Newsletter.

Pendler in Italien.
Pendler in Italien.Foto: Miguel MEDINA / AFP

Wie jeden Tag bringen wir Sie mit den Fragen des Tages auf den aktuellen Stand – natürlich mit den passenden Antworten. Sie können die „Fragen des Tages“ auch als kostenlosen Newsletter per Mail bestellen. Zur Anmeldung geht es hier.

Das Coronavirus-Update
Die aktuellen Zahlen zur Pandemie:
1. Die Johns-Hopkins-Universität meldet weltweit mehr als 4,9 Millionen bestätigte Infizierte und rund 324.000 Tote.
2. In Deutschland wurden nach Tagesspiegel-Berechungen bis zum Mittwochnachmittag rund 178.000 mit dem Coronavirus infizierte Menschen registriert. 8213 der Covid-19-Patienten sind an der Krankheit verstorben. Coburg und Straubing in Bayern sind weiter die beiden einzigen Landkreise, die aktuell den von der Bundesregierung und den Ländern vereinbarten kritischen Wert von 50 Neuinfektionen innerhalb einer Woche überschreiten.
3. Die Zahl der registrierten Neuinfizierten lag am vergangenen Dienstag nach Tagesspiegel-Auswertungen bei 538 Personen.

Wie das Coronavirus den Körper befällt
Das Virus SARS-Cov-2 ist gerade mal 140 Nanometer groß. (Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist etwa 500-mal so dick.) Und trotzdem richtet das Virus so massiven Schaden in unserem Körper an. Wie genau sein Weg im Menschen aussieht, wie es andockt, warum es den ganzen Körper angreift und wo Wirkstoffe ansetzen können - diesen Fragen sind die Kollegen des Tagesspiegel Innovation Lab nachgegangen. Herausgekommen ist eine faszinierend visualisierte, animierte Geschichte, die auch Nicht-Virologen begreifen lässt, was das Coronavirus tut. Meine unbedingte Lese-Empfehlung heute Abend.

EU-Seuchenschutzbehörde ewartet "die zweite Welle"
Auch wenn in einige europäischen Ländern (wie in Deutschland) die Zahl der Neuinfektionen ingesamt eher zurückgeht, sieht die EU-Seuchenschutzbehörde keinen Grund zur Erleichterung. Im Gegenteil: Andrea Ammon, Chefin des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sagte dem „Guardian“. „Die Frage ist inzwischen, wann die zweite Welle kommt und wie groß sie wird“. Mehr dazu können Sie auch hier im Newsblog nachlesen.
Wie sich die Situation rund um das Coronavirus in Berlin entwickelt, erfahren Sie übrigens stets aktuell hier. Unter anderem forderten heute die Mitarbeiter in den Berliner Kliniken mit einer Protestkundgebung und Briefübergabe besseren Schutz gegen Corona.

Bundesregierung verbietet Werkverträge in Schlachthöfen
Die Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen waren schon seit Jahren unterirdisch. Nachdem sich die Betriebe deswegen auch zu Corona-Hotspots entwickelt haben, ist nun endlich etwas geschehen. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch, dass ab Januar nur noch Mitarbeiter des eigenen Betriebes Tiere schlachten und das Fleisch verarbeiten dürfen. Warum das ein Fortschritt ist, was nun passiert und wer sich - natürlich - vehement dagegen wehrt, können Sie hier lesen.

Geflüchtet, Arzt - und trotz Pandemie ohne Arbeit
„Wir wollen arbeiten - doch Ihr gebt uns keine Chance“ - Amloud Alamir ist mit ihrer Familie aus Syrien nach Deutschland geflohen. Seit fünf Jahren lebt sie in Berlin. Ihr Mann ist Arzt, aber findet trotz Pandemie und Fachkräftemangel keinen Job. Amloud Alamir hat hier ihre Erfahrungen aufgeschrieben, die einen über die Sinnhaftigkeit der ein oder anderen Maßnahme zumindest nachdenken lassen.


Der Corona-Ticker:
+ Bundesregierung einigt sich auf freiwillige Lösung für Reisegutscheine
+ Studie zu Flüchtlingsunterkünften warnt: Heime könnten zu Corona-Hotspots werden
+ Im Juni öffnen in mehreren Bundesländern die Kitas wieder im Regelbetrieb

Weitgehend leere Gänge: Im Flughafen Tegel ist kaum noch Betrieb.
Weitgehend leere Gänge: Im Flughafen Tegel ist kaum noch Betrieb.Foto: REUTERS/Fabrizio Bensch

Was sonst noch wichtig war

Berlins Flughafen Tegel schließt am 15. Juni: Die Gesellschafter haben entschieden, TXL dichtzumachen. Erst mal nur vorübergehend, aber dass der Flughafen wieder in Betrieb geht, gilt als unwahrscheinlich.

VW zieht Werbung wegen Rassismusvorwürfen zurück: In dem Spot wird ein dunkelhäutiger Mann von riesigen weißen Händen geschubst, dann erscheinen Buchstaben, die das N-Wort ergeben. Volkswagen ist „überrascht“, dass „unsere Instagram-Story derart missverstanden werden kann“.

Palästinenserpräsident Abbas beendet alle Abkommen mit Israel und den USA: Immer wieder hatte Abbas gedroht, nun kündigt er die Vereinbarungen mit Israel und den USA auf. Anlass ist der umstrittene Nahostplan des US-Präsidenten.

Fünf Millionen Menschen fliehen vor „Amphan“: Einer der stärksten Stürme der vergangenen Jahre trifft auf Indien und Bangladesh. Die Corona-Pandemie erschwert die Evakuierung. In Notunterkünften versuchen Behörden irgendwie für Abstand zu sorgen.

Foto: House of Small Wonder / promo

Unsere Tipps für den Corona-Alltag

Unser Rezept-Tipp 1: Bei diesem abgewandelten Carbonara-Rezept darf man Sahne benutzen, und wer mehr Zeit und Lust hat, kann die Nudeln auch ganz ohne Maschine selbst machen. Viel Spaß!

Unser Rezept-Tipp 2: Feiertag und Lust auf Obstkuchen? Dieses Rezept ist superleicht, verlangt nur nach Basic-Zutaten und es braucht noch nicht mal eine Küchenwaage zum Gelingen.

Unser Streaming-Tipp 1: Wir gehen ins Theater. Das Maxim Gorki in Berlin zeigt seit 18 Uhr für insgesamt 24 Stunden Hans Falladas „Kleiner Mann – was nun“ in der Inszenierung von Hakan Savaş Mican aus 2016.

Unser Streaming-Tipp 2: Und noch eine Theater-Empfehlung, nämlich für den Besuch der Wiener Festwochen. Ab 20 Uhr 30 wird das Stück „Farm Fatale“ gezeigt, in einer post-humanen Zukunft vermissen fünf Vogelscheuchen die Vögel. Klingt schön verspielt und verrückt.

Gibt es was im Fernsehen?

Am Mittwochabend läuft im ZDF ab 20 Uhr 15 "Jurassic World" - schneller, größer, lauter als "Jurassic Park" und echtes Popcorn-Kino.

Am Donnerstagabend läuft auf Arte ebenfalls ab 20 Uhr 15 das Doku-Drama "Der Reichstag". Erzählt wird die wechselvolle Geschichte des wohl bedeutendsten Hauses der deutschen Geschichte. Anhand von vielen verschiedenen Menschen, die mit dem Gebäude verbunden waren - vom Bauarbeiter über die Bibliothekarin bis hin zu Christo und Norman Foster.

Was sollte ich für morgen wissen?

Am Donnerstag ist Himmelfahrt, gleichzeitig wird der sogenannte Vater- oder auch Herrentag gefeiert. Eine schon in normalen Zeiten berüchtigte Veranstaltung, da sie oft als Vorwand für Freiluft-Besäufnis mit Bollerwagen dient. In Corona-Zeiten geht das nun gar nicht, was geht, erfahren Sie hier. Und eine Wanderung im Grünen mit Abstand und ohne Besäufnis ist eigentlich immer zu empfehlen.

Zahl des Tages: 20

Eltern sollen künftig bis zu 20 Wochen Lohnersatz bekommen können, wenn sie ihre Kinder wegen Corona-Einschränkungen bei Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen. Bislang ist die Entschädigung auf sechs Wochen begrenzt.

Das war unser werktäglicher Newsletter "Fragen des Tages", heute für Sie zusammengestellt von Ruth Ciesinger. Zur Anmeldung geht es hier.

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