- Mit weltweit mehr als 1650 Klimakundgebungen soll die Bewegung "Fridays for Future" am Freitag einen bisherigen Höhepunkt erreichen
- Symbolfigur der Protestwelle ist die 16-jährige schwedische Schülerin Greta Thunberg. Sie nimmt am Freitag an einer Demo vor dem Parlament in Stockholm Teil. Thunberg ist inzwischen für den Friedensnobelpreis nominiert .
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- Rund 20.000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben eine Stellungnahme unterzeichnet, um dem Anliegen der Klimabewegung Nachdruck zu verleihen. Auch Eltern stellen sich mit „Parents for Future“ an die Seite der Jugendlichen. Sie bitten unter anderem darum, auf Schulverweise oder andere disziplinarischen Maßnahmen zu verzichten, wenn Schüler für Proteste dem Unterricht fernbleiben.
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Der Liveblog zu den heutigen Demonstrationen ist beendet. Eine Bilanz der weltweiten Proteste finden Sie hier:
Von Melbourne bis Madrid, von Kapstadt bis Köln: Am Freitag haben bei einem weltweiten Aktionstag Hunderttausende Schüler für mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz demonstriert. Kundgebungen unter dem Motto „Fridays For Future" gab es in fast allen europäischen Metropolen, darunter in Rom, Paris, London, Wien sowie in Kopenhagen und Stockholm.
Tagesspiegel
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Fridays for Future: „Das ist der Aufstand der Jugend“
In mehr als 100
Ländern sind am Freitag Schüler und Schülerinnen für Klimaschutz auf die Straße
gegangen. In Berlin fand der bisher größte „Schülerstreik“ statt.
Demo in Berlin friedlich verlaufen
In Berlin verlief es heute friedlich und störungsfrei, wie die Polizei mitteilte. Wieder im Invalidenpark angekommen löste sich die Demo langsam auf. Mit dem Ende der Veranstaltung wurde auch die Sperrung in der Invalidenstraße aufgehoben.
Umweltministerin Schulze dankt Klimademonstranten für "Weckruf" Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat die Demonstrationen von Schülern für mehr Klimaschutz begrüßt. Die Proteste seien ein „Weckruf“, für den sie dankbar sei, sagte sie bei einer Aktuellen Stunde am Freitag im Bundestag zu den Streiks der „Fridays for Future“-Bewegung. Das Anliegen sei wichtig, es gehe um die Zukunft gerade der Jüngeren. Nötig sei ein neuer Generationenvertrag, der Klimaschutz garantiere. „Wir haben noch die Möglichkeit, den Schalter umzulegen“, fügte sie hinzu. (dpa)
Veranstalter: Rund 300.000 bei Klimaprotesten in Deutschland Mehr als 300 000 Demonstranten haben nach Schätzungen der Veranstalter am Freitag an den bundesweiten Protesten für mehr Klimaschutz teilgenommen. Wie die Organisation „Fridays For Future Germany“ auf Twitter weiter mitteilte, gab es Proteste in mehr als 230 Städten. (dpa)
Proteste in Athen, Thessaloniki und Kreta Hunderte griechische Schüler haben am Freitag in Athen und Thessaloniki, aber auch auf Kreta und anderen Inseln für mehr Klimaschutz protestiert. „Rettet den Planeten - ein anderes Zuhause haben wir nicht!“, skandierten Kinder und junge Leute in der Hauptstadt auf dem Syntagma-Platz vor dem griechischen Parlament. „Auch wenn es den anderen gleichgültig ist - wir versuchen es!“, verkündeten die Organisatoren vor nur rund 200 Demonstranten, die in Athen zusammenkamen. (dpa)
Die Zeit drängt Schon jetzt hat sich die Erde nach Befunden des Weltklimarats IPCC gegenüber der vorindustriellen Zeit um etwa ein Grad erwärmt, in Deutschland sogar noch etwas stärker. Die Jahre 2015 bis 2018 waren nach Analysen der Weltwetterorganisation die vier wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert. Geht es weiter wie bisher, ist Ende dieses Jahrhunderts die Welt wohl gut drei Grad wärmer. Zu den fatalen Folgen gehören mehr Hitzewellen, längere Dürren sowie mehr Stürme, Starkregen und Hochwasser. Um den Trend zu stoppen, muss der Ausstoß von Treibhausgasen etwa aus der Verbrennung von Kohle und Öl oder aus der Tierhaltung stark reduziert werden. (dpa)
Friday for Future in Potsdam Potsdam mehrere hundert Kinder und Jugendliche beteiligt. Mit Protestplakaten wie „Unsere Parole, raus aus der Kohle“, „Kohldampf auf Klimaschutz“ und „Kein Meerblick für Potsdam“ kamen zum Auftakt am brandenburgischen Landtag am Freitagmittag nach Angaben von Ordnern rund 500 Menschen zusammen, darunter auch einige Erwachsene. Die Polizei sprach zu Beginn von „300 mit Zulauf“. Nach der Auftaktkundgebung standen eine Menschenkette um den Landtag und eine Demonstration zur Staatskanzlei auf dem Programm. Bei der Auftaktkundgebung begrüßte auch die Physikerin und Klimaforscherin Brigitte Knopf, die mehrere Jahre lang am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) tätig war und seit 2015 Generalsekretärin des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) in Berlin ist, die Schülerproteste. Zuvor hatten Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD) und Vertreter der Fraktionen von SPD, CDU, Linken und Grünen mehrere der brandenburgischen „Fridays for Future “-Aktivisten im Parlament empfangen. Sie begrüße das Engagement der Schülerinnen und Schüler sehr, betonte Stark bei dem rund einstündigen Gespräch im Landtag. Auch aus den Fraktionen kam Unterstützung. „Wir finden euer Engagement gut“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Ingo Senftleben. Er „begrüße sehr, dass es zu diesen Schülerstreiks kommt“, sagte der Linken-Fraktionsvorsitzende Ralf Christoffers und betonte, dass der Braunkohleabbau in Brandenburg 2033 enden werde. Es sei „wichtig, dass die Jugend aufsteht“, sagte die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Ursula Nonnemacher. Die Proteste widerlegten zudem die Behauptung, dass die Jugend unpolitisch und nur im Internet unterwegs sei. Das Engagement sei „ganz, ganz großartig“. Einwände des Lausitzer SPD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Roick gegen Proteste während der Schulzeit mit dem Hinweis, die friedliche Revolution in der DDR habe auch nicht tagsüber sondern „am Montagabend“ stattgefunden, wurden von den Schülern zurückgewiesen. „Diese Frage ist komplett falsch“, hieß es aus dem Kreis der jugendlichen Aktivisten. Es könne nicht darum gehen, wann gestreikt wird, sondern nur darum, wofür. Aus den Fraktionen kamen auch Angebote zu weiteren Gesprächen mit Jugendlichen zum Klimawandel. „Wir werden ein Gesprächsformat finden, bei dem ihr nicht vereinnahmt werdet“, sagte die Landtagspräsidentin: „Alles ist möglich.“ Die AfD-Fraktion war nicht an dem Schüler-Dialog beteiligt. Stattdessen versuchten am Rand der Kundgebung drei Vertreter des AfD-Spektrums kurzzeitig mit einem Transparent gegen „Klimahysterie“ und Zwischenrufen gegen Schulschwänzer, die Proteste zu stören. In Brandenburg waren am Freitag auch in Cottbus, Eberswalde, Falkensee, Luckenwalde und Templin „Fridays for Future“-Proteste für mehr Klimaschutz geplant. (epd)
Polizei schätzt Teilnehmerzahl auf bis zu 20.000 Die Berliner Polizei geht davon aus, dass zwischen 15.000 und 20.000 Meschen an der Fridays-for-Future-Demo teilnehmen. Das ist mehr, als zuvor mit 10.000 erwartet waren.
"Wir haben schon gegen Atomkraft demonstriert" Das Ehepaar Remke aus Mitte hat für die Veranstaltungen Schilder mit "Oma for Future" und "Opa for Future" gebastelt. Ein Enkel von Elke, 74 und Burkhard, 76, demonstriert gleichzeitig in Hamburg. "Wir haben schon damals gegen Atomkraft und den Vietnamkrieg demonstriert. Aber unsere Enkelkinder demonstrieren jetzt fürs Überleben", meint Elke Remke.
Veranstalter: 25.000 Teilnehmer Luisa Neubauer, eine der Organisatorinnen von Fridays for Future in Berlin, sagt, man gehe von 25.000 Menschen aus, die an der Demo teilnehmen. Von der Polizei gab es noch keine aktuellen Zahlen.
"Ich streike für die Zukunft meiner Tochter" Sophie Stegemann, 23 aus dem Wedding, ist mit Tochter Luna und Kinderwagen bei Fridays for Future dabei. "Ich streike für die Zukunft meiner Tochter und auch aller anderen Kinder. Sie sollen auch noch etwas von unserem schönen Planeten haben."
Fehlstunden für den Klimaschutz Die 15-Jährige Zoe vom Primo-Levi-Gymnasium in Weißensee ist mit einigen Freunden bei der Demonstration dabei. Sie werden heute alle unentschuldigte Fehlstunden eingetragen bekommen, sogar, wenn sie eine Krankmeldung vorlegen würden.
Die Erde hat Fieber und das Fieber steigt. Sie gehört auf die Intensivstation. Das ist ein Notfall
Eckart von Hirschhausen
Eine Katastrophe Luisa Neubauer, eine der Hauptorganisationen von Fridays for Future in Deutschland, rief zu Beginn der Demo: "Was gerade in der Politik zum Thema Klimaschutz passiert, ist eine Farce. Es ist eine Katastrophe, die uns alle treffen wird."
Eltern organisieren sich auf Whatsapp "Parents for Future" gibt es mittlerweile deutschlandweit. In Berlin besteht die zugehörige Whatsapp-Gruppe aus 115 Mitgliedern. Sie unterstützen die Schüler und helfen vor allem bei Organisation und Sicherheit.
So viele sind in anderen Städten auf der Straße In München versammelten sich laut Polizei rund 8000 Demonstranten, in Bremen etwa 5000. In Köln waren es nach Angaben von Veranstaltern und Polizei rund 10.000 Teilnehmer. (AFP/dpa)
Hirschhausen: "Ihr seid wichtig" Eckart von Hirschhausen sagte kurz nach Beginn der Demonstration zu den Schülern: "Ich finde es toll, dass ihr alle da seid. Ihr seid enorm wichtig! Die Klimakrise ist die größte Gesundheitsgefahr aller Zeiten."
Teilnehmerzahl Die Veranstalter können zurzeit noch nicht sagen, wie viele Menschen an der Demo für mehr Klimaschutz teilgenommen haben. Das sagte eine der Organisatorinnen dem Tagesspiegel. Angekündigt waren 5000, erwartet wurden 10.000. Wegen des großen Andrangs war die Invalidenstrßae zwischendurch kurzzeitig gesperrt.
Omas for Future Bei der Demonstration sind nicht nur Schüler unterwegs, sondern auch Mütter mit Kinderwägen, ältere Damen und Herren mit Schildern "Oma for Future" und "Opa for Future", natürlich die "Scientists for Future" und auch die Gruppe der "Parents for Future".
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(mit Agenturen)
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