„Ich trete nicht an“ : Juso-Chef Kühnert verzichtet auf Kandidatur für SPD-Vorsitz

Juso-Chef Kevin Kühnert will nicht SPD-Chef werden. Er begründete dies mit persönlichen und innerparteilichen Gründen.

Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos, tritt bei der Wahl zur SPD-Spitze an.
Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos, tritt bei der Wahl zur SPD-Spitze an.Foto: Michael Kappeler/dpa

Juso-Chef Kevin Kühnert verzichtet auf eine Kandidatur für den SPD-Vorsitz. Der Vorsitzende der SPD-Jugendorganisation sagte dem „Spiegel“: „Ich trete nicht an.“ Seine Absage erklärte er mit persönlichen und innerparteilichen Gründen: „Kandidieren sollte man nur mit der klaren Überzeugung, das Amt im Erfolgsfall auch mit aller Konsequenz ausfüllen zu wollen und zu können.“ Jeder Mensch müsse für sich selbst bewerten, was er leisten könne. Auch die Kandidatur von Vizekanzler Olaf Scholz habe eine Rolle gespielt. Seine Sorge sei gewesen, dass die SPD in einen „Arena-Wahlkampf“ geredet worden wäre, sagte Kühnert. „Das ist für Außenstehende interessant, schadet aber der SPD, weil es emotional weiter spaltet. Wir sind eine politische Partei und keine Unterhaltungssendung.“

Zugleich stellte Kühnert seine Unterstützung von Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken in Aussicht. „Er hat als Finanzminister in Nordrhein-Westfalen mit dem Ankauf von Steuer-CDs begonnen, sich dabei mit unangenehmen Leuten angelegt und so bewiesen, dass er für echte Verteilungsgerechtigkeit steht.“ Walter-Borjans und Esken seien ein Duo, bei dem er eine große innerliche Ruhe habe, weil er beide aus der Zusammenarbeit kenne. „Da würde ich die Partei in guten Händen sehen.“

Auch in einem auf Youtube veröffentlichten Video erläuterte Kühnert seinen Vorsitz-Verzicht: „Politisch hätte eine ganze Menge dafür gesprochen, zu kandidieren. Denn die SPD, das sehen ja ganz viele so, ist eine inhaltlich unklare Partei“, sagte er. Gleichzeitig - auch wegen der Scholz-Kandidatur - habe ihn die Sorge umgetrieben, „dass wir in so eine Art Arena-Stierkampf hineinlaufen“ und die Frage des künftigen SPD-Kurses dadurch zurückgedrängt würde.

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