Kinder im Grundschulalter : Giffey will Recht auf Ganztagsbetreuung durchsetzen

Die große Koalition plant, dass Kinder ab 2025 ein Recht auf Ganztagsbetreuung bekommen. Doch dafür muss sich die Bundesregierung mit den Ländern einigen.

Die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD).
Die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD).Foto: imago/Metodi Popow

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will bis zum Herbst eine Einigung mit den Ländern zum Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Grundschülern erreichen. "Ich möchte spätestens Anfang 2020 einen Gesetzentwurf vorlegen", sagte sie den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung solle zuerst "für die Kleinsten" in der ersten und zweiten Klasse eingeführt werden.

Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist vorgesehen, bis 2025 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Kindern im Grundschulalter einzuführen. Hier muss sich allerdings der Bund mit den Ländern einigen, weil Bildung Ländersache ist.

"Bei der Ganztagsbetreuung von Kindern in der Grundschule geht es immer um zwei Dinge: Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Bildungsgerechtigkeit", sagte Giffey den Zeitungen. "Unter verlässlicher Ganztagsbetreuung verstehe ich die Absicherung der Betreuung an fünf Tagen in der Woche von acht bis mindestens 16 Uhr."

Außerdem sollten eine gute Hausaufgabenbetreuung und ein Mittagessen in der Schule möglich sein, sagte Giffey. So könnten auch Alleinerziehende "zumindest einen Sechs-Stunden-Arbeitstag schaffen".

Bei der Familienministerkonferenz, die am Donnerstag beginnt, wird die Ganztagsbetreuung eins der Themen sein. Zu aktuellen Lage sagte Giffey, die Verantwortlichen in den ostdeutschen Ländern seien "eher gelassen, weil die ohnehin in weiten Teilen über 90 Prozent der Grundschulkinder im Hort haben". Dagegen gebe es im Westen "extreme Unterschiede". Nun müsse darüber geredet werden, "wie wir es überall schaffen". (AFP)

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