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Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD).
© Bernd von Jutrczenka/dpa

Gute Werte für Merkel im Politbarometer: Mehrheit glaubt an Fortbestehen der großen Koalition

Die Machtverhältnisse in Sachsen und Brandenburg verändern sich, im Bund erwarten die meisten Kontinuität. Die Zustimmung zur Arbeit von Schwarz-Rot wächst.

Die Bürger in Deutschland gehen immer mehr davon aus, dass die große Koalition trotz aller Kontroversen bis zur regulären nächsten Bundestagswahl im Herbst 2021 weiterregieren wird. Nach dem neuen Politbarometer von ZDF und Tagesspiegel rechnen inzwischen 72 Prozent der Wahlberechtigten damit, dass das Bündnis aus Union und SPD die ganze Wahlperiode durchhalten wird – das sind 12 Prozentpunkte mehr als noch im Juni.

Von einem vorzeitigen Ende der großen Koalition gehen inzwischen nur noch 22 Prozent. Im Juni waren dies noch 34 Prozent gewesen.

73 Prozent der Befragten insgesamt fanden es auch gut, dass Angela Merkel bis 2021 Bundeskanzlerin bleiben wird. Besonders hoch war die Zustimmung hierfür – erwartbar – bei den CDU-Anhängern (88 Prozent) und – überraschenderweise – bei den Grünen (85 Prozent).

Auch die Zustimmung zur Arbeit der großen Koalition wächst. 62 Prozent der Wahlberechtigten finden inzwischen, dass die Bundesregierung eine gute Arbeit macht. Im August waren es nur 50 Prozent gewesen.

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die Union in der Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen unverändert auf 28 Prozent, die SPD würde sich leicht verbessern auf 15 Prozent (plus zwei Punkte). Die Grünen würden mit 24 Prozent etwas einbüßen (minus ein Punkt).

Die AfD käme unverändert auf 13 Prozent, die FDP würde sechs Prozent erreichen (minus ein Punkt) und die Linke läge unverändert bei sieben Prozent. Damit hätte eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen weiterhin als einziges Zweier-Bündnis eine klare Mehrheit.

Unzufriedenheit mit Kramp-Karrenbauer

Nicht zufrieden kann die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sein. 71 Prozent der Befragten trauen ihr nicht zu, ihre Partei erfolgreich in die Zukunft zu führen, nur 19 Prozent glauben an sie. Selbst unter den Unions-Anhängern glauben 57 Prozent nicht an die CDU-Vorsitzende, nur 34 Prozent gehen davon aus, dass sie die Partei erfolgreich führen wird.

Wie die Umfrage weiter zeigt, nimmt die parteiübergreifende Ablehnung der AfD weiter zu. Die Anhänger aller anderen Parteien bewerten die AfD auf der Skala von minus 5 bis plus 5 mit Durchschnittswerten zwischen minus 4,7 (Grüne) und minus 3,8 (Union).

Diese deutliche Ablehnung geht bei der großen Mehrheit der Befragten mit dem Eindruck einher, dass rechtsextremes Gedankengut in der AfD sehr weit oder weit verbreitet ist. Nur 15 Prozent aller Befragten – aber 73 Prozent der AfD-Anhänger – sehen das nicht so.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte vom 2. bis 4. September insgesamt 1270 Wahlberechtigte. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent gut drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent gut zwei Prozentpunkte. (dpa, AFP)

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