• Mutmaßlicher Chemiewaffeneinsatz in Ost-Ghouta: USA haben angeblich Beweise für Giftgas-Angriff durch syrische Regierung
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Mutmaßlicher Chemiewaffeneinsatz in Ost-Ghouta : USA haben angeblich Beweise für Giftgas-Angriff durch syrische Regierung

Die US-Regierung sieht es als erwiesen an, dass das syrische Militär bei der Attacke in Duma Giftgas eingesetzt hat. Russland hingegen will Beweise für eine Inszenierung durch Großbritannien haben.

Rauch steigt nach dem Einschlag einer Rakete der syrischen Armee über Duma auf.
Rauch steigt nach dem Einschlag einer Rakete der syrischen Armee über Duma auf.Foto: dpa/Ammar Safarjalani/XinHua

Die USA sind offiziellen Angaben zufolge "in höchstem Maße überzeugt", dass das syrische Militär hinter der Giftgas-Attacke in der einstigen Rebellen-Bastion Duma am vergangenen Wochenende steckt. Die russische Behauptung, der Angriff sei lediglich inszeniert worden, sei falsch, erklärte die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Sarah Sanders, am Freitag. "Unsere Geheimdienste sagen uns etwas anderes", sagte Sanders mit Blick auf die russische Darstellung. "Mehr kann ich dazu nicht sagen."

Ähnlich äußerte sich die Sprecherin des US-Außenministeriums. Es bestehe ein "sehr hohes Maß an Überzeugung", dass Syrien für den Angriff verantwortlich sei, sagte Heather Nauert. "Wir können sagen, dass die syrische Regierung hinter dem Angriff steckt." Auf die Frage, ob es Beweise dafür gebe, sagte sie "ja". Es werde aber noch geprüft, welche Chemikalien verwendet worden seien.

Trump hatte als Vergeltungsmaßnahme für den mutmaßlichen Giftgas-Angriff einen Militärschlag gegen die mit Russland verbündeten syrischen Truppen angekündigt. Danach ruderte die US-Führung allerdings wieder zurück und erklärte, es sei noch keine endgültige Entscheidung über eine Reaktion gefallen.

Inspektoren der Organisation zum Verbot chemischer Waffen (OPCW) sollen am Samstag Proben in Duma nehmen, um Belege für den vermuteten Einsatz geächteter Chemikalien am 7. April sicherzustellen.

Russland wirft Großbritannien Inszenierung vor

Die russische Armee hatte am Freitag Großbritannien eine "direkte Beteiligung" an dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien vor. Sie habe "Beweise", die eine "direkte Beteiligung Großbritanniens an der Organisation dieser Provokation in Ost-Ghouta belegen", sagte der Sprecher der russischen Armee, Igor Konaschenkow, in Moskau. London habe bei der Inszenierung des mutmaßlichen Giftgasangriffs "starken Druck" auf die Zivilschutzorganisation der Weißhelme ausgeübt.

Zuvor hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow mitgeteilt, es gebe Beweise, wonach der mutmaßliche Chemiewaffenangriff in Syrien mit Hilfe eines ausländischen Geheimdienstes inszeniert worden sei. "Wir haben unwiderlegbare Beweise dafür, dass dies ein weiterer inszenierter Vorfall war", sagte er. Der Geheimdienst eines "bestimmten Staates, der jetzt an vorderster Front einer antirussischen Kampagne" stehe, sei in die Inszenierung verwickelt.

Die syrische Hilfsorganisation Weißhelme hatte im Kurzbotschaftendienst Twitter mitgeteilt, mehr als 40 Menschen seien nach einem "Chlorgasangriff" am vergangenen Samstagabend getötet worden. Die USA verurteilten den mutmaßlichen Giftgasangriff und machen Russland dafür mitverantwortlich. Die syrische und die russische Regierung weisen die Vorwürfe zurück. (Reuters, AFP)

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