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Annette Schavan: Ihre Promotion liegt bereits 33 Jahre zurück.
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Update

Plagiatsaffäre: Schavan will kandidieren, auch wenn ihr der Titel aberkannt wird

Am Dienstag wird darüber entschieden, ob gegen Annette Schavan ein Verfahren zur Aberkennung ihres Doktortitel eingeleitet wird. Laut SZ nimmt die Uni einen zentralen Vorwurf gegen die Bildungsministerin zurück. Die Ministerin will in jedem Fall wieder für den Bundestag kandidieren.

Die Universität Düsseldorf hat nach einem Zeitungsbericht den Plagiatsvorwurf gegen Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) abgeschwächt. Den Vorwurf, Schavan habe in ihrer Doktorarbeit absichtlich getäuscht, erhebe die zuständige Promotionskommission nicht mehr, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Samstag). Allerdings spreche sich die Kommission weiter dafür aus, ein Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels einzuleiten. Denn Schavan habe durchaus in Kauf genommen, mit ihrer Zitierweise gegen gängige Regeln wissenschaftlichen Arbeitens zu verstoßen.

Am Dienstag entscheidet der Rat der Philosophischen Fakultät Düsseldorf darüber, ob das Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels offiziell eröffnet wird. Schavan wird vorgeworfen, in ihrer Doktorarbeit fremde Textpassagen ohne sauberen Nachweis übernommen zu haben. Schavan hatte die Dissertation vor 33 Jahren veröffentlicht.

Schavan will jedoch auch dann wieder für den Bundestag kandidieren, wenn der Fakultätsrat der Universität Düsseldorf das Verfahren zur Aberkennung ihres Doktortitels einleiten sollte. Sie werde sich in jedem Fall am kommenden Freitag als CDU-Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Ulm/Alb-Donau nominieren lassen, sagte sie der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Ich trete am 25. Januar an. Das bin ich der Wissenschaft schuldig.“ Der CDU-Kreisverband will der Zeitung zufolge auch dann an der Nominierung festhalten, falls Schavan wegen der Vorwürfe von ihrem Amt zurücktreten müsste. Im Umfeld der Ministerin wird für den Fall einer Aberkennung des Titels mit einer gerichtlichen Auseinandersetzung gerechnet.

Ein interner Prüfbericht, der im vergangenen Oktober bekanntwurde, hatte Schavan eine „leitende Täuschungsabsicht“ bescheinigt. Schavan empfindet das als besonders ehrenrührig - und hat den Vorwurf zurückgewiesen.

In Unionskreisen hieß es, verliere Schavan ihren Doktortitel, werde sie im Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) schwer zu halten sein. Die Eröffnung eines Verfahrens sei aber noch kein Rücktrittsgrund. Allerdings gilt Schavan auch dann gerade als Bundesbildungsministerin als angeschlagen. (dpa)

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