Verhalten in der Coronavirus-Krise : Mehrheit der Deutschen will Maskenpflicht beibehalten

Der Mund-Nasen-Schutz ist immer wieder Grund zur Debatte. Doch eine klare Mehrheit der Menschen ist laut einer Umfrage dafür, dass die Regeln weiter gelten.

Auch für Fußball-Profis Pflicht: Thomas Müller mit Mund-Nasen.Schutz.
Auch für Fußball-Profis Pflicht: Thomas Müller mit Mund-Nasen.Schutz.Foto: Christof Stache/Pool via Reuters

Ein Drittel der Deutschen will die Maskenpflicht in der Coronavirus-Krise abschaffen oder zumindest lockern. 19 Prozent der Teilnehmer einer repräsentativen Online-Umfrage des Meinungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur plädierten für eine Abschaffung. Weitere 14 Prozent der 2056 Befragten sind für eine Lockerung.

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Eine klare Mehrheit der Befragten sprach sich indes für die Maskenpflicht in der Coronavirus-Krise aus. So sagten 49 Prozent, die Vorgabe solle in der jetzigen Form beibehalten werden. 13 Prozent sind für eine Ausweitung auf weitere Bereiche. In Ostdeutschland plädierten mehr Menschen für Lockerung oder Abschaffung als in Westdeutschland.

Zur Eindämmung des Coronavirus gilt seit Wochen eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Schutzmaske im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen. Nach Einschätzung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bieten Stoffmasken zwar keinen nachgewiesenen Schutz für den Träger, können für andere aber das Risiko einer Infektion durch Tröpfchen verhindern. Dennoch sollte ein Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen Menschen eingehalten werden.

Vier von fünf Deutschen (81 Prozent) halten sich nach eigenen Angaben immer an die Maskenpflicht, weitere 13 Prozent teilweise. Nur zwei Prozent gaben an, das gar nicht zu tun. Ältere hielten sich demnach eher an die Regeln als Jüngere.

Mehr zum Coronavirus:

Nachbarland Österreich lockert angesichts niedriger Coronavirus-Infektionszahlen Mitte nächsten Monats die Maskenpflicht weitgehend. Am 15. Juni falle die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit großteils, gab Bundeskanzler Sebastian Kurz bekannt. Masken sollen dann nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Apotheken, Praxen und Kliniken sowie etwa bei Friseuren oder in der Gastronomie getragen werden, wo der Mindestabstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann.

Polen hob am Samstag an die Pflicht zum Tragen von Mund- und Nasenschutz teilweise auf. Dies gelte, wenn Menschen spazieren gehen und die Abstandsregeln eingehalten werden, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki in Warschau. In geschlossenen Räumen gilt weiter eine Maskenpflicht. (dpa)

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