Brandenburg: Schmökel will Rente als SED-Opfer
Brandenburg/Havel - Er gilt als einer der gefährlichsten Verbrecher Deutschlands: Es war still um Frank Schmökel geworden, der im neu gebauten Hochsicherheitstrakt des Maßregelvollzugs Brandenburg an der Havel eine lebenslängliche Strafe verbüßt. Jetzt sorgt Schmökel erneut für Schlagzeilen: Das Schweriner Justizministerium bestätigte am Donnerstag einen Bericht der „Bild“-Zeitung, wonach der 46jährige eine Haft-Entschädigung von rund 3000 Euro als SED-Opfer kassiert hat und mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern noch um eine monatliche Rente von 250 Euro streitet.
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Brandenburg/Havel - Er gilt als einer der gefährlichsten Verbrecher Deutschlands: Es war still um Frank Schmökel geworden, der im neu gebauten Hochsicherheitstrakt des Maßregelvollzugs Brandenburg an der Havel eine lebenslängliche Strafe verbüßt. Jetzt sorgt Schmökel erneut für Schlagzeilen: Das Schweriner Justizministerium bestätigte am Donnerstag einen Bericht der „Bild“-Zeitung, wonach der 46jährige eine Haft-Entschädigung von rund 3000 Euro als SED-Opfer kassiert hat und mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern noch um eine monatliche Rente von 250 Euro streitet. Der Polizistensohn und gelernte Rinderzüchter hatte 1981/1982 wegen versuchter Republikflucht zehn Monate im Gefängnis Neubrandenburg gesessen, erklärt Monika-Maria Kunisch, Sprecherin des Justizministeriums. „Dafür ist er vom Landgericht Neubrandenburg rehabilitiert worden.“ Während die Haftentschädigung unstrittig ist, dreht sich der Streit zwischen Schwerin und Schmökel um die darüber hinaus von ihm angestrebte SED-Opferrente. Das Justizministerium pocht auf einen Passus des Rehabilitierungsgesetzes, wonach diese bei Verstößen gegen die Menschlichkeit nicht gezahlt werden muss. „Das ist bei seinen Taten der Fall“, sagt Kunisch. Allerdings verlor Schwerin in der ersten Instanz, jetzt muss das Rostocker Oberverwaltungsgericht entscheiden. Schmökels kriminelle Karriere begann 1988, als er wegen versuchter Vergewaltigung einer Dreizehnjährigen zu einer eineinhalbjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Er kam 1989 bei einer Amnestie frei. In den 90er Jahren sorgte er wegen Entführung und Vergewaltigung von Kindern für Angst und Schrecken, sorgte mit mehrfachen Fluchten für Schlagzeilen. Im Jahr 2000 tötete er bei einer Flucht einen Rentner. Th. Metzner
Th. Metzner
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