Brandenburg: Schweinegrippe-Impfungen ab Oktober
Ministerin Ziegler: Panik ist nicht angesagt / Land schießt die Kosten für Impfstoff vor
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Potsdam - Fast jeder dritte Brandenburger soll von Oktober an gegen die Schweinegrippe geimpft werden. Vorrangig sei ein Schutz des medizinischen Personals, von Schwangeren und chronisch Kranken, sagte Gesundheitsministerin Dagmar Ziegler (SPD) am Dienstag in Potsdam. Bis zum 15. September werde das Land entscheiden, ob über die Impfdosen für 30 Prozent der Bevölkerung hinaus Wirkstoff geordert wird. Dies hänge vom weiteren Verlauf der Pandemie ab.
In Brandenburg wurden bislang 40 bestätigte Schweinegrippe-Fälle gezählt. Alle Betroffenen seien binnen weniger Tage wieder gesund geworden, betonte Ziegler. Sie waren zumeist nach Spanien-Urlauben erkrankt. „Panik ist nicht angesagt, die Erkrankungen verliefen bisher auf dem Niveau einer normalen saisonalen Grippe“, sagte die Ministerin.
Zur Vorfinanzierung der Impfaktion - die Ministerin rechnet im Oktober mit den ersten Lieferungen des Impfstoffes – seien vom Finanzministerium 23 Millionen Euro genehmigt worden. Sobald der Bund eine entsprechende Verordnung erlassen hat, will das Land mit den Krankenkassen eine Impfvereinbarung schließen. „Die Kosten sollen die Krankenkassen übernehmen“, betonte Ziegler.
Die Kassen würden dann ihre Versicherten anschreiben. Für einen Schutz vor der Schweinegrippe sind nach Ministeriumsangaben zwei Impfungen binnen vier bis sechs Wochen nötig. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, raten Experten, täglich die Hände mehrfach mit Seife gründlich zu waschen, Hände von Mund, Nase und Augen fernzuhalten, da sich die Schleimhäute infizieren könnten, und Papiertaschentücher nur einmal zu benutzen.
Sollten sich Brandenburger mit dem H1N1-Virus infizieren, liegen nach Auskunft Zieglers ausreichend Grippe-Mittel auf Vorrat. „Es gibt keinen Engpass.“
Bund und Länder hatten sich darauf verständigt, vorerst insgesamt 50 Millionen Impfdosen gegen die Schweinegrippe in Deutschland zu bestellen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 700 Millionen Euro. Mit der Impfstoffbestellung folgen die Länder den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese hatte dazu geraten, zunächst Menschen mit chronischen Krankheiten und Beschäftigte im Gesundheitswesen zu impfen. dpa/ddp
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