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Brandanschlag auf Berliner Stromversorgung: Nahverkehr eingeschränkt – S-Bahn pendelt zwischen Potsdam und Wannsee
Der große Stromausfall in Berlin hat weiter Auswirkungen auf den S-Bahn-Verkehr. Doch es gibt auch gute Nachrichten. Welche Linien sind betroffen?
Stand:
Nach dem großflächigen Stromausfall im Berliner Südwesten fahren die S-Bahn-Linien S1 und S2 wieder durchgängig. Allerdings bleibt der Ersatzverkehr mit Bussen auf der S1 zwischen Zehlendorf und Wannsee weiterhin bestehen, weil die Züge nicht an den Bahnhöfen Mexikoplatz, Schlachtensee und Nikolassee halten, teilte die Bahn mit.
Auch die Regionalexpress-Linien RE1 und RE7 sind laut einer Mitteilung vom Sonntagnachmittag nicht mehr vom Stromausfall betroffen. Der RE7 fuhr am Montagmorgen außerplanmäßig über den Potsdamer Hauptbahnhof, dafür aber ohne Halt in Bahnhof Rehbrücke bis Seddin.
Wo fährt der Ersatzverkehr?
Die Linie S7 fährt von Ahrensfelde nach Wannsee, zwischen Ahrensfelde und Charlottenburg alle zehn Minuten, zwischen Charlottenburg und Wannsee im 20-Minuten-Takt. Nach Angaben der S-Bahn Berlin halten die Züge der Linie S7 nur bei Tageslicht in Nikolassee, nicht bei Dunkelheit. „Bitte nutzen Sie in diesem Fall den Ersatzverkehr mit Bussen für die Linie S1“, hieß es.
Zwischen Wannsee und dem Potsdamer Hauptbahnhof pendelt die S7 im 40-Minuten-Takt wie folgt:
- zur geraden Stunde ab Potsdam zur Minute 01, 41
- zur geraden Stunde ab Wannsee zur Minute 13, 53
- zur ungeraden Stunde ab Potsdam zur Minute 21
- zur ungeraden Stunde ab Wannsee zur Minute 33
Die Linie S1 fährt zwischen Oranienburg und Wannsee, dabei zwischen Frohnau und Zehlendorf im 10-Minuten-Takt. Für die S1 zwischen Wannsee und Zehlendorf wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Die Haltestellen im Überblick:
- S Wannsee: Kronprinzessinnenweg (wie Buslinie 114, 118, 620)
- S Nikolassee: Borussenstr (wie Buslinie N16, N18)
- S Schlachtensee: Breisgauer Str. / Matterhornstr. (keine Haltestelle)
- S Mexikoplatz: Lindenthaler Allee (wie Buslinie 118, 622, N3)
- S Zehlendorf: Teltower Damm (wie Buslinie X10, 112, 285, N84)
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Damit alle Bahnhöfe entlang der Routen der S1 und S7 in der Dunkelheit von der S-Bahn bedient werden können, sollen sie laut der Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) mit Notstrom versorgt werden. Das berichtet der RBB.
Ruhiger Morgen am Potsdamer Hauptbahnhof
Am Potsdamer Hauptbahnhof war die Lage am Montagmorgen dennoch vergleichsweise entspannt. Gegen 7.45 Uhr waren viele Fahrgäste schon oberhalb der Gleise mit der Fahrplan-App auf dem Handy zu sehen. „Ich versuche, von hier wegzukommen“, erklärte ein Mann den Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN): „Ich hätte wohl früher losfahren sollen.“ Er sei auf dem Weg zur Arbeit nach Berlin.

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Eine Frau schaut unten am fast menschenleeren S-Bahn-Gleis auf die soeben eingefahrene S-Bahn. Noch 35 Minuten sollen es sein bis zur Abfahrt, steht auf der Anzeige. Die Bahn fährt nur bis Wannsee. Einsteigen oder nicht? Sie wolle zur Arbeit – nach Griebnitzsee, erklärt die 50-Jährige. Die Regionalbahn dahin fährt derzeit zwar nicht, aber: „Es gibt auch einen Bus.“ Ein anderer Mann mit kleinem Koffer ist auf dem Weg ins Büro nach Berlin und überlegt, ob er statt der S-Bahn lieber auf die Regionalbahn setzt. Zum Glück habe er keine dringenden Termine, sagt der 58-Jährige und wählt die S-Bahn.
Nach einem Brandanschlag geht der Betreiber Stromnetz Berlin davon aus, dass erst am Donnerstag wieder alle betroffenen Haushalte mit Strom versorgt werden können. Am frühen Samstagmorgen hatte der Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde wichtige Leitungen beschädigt. (dpa/mit cmü/jaha)
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