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Unter der flatternden Brandenburg-Fahne (l.) wurde auf der Auffahrtsrampe zur Hochstraße symbolisch die Öffnung zelebriert. 
©  Andreas Klaer

Sechs Wochen früher als geplant: Nach drei Jahren wieder freie Fahrt auf Nuthestraße

Am Montag wurde die Hochstraße der Nuthestraße in Potsdam offiziell freigegeben – die Bauarbeiten kosteten 38 Millionen Euro.

Potsdam - Sechs Wochen früher als geplant ist ein Nadelöhr im Potsdamer Straßennetz wieder frei befahrbar. Am Montag wurde die Hochstraße der Nuthestraße offiziell freigegeben, der Verkehr kann wieder in beiden Richtungen zweispurig rollen. Zudem wurden die Auf- und Abfahrtsrampen zwischen Zentrum Ost und Babelsberg wieder in Betrieb genommen. Insbesondere die Auf- und Abfahrten zur Friedrich-List-Straße waren durch die Brückenbauarbeiten über mehr als drei Jahre immer wieder eingeschränkt oder gesperrt.

Der Bau, der von Verkehrsminister Guido Beermann (CDU) als einer der größten in Brandenburg bezeichnet wurde, verschlang 38 Millionen Euro. Dafür wurde zur Freigabe nicht nur ein Band in weiß-roten Landesfarben zum Zerschneiden gespannt. Ein Fahnenmast mit märkischer Flagge wurde extra zur Zeremonie aufgestellt.

Der 1,3 Kilometer lange Neubau hatte auf einer der wohl wichtigsten Straßen in ganz Brandenburg für mehr als drei Jahre zu deutlichen Verkehrseinschränkungen geführt. Über Monate war die Straße, die von 60.000 Fahrzeugen pro Tag befahren wird und als Brandenburgs meistbefahrene Landesstraße gilt, nur einspurig in beiden Richtungen nutzbar.

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Verkehrsminister Beermann, der neben Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert und dem Vorstand Infrastruktur und Mobilität beim Landesbetrieb Straßenwesen, Thomas Heyne, die neugebauten Hochstraßen offiziell freigab, lobte vor allem die um sechs Wochen vorgezogene Verkehrsfreigabe und die herausfordernden Arbeiten unter Aufrechthaltung des Verkehrs. „Umso mehr freue ich mich, dass trotz fließenden Verkehrs keine Verletzten auf der Baustelle zu beklagen waren“, sagte Beermann.

Alte Brücken waren marode

Der Neubau der Brücken war notwendig geworden, weil sich die alten bei einer Untersuchung als zu marode erwiesen hatten. 2020 wurde zunächst die stadtauswärtige Hochstraßenbrücke abgerissen und bis Mai 2021 neu gebaut. Anschließend wurde die Brücke der Gegenrichtung abgerissen und neu gebaut. Nach dem Abbruch von etwa 8000 Kubikmeter Brückenbeton wurden etwa 12 000 Kubikmeter Beton, 2000 Tonnen Stahl und 250 Tonnen Spannstahl für die neuen Brücken eingesetzt. Zudem wurden 10.500 Quadratmeter Straßenasphalt und 5500 Quadratmeter Gussasphalt aufgetragen.

Neben den Hochstraßenbauwerken bekamen auch Teile der Friedrich-List-Straße einen neuen Straßenbelag und begleitende Fuß- sowie Radwege, auch ein Teil der Lotte-Pulewka-Straße wurde ertüchtigt. Noch bis Mitte Oktober erhält die Friedrich-Engels-Straße, die unter der Hochstraße entlangführt, eine neue Straßendecke. Auch die neben der Nuthestraße liegende Johannsenstraße soll bis Ende Oktober in ihren vorherigen Zustand zurückversetzt werden. Die umliegenden Straßen waren durch die Bauarbeiten teils stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

Wenn im November dann auch die letzten Begleitarbeiten an der Nuthestraße abgeschlossen sind, bleiben andere Staustellen auf Potsdams Straßen oder es kommen neue dazu: Direkt im Anschluss an die nun wieder offene Nuthestraße führt die Baustelle auf der Behlertstraße weiterhin zu Stau. Für mehr als fünf Millionen Euro wird die ebenfalls wichtige Durchgangsstraße seit Juli 2021 grundlegend saniert. Die Bauarbeiten gehen nach dem letzten Stand mindestens noch bis Februar 2023.

Ebenfalls erst 2022 wird mit größeren Verkehrsverbesserungen am Leipziger Dreieck gerechnet. Potsdams wichtigster Verkehrsknoten wird seit 2019 umgestaltet und entzerrt. Die einst 24 Millionen Euro für den gesamten Umbau dürften wohl schon nicht mehr reichen, ein Ende der Bauarbeiten ist nach 2024 avisiert. Dann beginnt der nächste Brückenbau in Potsdam. Die Lange Brücke, einer von zwei Havelübergängen in der Stadt, muss neu gebaut werden. 

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